Karl

Auf dem Heimweg waren meine Schritte stets länger, mein Gemüt stets leichter, die Strecke kürzer. Zu kurz, dachte ich manchmal, und änderte die Route, bog an falscher Stelle ab, folgte einem streunenden Kater, überquerte einen Bach, der mir bisher nicht aufgefallen war. 

Hier traf ich Karl. Ich wusste nicht, wie Karl hieß, hatte es nie gewusst, hatte nie gefragt. Und doch kannte ich ihn, erkannte ich ihn, sofort. Obwohl sein Gesicht nicht mir zugewandt war, sondern dem gemütlich plätschernden Bach unter ihm, umkränzt von saftigen Halmen, die in seliger Unkenntnis von Rasenmähern glücklich gediehen. 

Karls Blick war starr und galt nicht der erfrischenden Feuchte unter ihm, galt nicht dem grünen Wildwuchs, galt nur der Leere zwischen ihm und dem Boden, dem Abgrund, der keiner war. 

“Ich würde sowieso nicht springen.”, sagte Karl, dessen Namen ich nie gekannt hatte. “Könnte ich nicht.”

Ich nickte. Erinnerte mich an Karl, nicht an seinen Namen, doch an Karl, an sein Büro, an seinen Schreibtisch, der immer ein bisschen zu ordentlich, zu leer, aussah, an seine Friseur, die den braunen Kamm immer ein bisschen zu viel mochte, und an den braunen Kamm, der immer in seiner rechten Gesäßtasche steckte.

Karl war kein Draufgänger, niemand, der sich gerne nach vorne stellte, der gern redete, die Blicke anderer auf sich zog. Nein, er saß lieber, blieb, wo er war, arbeitete, was er konnte, und wenn ihn jemand fragte, dann antwortete er. 

Immer. 

“Kaffee?”, fragte ich, zögerlich, und in mir erwachten vergessene Bilder, vergessene Dialoge, vergessene … Fragen.

Karl, der Kaffee hieß, der auf keinen Fall Kaffee hieß, drehte sich um. 
Sein Haar lag nicht länger glatt auf dem Schädel, war rar geworden. Einige Falten hatten sein Gesicht gefunden und sich dort niedergelassen. 
Doch seine Brille war noch immer dieselbe, sein magerer Schnurrbart war noch immer derselbe, ja, seine gesamte Kleidung erweckte den Eindruck, als hätte sie niemals länger seinen Körper verlassen, als für Reinigung, Trockenvorgang und akkurates Bügeln notwendig war. 

“Kaffee?”, fragte ich noch einmal, hauchte es nur. Unsicherheit schlich sich in meine Stimme, raubte ihr den Klang. Niemand hieß Kaffee, auch Karl nicht, wurde mir bewusst. Bis ich mich erinnerte: 

“KW?”, frage ich erneut, und es klang fast richtig.
Karl nickte. Es war ein Nicken gewordener Seufzer, und weitere Schichten Abwesenheit klebten sich auf seinen Blick. Er war nicht hier. 

“Ich heiße nicht KW.”, erklärte er leise. Hatte mich nicht erkannt. War nicht daran interessiert, mich zu erkennen. 
Wir hatten vier Jahre zusammengearbeitet, doch ich erwartete nicht, dass er mich erkannte. Karl erkannte niemanden. 

“Nicht Kaffee, nicht KW. Mein Name ist Karl.”
“Karl.”, wiederholte ich. Der Name sagte mir nichts. “Hallo Karl. Was machst du hier?”
“Ich will mir das Leben neben.”, sagte Karl und deutete auf den Bach. 
Das fröhliche Plätschern des Baches schien an Heiterkeit gewonnen zu haben. Vergnügt wippten die Grashalme, schienen uns liebevoll zu grüßen. 
Hier gab es keinen Tod.

“Warum das denn … Karl?”, fragte ich, doch redete nur. Wühlte in meinem Kopf nach hilfreichen Fetzen verworfener Erinnerungen. 
Der Name “Karl” fühlte sich falsch an, gehörte nicht zu Karl, gehörte nicht zu KW, lenkte mich ab.

“Weil ich unnütz bin. Nutzlos. Wertlos.”, sagte Karl, und ich hatte Mühe, ihm zu folgen. 
“Weil mich keiner mehr fragt.”, sagte Karl, und mein Kopf leuchtete auf. 
Ich erinnerte mich. Endlich!

“KW!”, rief ich. “Du warst der Kalenderwochenmann!”
Karl schnaubte. Offensichtlich wollte er nicht so genannt werden.
“Du warst der Kalenderwochenmann, wusstest immer, welche Kalenderwoche wir gerade hatten!”
“Ja, aber …”, begann Karl, doch ich war in meinem Schädel auf eine gleißende Goldmine gestoßen.
“Du warst immer da, jeden Tag, und immer fragten dich alle: 
‘Hey KW, welche Kalenderwoche haben wir?’
Und du wusstest es immer! Immer!
Am Morgen, am Montag, selbst nach dem Urlaub. Immer! 
KW, so nannten dich alle.
Wegen der Kalenderwochen!
KW, das warst du!”

