Heute begegnete ich einem Hasen. Einem richtigen Hasen.
Einem Hasen, der eindeutig ein richtiger Hase war: Mit langen Ohren und flauschigem Schwänzchen.
Ein Hase.
Süß war er, der Hase, schnupperte neugierig und richtete seine filigranen Barthaare in den Wind.
„Quak.“, machte er.
„Kein Hase.“, dachte ich und stellte fest: „Ein Frosch.“
Doch ich war mir nicht sicher. Der Frosch sah sehr hasig aus.
Die Vorderpfoten erweckten den Eindruck, als könnten sie Glück bringen, und unter dem Näschen blitzten kräftige Zähne hervor.
„Quak.“, machte der Hase. Und hüpfte.
Das Hüpfen sah hasig aus. Obwohl: So genau kannte ich mich nicht aus. Wenn ich es mir recht überlegte, konnte das auch ein Froschhüpfer gewesen sein.
„Quak.“, machte der Frosch, der Hase, und hüpfte erneut.
Weit und breit war kein See zu sehen.
Und doch begann ich, dem Frosch zu glauben. Dem Hasen zu glauben. Dass er ein Frosch war. Kein Hase.
‚Da hilft nur eins.‘, dachte ich, und bevor ich es mir anders überlegen konnte, bevor der Frosch es sich anders überlegen konnte, bevor der Hase es sich anders überlegen konnte, hatte ich den Frosch geschnappt – und leckte an seinem weichen Fell.
„Mmh.“, mmhte ich prüfend und entfernte ein paar Haare von meiner Zunge.
„Mmh.“, mmhte ich noch einmal und setzte den Frosch ins Gras.
„Schmeckt eindeutig nach Frosch!“, stellte ich fest.
War mir nun sicher.
Sehr sicher.
Der Frosch quakte noch einmal, dann hoppelte er in den Wald.