„Niemand merkt es, wenn ich weine!“
schluchzte einst die trübe kleine
Pfütze auf dem Weg am Flüsschen
und wuchs winzigfeuchtes Bisschen.
Gedichtchen 11: Paris
Vom Pariser Eifelturm
sprang dereinst ein junger Wurm
auf einen Mann, der nie vernahm
woher der Wurm denn damals kam.
Gedichtchen 10: Nie gegeben
„Ich verzichte auf mein Leben!“
meinte Peter, seufzte schwer.
„Wünscht‘, mich hätt es nie gegeben!“
Plötzlich war er weg –
äh
wer?
Gedichtchen 09: Der verzauberte Prinz
Verzaubert wartete am See
ein Frosch. Da kam ein Junge
und küsste ihn. Der Frosch rief: „Nee!
Nicht du und nicht mit Zunge!“
Gedichtchen 08: Du und ich
Wär ich du, nicht länger ich
und wärst du ich
[ich jedoch nicht]
dann sagte ich dir sicherlich
„Fast elfengleich ist dein Gesicht!“
Gedichtchen 07: Hagen
„Hab‘ dich lieb!“, sagt Kater Tapps
zu der Maus mit Namen Hagen
frisst sie dann mit einem Happs
„Liebe geht stets durch den Magen.“
Gedichtchen 06: Symbol
Von seiner Schwänin angetan
sagt voller Glück der holde Schwan
und streichelt federzart ihr Bein:
„Kein hässlich Entlein mehr zu sein –
das ist, was niemals ich bereue.
Denn Schwäne sind Symbol der Treue.“
Gedichtchen 05: Einhundert
Dem Hundertjährigen im Wald
wird plötzlich, beim Spazieren, klar:
„Die Götter scherzen! Denn ich war
die Hälfte meines Lebens alt.“
Gedichtchen 04: Dreischichtrolle
Als Dreischichtrolle, bleich und rein
hing Klopapier, einst war es Baum
an einer Wand im stillsten Raum
verlor sich selber Blatt für Blatt
und dachte perforiert und matt
„Es muss wohl Herbst geworden sein.“
Gedichtchen 03: Die Erklärung
„Es wird Zeit, dass ich’s erklär‘:“
meint der dick bepelzte Bär
„Seh ich Schnee, denk ich an Schaf‘
beginn‘ zu zählen –
Winterschlaf .“