Ich war begeistert.
Karl – nicht. 

“KW sind meine Initialen. Ich heiße Karl. Karl Wagner. Hieß immer so.” Er tastete nach seiner Gesäßtasche. Fand keinen braunen Kamm. 
“Ich hasste den Namen KW. Als ich ob nicht mehr war als ein wandelnder Kalenderwochen-Aufsager!”

Ich nickte. Konnte das nachvollziehen. Doch ich hatte ihn niemals Karl genannt. Und ich hatte in vier Jahren gemeinsamen Arbeitens nie über irgendwas geredet, ihn nie irgendwas gefragt – außer nach der aktuellen Kalenderwoche. 
Oder der kommenden.

“Irgendwann war ich nur noch KW.”, sagte Karl. Seine Stimme wurde leise. 
Schwer.
“Für alle. Der Typ mit den Kalenderwochen.”

“Aber darin warst du gut!”, rief ich glücklich. Die Erinnerung hatte mich komplett verschlungen. “Ich konnte dir irgendein Datum nennen, und immer kanntest du die KW!”
Karl wandte sich ab.
“Und das nicht nur von diesem Jahr.”, fuhr ich euphorisch fort. “Sondern von allen!”
Karl schwieg. 
Ich schwieg ebenfalls, sah Karl an. 

“Und was war dann?”, fragte ich vorsichtig. 
“Dann kamen die Computer.”, sagte Karl. Seine Stimme war ein Flüstern. 
“Und jedes Kalenderprogramm kannte die Kalenderwochen.” Stille Wut lag in Karls Worten. “JEDER kannte die Kalenderwochen!”

Ich nickte.
Die Welt hatte sich weitergedreht. 

“Und was machst du jetzt?”, fragte ich, doch betrieb nur noch Konversation. Ich hatte Karl gefunden, KW gefunden, hier, in meinem Kopf, hatte mich erinnert, und das war genug. Am liebsten wäre ich weitergegangen. Nach Hause. 

“Ich will mir das Leben nehmen.”, sagte Karl und blickte in den Abgrund. Der kein Abgrund war. Nur anderthalb Meter warme Frühlingsluft über einem heiter plätschernden Bächlein.
“Das bringt doch nichts.”, meinte ich, meinte ich ernst, doch spürte die Kraftlosigkeit in meiner Stimme. 

Karl antwortete nicht.
Ich wartete. Wollte nach Hause.
“Gibt es irgendwas, das du gut kannst?”, fragte ich. “Irgendwas anderes als Kalenderwochen?”
Karl schwieg.
“Karl?”, fragte ich. Wollte gehen. 
“Karl?”, fragte ich, doch Karl war nicht hier, war irgendwo gefangen hinter leeren Augen, unter schütterem Haar, und suchte. 
“KW?”, fragte ich. Ein letztes Mal. 

Karl erwachte, kam zurück.
“Ich habe ein gutes Gefühl für das Ende.”, sagte Karl schließlich. 

“Was soll das heißen?”, fragte ich. Spürte eine leichte Neugier sich nähern. 
Karl schmunzelte. Ich trat einen Schritt zurück. 
Wir hatten vier Jahre lang zusammengearbeitet, und nie hatte KW geschmunzelt. Nie. 
Kannte jede Kalenderwoche der Welt, aber lächelte nicht, schmunzelte nicht. 
Schmunzelte jetzt.

“Zum Beispiel”, begann Karl. “weiß ich genau, wann eine Geschichte zu Ende sein sollte.”
“Was soll das heißen?”, wollte ich fragen. Doch fragte nicht. Hatte das schon gefragt. Fragte nicht. 
Fragte anders:
“Wann denn? Wann sollte eine Geschichte zu Ende sein?”

Karls Schmunzeln wurde breiter, wärmer.
“Jetzt.”, sagte er und ging. 
Ließ mich zurück.

“Was soll das heißen?”, rief ich ihm hinterher.
“Karl?”, rief ich. “Was soll das heißen?”
Nichts.
“KW?!?”, rief ich, so laut ich es vermochte.

Doch die Geschichte war bereits zu Ende.

In den Ästen

Ich war einer von denen. 

Treehugger, nannte man uns wohl, obwohl die deutsche Übersetzung reichlich falsch klang. „Baumumarmer“ hat zuviele Ums!, beschwerte ich mich manchmal: Ba-Um-Um-Armer. 

Und überhaupt: ich umarmte nicht. Nicht ausschließlich. Ich umbeinte auch. Und wenn ich konnte, umbauchte ich. Umkörperte! 

Und manchmal saß ich auf einem Baum und las. In einem Buch. Aus Papier. Und war mir der Absurdität bewusst: Toter Baum in meiner Hand. Lebendiger Baum um mich herum. 

Doch ich spürte die Verbindung, die Entbindung, löste mich von Ton und Be-Ton, gebar mich in raschelnde Stille und ungesagtes Wort.

Ich las. Fühle mich verflochten. Eins mit dem Baum um mich herum. 

Oder vielleicht sogar mehr als nur eins. 

Vielleicht zwei. 

Denn ich las ein Buch über Bäume. Über das geheime Leben der Bäume. Saß auf einem Ast und trank Geheimnisse.

Der eigentliche Baum ist unterirdisch, las ich, die Wurzeln sind das Gehirn. 

Ich versuchte zu folgen. Versuchte, mir das vorzustellen. Entsank dem Hier, dem Jetzt, tiefer in Welten aus Rinde, Stamm und Blättern. 

Fühlte mich umarmt von Ästen, umschlungen von Zweigen. 

Der Stamm des Baumes ist nicht der Baum, las ich, ist nur ein Teil von ihm. 

Ich nickte, streichelte die Äste unter, neben, über mir. War ebenfalls Teil. 

Der Baumstamm ist, las ich sodann, ein Ernährungsorgan.

Das ergibt Sinn, dachte ich noch und wollte weiterlesen, wollte tiefer in die Geheimnisse meiner Freunde eindringen. 

Doch ich vernahm ein Rascheln. Eines, das anders klang. Eichhörnchen, dachte ich, doch wusste, dass es kein Eichhörnchen war, wusste, wie ein Eichhörnchen klang. 

Die Zweige umschlangen mich fester. Das Rascheln gedieh.

Ein Specht?, hoffte ich, doch wusste es besser. Kein Specht dieser Welt klang derart … hungrig.

Ernährungsorgan!, verstand ich. 

Und die ganze Welt ward Baum.

Die Entscheidung

Ich war nie gut darin, mich zu entscheiden. Obwohl, wahrscheinlich doch. Mmh, weiß nicht, vielleicht eher nicht. Egal.

Was ich gut konnte, war: Listen zu kreieren. Lange Listen voller Abwägungen. Ich war also … listig.

Und modebewusst. Oder modeinteressiert. Oder zumindestens daran interessiert, gut auszusehen. Sinnvoll auszusehen. Auszusehen, als wüsste ich, was ich tat. 

Was nur selten der Fall war. 

Ich mochte es, Farben zu koordinieren, aufeinander abzustimmen, mochte es, mir eine Minute mehr zu nehmen, um zu prüfen, ob die beiden Grüns miteinander harmonierten, ob sich nicht heimlich gelbe Tupfer mit blauen Nuancen stritten, sich lautlos anschrien und am liebsten grummelnd aus dem Raum gestampft wären. 

Ich mochte es auszusehen, als hätte ich mein Leben im Griff. 

Hatte ich nicht.

Obwohl, hatte ich vielleicht doch.

Wer wusste das schon.

Was ich im Griff hatte: mein Äußeres. 

Was ich nicht im Griff hatte, war der Rest. 

Zum Beispiel, wenn ich mich entscheiden musste. Beziehungsweise, wenn ich mich entscheiden musste, weil die Entscheidung nicht offensichtlich war, jenseits von trivial: 

Nazis wählen oder jemanden anders? Fickt euch, Nazis, völlig klar. 

70 Cent bezahlen oder in die Autobahnraststätten-Büsche kacken? „Liebe Büsche, ihr müsst auf meinen hochwertigen Naturdünger verzichten!“, rufe ich, einen Sanifair-Gutschein schwenkend.

Ob ich heute Abend weggehen oder lieber mit Buch und Internet zu Hause bleiben wollte, war hingegen NICHT trivial. Es war ein Anderthalb-Seiten-Problem, schätzte ich. Anderthalb eng beschriebene A4-Seiten vollgestopft mit Pro- und Contra-Abwägungen. 

In Tabellenform:

Freunde vs Ruhe.

Ausschweifung vs Sparen. 

Genuss vs Genuss. 

Plus 11 eng beschriebene Zeilen, wie sehr es mich nervte, diese Entscheidung treffen zu müssen. 

Nudeln oder Pizza? Die Pro- und Contra-Liste umfasste eine Seite. Beziehungsweise eine Seite, sieben Zeilen.

Mit dem Rad oder dem Bus zur Arbeit? Fast drei Seiten.

Netflix oder Amazon Prime? Zweieinhalb. 

Listen über Listen, Pro und Contra, gegeneinander abgewägt. 

Die Listen waren natürlich dumm. 

Wäre die Entscheidung leicht, hätte ich sie bereits getroffen und bräuchte keine Liste. Doch die Entscheidung war uneindeutig, und der Vergleich von Für und Wider zeigte auf beiden Seiten stets eine erschreckend ähnliche Anzahl an Argumenten auf. 

Vierdreiviertel Seiten lang war die Liste über die Frage, ob ich stilles oder sprudliges Wasser bevorzugte – und die stille Fraktion kannte nur ein einziges Argument mehr als die blubberige. 

Nicht sehr überzeugend, dachte ich, und fing an, Argumente zu gewichten. Relevante Argumente mehrfach zu bewerten und alles neu zu berechnen.

Das Ergebnis war identisch. Eine Seite überwog, aber nicht überzeugend, und am Ende stand ich seufzend, mit zahlreichen Zetteln bewaffnet, am Anfang. 

Enttäuschend.

Die innere Diskussion um Flip Flops vs Sandalen führte ich schon seit siebzehn Tagen. In meinem Kopf, auf Papier, sogar digitale Ausschweifungen und Excel-Tabellen hatte ich bereits ins Leben gerufen. 

Meine bisherige Lösung war: keine. Ich blieb Zuhause, barfuß, kreiste unentschlossen um meine Flip Flops, um die Sandalen, herum. 

Der Name Sandale nervte mich. Denn ich trug sie auch außerhalb von Sand. 

Der Name Flip Flop nervte ebenfalls, denn bisher konnte mir niemand erklären, warum ein Fuß „Flip“, der andere „Flop“ geräuschte. 

Mode war wichtig, Style war wichtig, Eleganz sowieso. Wenn ich das Haus verließ, dann nur mit dem Gefühl, mich angemessen, vorteilhaft, attraktiv, ja selbst-bestärkend, gekleidet zu haben. 

Flip Flops oder Sandalen – keine einfache Entscheidung.

Ich könnte jetzt die Liste verlesen, drei Seiten, vier Zeilen, Pros und Cons vor euren Ohren abwägen, euch meinen Gedankengängen folgen lassen, ja: euch einbeziehen, in euch dieselbe Frage, dieselbe Unentschlossenheit erwecken, vielleicht sogar den Drang, selber eine solche Liste zu erstellen, analog, digital, irgendwie, eure eigene Perspektive auf die Frage “Flip Flops vs Sandalen” zu kleben, und dieses, mein Problem, zu eurem zu machen. 

Doch ich lasse es, lasse euch an der Pforte meines Geistes stehen, verschone euch.

Denn eines ist klar: es gibt keinen Weg zurück. 

Einmal unentschieden, immer unentschieden. 

Oder fast immer. 

Wer wusste das schon.

Und so stand ich im Flur, vor zwei Paar Schuhen, vollkommen bekleidet, ausgehfertig seit Tagen, doch unentschlossen, unsicher, musternd: 

Zwei Paar Schuhe mit unstreitbar ähnlich hohem Level an Ästhetik und optischem Wohlgefallen, Flip Flops und Sandalen, zwei Paare, die mir ans Herz – und an die Füße – gewachsen waren, zwei Paare, die ich liebte wie eigene Kinder, ja mehr noch: wie eigene Flip Flops, zwei Paare, die mir so viel Freude brachten, mein Herz wärmten, meine Seele küssten – und doch zugleich brachen, mich zerfetzten, mich dem Irrsinn anheim fielen ließen. 

Wer konnte angesichts dieser Pracht eine Entscheidung treffen, wer wäre angesichts einer Liste, zwei Seiten, drei Zeilen, aus Pros und Contras, nicht verliebt, nicht verloren im augenverschleierndem Gleißen, das dieses Schuhwerk nun einmal war: Flip Flops und Sandalen?

Ich fühlte mich wie der mythische Paris, von Schönheit und Jugend strotzend, vor den Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite stehend, vor Sandale, Flip und Flop, einen vernichtenden Urteils-Apfel in der Hand.

Wie eine liebende Mutter von Zwillingen, gezwungen, das eine eine in glitzernde Paläste zu führen, das andere eine am gossigsten Straßenrand auszusetzen.

Wie ein … 

Mir wurde schwindlig. Mein Atem versagte sich mir, Schleier zogen vor meine Augen. Mit letzter Geste, der Ohnmacht nahe, griff ich zur Klinke, öffnete die Tür, ließ frisches Außen in das verwirbelte Innen. 

Ich atmete auf, löste meine Blicke, fort von Flip Flops, fort von Sandalen, fort von meiner unseligen Liste, drei Seiten, vier Zeilen – nach draußen: 

Ein eisiger Windhauch wehte herein.

Es hatte geschneit.

Tanzen

Am Sonntag, 02.06. 2024, lese ich wieder im Celtic Cottage in Berlin-Steglitz. Schließlich gehöre ich zu EEASY READER, der besten Lesebühne im Berliner Südwesten.
Diese kleine Geschichte war eigentlich dafür gedacht, dort gelesen zu werden. Aber dann meinte sie: Nö, lieber nicht. Lies mal was anderes!
Also müsst ihr sie jetzt selber lesen. Und am Sonntag anderen zauberhaften Geschichten lauschen.

Eines Tages begegnete ich einem Fuchs.

„Hallo Fuchs.“, sagte ich vorsichtig, denn man wusste ja nie. 

Der Fuchs nickte mir zu, musterte mich. 

Ich versuchte, so harmlos wie möglich auszusehen. 

Und gleichzeitig, stark, unbezwingbar, ein Fels aus Kraft und Liebe.

„Ich habe eine Ess-Störung.“, sagte der Fuchs leise. Traurig, vielleicht.

„Okay…“, sagte ich, verwundert über die Offenheit.  „Das …  das macht doch nichts.“

Als hätte ich nichts gesagt, redete der Fuchs weiter. 

„Wollen wir tanzen?“, fragte er. 

Tanzen? War das ein Trick? Machte sich der Fuchs gar über mich lustig?

Denn jeder hier wusste: Ich wollte immer tanzen. Immer!

Ich nickte. Versuchte, nicht allzu euphorisch zu wirken. 

Doch ich spürte meine Augen funkeln, fühlte die Unruhe in meinen Gliedmaßen wachsen. Ich wollte tanzen.

„Okay.“, sagte ich, doch der Fuchs war verschwunden. 

„Fuchs?“, wollte ich fragen, doch er war bereits zurück. Mit einem merkwürdigen Gerät im Mund. 

Und mehreren Blättern. 

Buntpapier.

„Fuchs?“, wollte ich wieder fragen, doch meine Stimme versagte. 

Der Fuchs setzte das Gerät ab, legte ein gelbes Blatt Papier ein und drückte einmal fest auf das Metall. Ein Geräusch später hatte das Papier ein Loch. Ein herzförmiges Loch. 

„Stanzen?“, fragte ich nun, und der Fuchs nickte.

„Ich habe eine S-Störung.“, sagte er und lächelte.

Humpeln

Diese zauberhafte Geschichte ist fast neu. Tatsächlich durften zauberhafte Ohren sie bereits erlauschen, als ich zusammen mit der Lesebühne EEASY READER wie jeden 1. Sonntag im Monat am 05.05. im Celtic Cottage in Berlin-Steglitz auftrat. Am 02.06. findet die nächste Begegnung statt – inklusive neuer Geschichten.

Ich humpelte. 

Ich hatte das Humpeln eben erst bemerkt, und es schien noch nicht lange Teil meines Lebens zu sein. Denn nun humpelte ich. Aber das war egal.

Erst vor kurzem hatten meine Gliedmaßen angefangen mit mir zu reden. Wenn meine linke Hand fror, schien sie zu Wörter zu formulieren, schien “Ich friere!” zu sagen und erst wieder Ruhe zu geben, wenn ich sie in die Tasche steckte oder einen Handschuh anzog. Manchmal schwieg die Hand selbst dann noch nicht, redete weiter, und ich war froh, dass ein bisschen Stoff die Stimme dämpfte.

Im direkten Vergleich dazu war das Humpeln kaum noch erwähnenswert. Ich mochte es nicht, wenn meine Gliedmaßen redeten. Humpeln hingegen war so mittel-okay.

Ich humpelte die Straße entlang, gemütlich, brauchte mich nicht zu hetzen, meine ungleich laufenden Füße nicht anzutreiben, konnte einen wackligen Schritt vor den anderen setzen.

Mein rechter Fuß behauptete, er friere, doch ich ignorierte ihn.

Ich ließ meine Blicke wandern, erfreute mich an zufrieden gurrenden Tauben und den Frühlingsgrüßen an den Zweigen der Büsche. Knospen sah ich, die Blüten werden wollten, oder Blätter. Zartes Grün zwischen dem grauen Braun karger Zweige. 

Und einen Schuh.

Einen Hausschuh, um genau zu sein.

Keinen Flipflop oder Badelatsch. 

Keine Sandale, keinen Schlappen. 

Kein Croc, kein Birkenstock.

Nein, einen richtigen Hausschuh, einen klassischen Hausschuh, einen, in den man mühevoll hineinkriechen musste, der auch die Ferse ummantelte, den gesamten Fuß umkränzte und nie wieder losließ. 

Ein Hausschuh aus festem Filz mit harter, unnachgiebiger Sohle und einem Karomuster, das in keiner Gegenwart jemals modern oder nur ansehnlich gewesen war. 

Ein Hausschuh, für die Ewigkeit gemacht.

Nun lag er hier, im Gebüsch, das nur Ast und Zweig war, das noch Gebüsch werden wollte, von sehnsüchtig erwartetem Blattwerk unzureichend verborgen. Er lag hier und sah alt aus, verlassen, aus der Zeit gefallen. Nein, nicht alt, altmodisch. Auf die unangenehme Weise. 

Wie ein abgewickeltes Kassettenband im Rinnsteig. 

Wie ein rostiges Jungpionierabzeichen auf dem Dachboden. 

Wie ein hässliches Stück gestern.

Ich stand hier und schaute den Hausschuh an. Wunderte mich: 

“Wer würde denn so ein mode-fernes, großelterliches Karomuster mögen?”, fragte ich ins Nichts.

“Wer würde sich denn heutzutage so einen antiquierten Hausschuh anziehen?”

“Ich nicht!”, sagte mein nackter, rechter Fuß stolz.

“Ich schon!”, kicherte mein linker Fuß, doch ich konnte ihn unter dem festen Filz kaum hören.

Schulterzuckend humpelte ich weiter.

Straßenrand

Dieser Text hat ebenfalls bereits die freundlichen Augen gespannt lauschender Zuhörer berührt, war Teil eines Auftritts der Lesebühne EEASY READER in Berlin-Steglitz. Jeden ersten Sonntag im Monat lesen wir dort, das nächste Mal also am 05.05.24 um 16 Uhr. Du bist herzlich willkommen.
Nun aber soll diese Geschichte erst einmal deine Augen streicheln. Viel Vergnügen.

Der alte Mann stand an der Straße und wartete. Er trug einen karierten Schal, einen dicken, ausgebeulten Wintermantel und eine schwarze Cordhose, die ihn zu verschlingen schien. 

Er wartete. 

Manchmal glitt sein Blick auf die Straße, in die Ferne, aus der sich ein Auto schälte und unbeeindruckt an ihm vorbeifuhr. Der alte Mann wartete. 

Hin und wieder schob er seinen Mantelärmel ein Stück nach oben, entblößte eine schwere Armbanduhr und schenkte auch ihr einen Blick. Es war 12.15 Uhr, und der alte Mann wartete. 

Ich hielt es nicht länger aus, ging zu ihm hin. 

“Entschuldigung, warum stehen Sie hier?”, fragte ich. Einfach so.

Der alte Mann musterte mich neugierig. Lächelte. 

“Das hier ist eine Bushaltestelle.”, antwortete er, und sein Tonfall klang, als würde das alles erklären. 

Doch es erklärte nichts. 

Es erklärte nicht, warum er hier stand, an einer unbelebten Straße am Stadtrand, in einem unbelebten Viertel einer unbeliebten Stadt. Hier, wo bestimmt kein Bus vorbeifuhr, geschweige denn: anhielt. Hier, wo auf keinen Fall eine Bushaltestelle war.

Es erklärte nichts, doch ich hatte verstanden, fühlte mich willkommen. Stellte mich zu ihm an die Bushaltestelle.

Der alte Mann lächelte mich an, schob den Ärmel nach oben, schaute erneut auf die Uhr. 

“Es ist Zeit.”, sagte er, kramte in seiner ausgebeulten Manteltasche und holte ein Spielzeugauto hervor. Einen Spielzeugbus, um genau zu sein. 

Der alte Mann hielt ihn fest in seinen Händen.

“Das hier ist eine Bus-Haltestelle.”, sagte er.

Ich nickte verständnisvoll und begann zu warten

Talisman

Auch diese zauberhafte Geschichte wurde bereits vor begeisterten Publikum vorgetragen. Wenn ihr also live erleben wollt, wie ich Geschichten wie diese vorlese, dann seid ihr herzlich eingeladen: die Lesebühne EEASY READER liest jeden 1. Sonntag im Monat im Celtic Cottage in Berlin-Steglitz. Kommt vorbei und lasst euch knuddeln.

Ich hatte schon immer einen guten Riecher für Talismane. Kleine Dinge, deren Bedeutung sich nur mir offenbarte. Sonderbare Habseligkeiten, die meine Jackentaschen, Hosentaschen, Rucksacktaschen, bevölkerten, und mir Glück brachten, zuweilen Wärme, immer jedoch: ein Lächeln auf die Lippen zauberten. 

Kastanien zum Beispiel, Handschmeichler in wohligstem Braun: 

Sobald der Herbst mich grüßte, sobald die allererste Kastanie in stachligem Schalengewand meinen Pfad kreuzte, hob ich sie auf, befreite sie von ihrem Kleid und schenkte ihr den Ehrenplatz meiner rechten Jackentasche. Dort, wo meine Ruhe suchende Hand Ruhe fand. Einen zarten Schimmer Pracht. Ein kleines Glück.

Doch es blieb nicht bei Kastanien. Meine Talismane wurden größer, bunter und absurder; kleiner, fremder, gelber. Vier Monate lang trug ich einen verbeulten Briefkastenschlitzdeckel mit mir herum, ließ ihn mir sein Glück schenken.

Und ich hatte Glück; denn schon bald fand ich den nächsten Talisman: einen zerknitterten 10-Euro-Schein; den übernächsten: eine keimende Kartoffel (vorwiegend festkochend); und den danach: eine baumwollene Tragetasche ohne Henkel. 

So viel Glück kann man doch gar nicht haben, dachte ich manchmal, hob den nächsten Talisman auf und trug ihn mit mir herum. Tage, Wochen, manchmal Sekunden nur. Doch immer voller Stolz, angefüllt mit neuer Kraft. 

Mein aktueller Talisman war etwas größer als gewohnt, etwas schwerer, und anfangs hatte ich ihn kaum heben, geschweige denn: tragen, können. Doch ich übte mich, hob, trug, erst millimeterweise, dann mehr und mehr, und schließlich noch mehr, viel, viel mehr. 

Seit anderthalb Monaten war der Talisman nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken. Er war überall dabei: Beim Einkaufen, beim Eislaufen, beim wilden Herumlungern unweit der Stadtteilbibliothek, bei der Altglasentsorgung, auf Arbeit, daheim, überall.

Er war groß. Klobig. Viel zu schwer. Und doch war er dabei. 

Freunde hatten sich beschwert, Kollegen mir augenrollende Blicke zugeworfen. Und doch war er dabei. 

Selbst jetzt war er dabei, mein Talisman: Im Zug, im ICE, auf dem Weg nach Königs Wusterhausen. Ich hatte ihm einen eigenen Sitzplatz gebucht, 46B, neben mir, an meiner rechten Seite. 

“Der Zug endet in Frankfurt vorzeitig.“, hallte die Ansage durch den Wagon. “Wir bitten alle Fahrgäste, in Frankfurt auszusteigen.” 

Die Fahrgäste waren verwirrt. Ich war verwirrt. Mein Talisman blieb ruhig. 

Der Lautsprecher gab keine Gründe bekannt. Wiederholte seine Ansage, kurz bevor wir in den Bahnhof einfuhren. Kurz bevor alle Fahrgäste ihre Plätze aufgegeben und den Zug verlassen hatten.

Und mich zurückließen. Auf meinem Platz. Direkt neben meinem riesigen Talisman.

Unwissend, was ich nun tun würde. Wohin ich nun gehen könnte. Wie ich nun nach Hause kam. 

“Steigen Sie bitte aus.”, sagte der Bahnbegleiter freundlich. “Und vergessen Sie nicht ihr …” 

“Ihren Talisman.”, ergänzte ich leise. 

Der Bahnbegleiter schaute mich an. Schaute meinen Talisman an. 

“Vergessen Sie nicht ihr … Motorrad.”, sagte er sanft und zeigte auf meinen Talisman.

“Ihren Talis…”, wollte ich korrigieren. Stutzte. Sah das Motorrad neben mir. Brachte es nach draußen. 

Stieg auf und fuhr davon. 

Routine

Diese kleine Geschichte las ich bereits vor. Live, vor Publikum.
Denn jeden 1. Sonntag im Monat trete ich zusammen mit den anderen Mitgliedern der Lesebühne EEASY READER im Celtic Cottage in Berlin-Steglitz auf und lese meinen Kram vor. Ihr dürft gerne beim nächsten (und übernächsten und überüber…) Mal dabei sein und lauschen, applaudieren und leckere Getränke konsumieren.

Wecker. Duschen. Anziehen. Frühstück. Zähneputzen.

Zahnpastaflecken. 

Nochmal Umziehen. Schuhe, Jacke, Tasche, los. 

Der Weg war immer der gleiche. 

Die Uhrzeit war immer die gleiche. 

Die Dame mit dem flauschigen, pinkelnden Hund an der Straßenecke war immer die gleiche.

Routine. 

Ich konnte die Strecke zur U-Bahn mit verbundenen Augen laufen, im Traum entlangtanzen, kannte jeden Baum und jede fehlende Bodenplatte. 

Routine. 

Ich hatte sieben Minuten bis zur Abfahrt der Bahn, der Fußweg würde viereinhalb Minuten dauern. Fünf, wenn die Ampel rot war. 

Die Bahn fuhr siebzehn Minuten. Neun Minuten später würde ich bereits die Bürotür öffnen.

Ich lag gut in der Zeit.

Routine. 

Meine Schritte lenkten sich selbst, wichen Wurzeln aus, balancierten auf Rasenkanten, um wertvolle Sekunden zu gewinnen. 

Meine Gedanken eilten voraus, planten die Route, antizipierten Hindernisse, schweiften ab.

Da begegnete ich dem Wal. 

Es war ein Blauwal, da war ich mir sicher. Und er war riesig, fast monströs und beeindruckend schön. Ich hatte noch nie einen Wal gesehen, und nun, da er sich vor mir befand, konnte ich kaum begreifen, was ich sah: Einen Wal, einen echten Wal, mit blaugrauem, zerfurchten Leib, einem wissendem, mir zugewandtem Auge und einem enormen Maul, das mir plötzlich viel zu nah vorkam. 

Der Wal war riesig.

„Du hast dich verlaufen.“, sagte der Wal – und mit überraschender Eleganz drehte er sich um und schwamm durch das kalte, klare Meereswasser davon.

„Was meinst du mit ‚verlaufen‘?“, wollte ich fragen.

Doch aus meinem Mund kamen nur Luftblasen.

Der Busch

Ich war in Eile. Wie immer.

Wie immer hastete ich die Straße entlang, der Haltestelle entgegen, vorbei an parkenden Autos, an Gassi gehenden Hunden, an Bäumen und Schildern, die Welt ausgeblendet, auf mein Ziel fokussiert. 

Ich war bereits zu spät, wie immer. 

Meine Schrittlänge wuchs, mein Atem wurde lauter. Ich bog um die Ecke – und hörte den Busch. 

Es war ein dicker Busch, ein buschiger Busch, ein Busch, so satt und mächtig, dass ich nicht anders konnte als hinzusehen. Zu staunen. Und zu lauschen.

Denn der Busch war laut. 

Hunderte Spatzen wohnten zwischen Zweigen und Blättern und redeten, tschilpten, piepsten wild durcheinander. Es war ein wahres Getöse. 

Der Busch war laut. 

Von den Spatzen jedoch fehlte jede Spur. Irgendwo im Inneren des runden Gewächses verborgen hüpften und piepsten sie. Ich sah Zweige wackeln, Blätter sich bewegen, und manchmal glaubte ich, ein graues Flügelchen, einen winzigen Tupfer Orange, wahrzunehmen. 

Doch der Busch war laut.

Der Busch war laut, und mit jedem Schritt, den ich näher kam, wurde er lauter. 

Das müssen Hunderte Spatzen sein, dachte ich, und meine Eile trug mich näher und näher. Mehr und mehr piepsender Lärm drang in meine Ohren, stach in meinen Schädel.

Was für ein Krach!, dachte ich und blieb stehen. 

Hielt inne. 

Ließ Eile Eile sein. 

War zu spät – und lauschte. 

Es war ein wildes Pieps-Durcheinander, ein akustisches Blitzlichtgewitter, ohne Höhen und Tiefen, ohne Pausen und Stillen, ohne Sinn und Struktur. 

Doch halt! Je länger ich lauschte, je länger ich neben dem Busch stand und das Piepsen in mir aufnahm, desto mehr Formen erkannte ich, Muster, Wiederholungen. Waren das Sätze? Fragen? Wünsche?

Redeten die Spatzen miteinander, tauschten sie sich aus, teilten sie Geschichten und Gedanken?

Oder redeten sie gar mit MIR?

Das wilde Durcheinander formte sich, tausend Piepser blieben tausend Piepser und wurden dennoch eins: EIN Pfad, EINE Richtung, EIN Muster. 

Eine Stimme:

“Lauf weiter.”, sagte die Stimme mit Nachdruck. 

“Du kommst zu spät.”

Ich nickte, ließ den Busch zurück, ließ die Spatzen zurück – und hastete davon.

Drei Elefanten

Diese kleine Geschichte entstand als Gute-Nacht-Geschichte. Ich kann mir durchaus vorstellen, sie eines Tages um kinderbuchige Illustrationen zu bereichern.

Eines Tages beschlossen drei Elefanten, spazieren zu gehen: 

Ein großer Elefant, groß wie ein Baum.

Ein mittelgroßer Elefant, so mittelgroß wie ein Busch.

Und ein kleiner Elefant, kleiner noch als ein kleines Blatt. 

Die drei Elefanten gingen spazieren. Da begegneten sie einem Fuchs. Der kleine Elefant versteckte sich ängstlich hinter dem großen Elefanten.

“Aha.”, sagte der Fuchs. “Zwei Elefanten gehen spazieren.”

“Wir sind aber drei Elefanten!”, sagte der große Elefant verärgert. Sofort spazierten die drei Elefanten weiter.

Da begegneten sie einem Tiger. Der kleine Elefant versteckte sich ängstlich hinter dem mittelgroßen Elefanten.

“Aha.”, sagte der Tiger. “Zwei Elefanten gehen spazieren.”

“Wir sind aber drei Elefanten!”, verbesserte der mittelgroße Elefant verärgert. Sofort spazierten die drei Elefanten weiter.

Da begegneten sie einem Bären. 

Der kleine Elefant sprang nach vorn, und biss dem Bären in den Po. 

“Aha.”, sagte der Bär. “Drei Elefanten gehen spazieren.”

Und alle freuten sich. 

Der Bär freute sich, weil er so gut gezählt hatte.

Der große Elefant freute sich, weil der Bär so gut gezählt hatte.

Der mittelgroße Elefant freute sich, weil der Bär so gut gezählt hatte.

Und der kleine Elefant freute sich, weil er dem Bären in den Po gebissen hatte.