Spiegel, Gorillaz und Seufzer

Während ich lese, höre ich Musik.

Während ich also in den neuesten Artikeln von SpOn blättere, ertönt Musik aus meinen Boxen. Die Quelle der wahrlich guten Klänge ist der Rechner, die Dateien sind legal erworben. Ich habe ein Recht darauf, ihnen zu lauschen.

Die Werbung auf SpOn hat mich schon immer etwas gestört, ogleich ich durchaus gewisse Bereitschaft zeigte, die Anzeigen zugunsten eines kostenlosen Angebots zu akzeptieren.

Wenn jedoch die Werbeanimation fröhlich vor sich hin flackerte, meine Blicke vom statischen Text ablenke und jegliche Konzentration raubte, war ich geneigt, mich aufzuregen.

Wenn dann noch durch Werbung Teile des Seitenlayouts verdeckt, überlagert, wurden, so daß die Funktionseinschränkung das Lesen erschwerte, zweifelte ich allmählich an SpOn und seinen Werbeträgern.

Der neueste Clou ist die iPod-Werbung. Sie mag durchaus einigermaßen ästhetische sein, doch stört gewaltig. Vor zahllosen Artikeln befindet sich nämlich die iPod-Flash-Animation, der eine eigentlich raffinierte Eigenschaft innewohnt:
Bewegte man die Maus über die Werbefläche, ertönt ein Song-Sample des neuesten iPod-Werbehits. Nimmt man den Mauszeiger wieder von Fläche herunter, schweigt die Musik. Ein simples Konzept, das funktionieren könnte, ohne zu stören.

Doch es stört. Während ich nämlich mp3-Dateien von meiner Festplatte abspielen lasse, wird im Hintergrund die Werbung gestartet. Vielleicht fahre ich versehentlich mit der Maus über die Anzeigenfläche, starte die Hintergrundmusik.
Doch diese erschallt nicht, wartet heimtückisch, bis das aktuelle Lied meines mp3-Players sein Ende findet und beginnt dann mit seiner Endlosschleife.

Denn leider ist nun die MouseOver-Funktion invertiert. Bewege ich den Mauszeiger auf die Fläche, stoppt die Musik, bewege ich sie wieder herunter, geht sie weiter.

Jedoch kann ich nicht die ganze Zeit den Mauszeiger auf einer Stelle verharren lassen, wenn ich doch den gesamten Artikel lesen möchte. Auch bin ich nicht bereit, die Gorillaz über mich ergehen zu lassen, wenn ich gute Musik hören könnte.

Ich rege mich auf, leise nur. Doch allmählich komme ich zu dem Entschluß, daß ich mich an anderer Stelle über die weltweiten Neuigkeiten informieren sollte.

Mit einem Seufzer schalte ich die Boxen stumm, lese ich den Artikel zu Ende, schließe die SpOn-Seite und drehe meine Musik wieder auf.

Bahnbrechende Erkenntnis

Die Kinderlieder „Mein Hut, der hat drei Ecken“

Mein Hut, der hat drei Ecken,
drei Ecken hat mein Hut.
Und hätt‘ er nicht drei Ecken,
so wär‘ er nicht mein Hut!

und „Ein Mops kam in die Küche“

Ein Mops kam in die Küche
und stahl dem Koch ein Ei,
da nahm der Koch den Löffel
und schlug den Mops entzwei.

Da kamen viele Möpse
und gruben ihm ein Grab.
Und setzten ihm ein`Grabstein,
worauf geschrieben stand:

Ein Mops kam in die Küche…

haben dieselbe Melodie.

Zufallsbloggen

Eine äußerst alberne Idee, die ich bei stackenblochen entdeckte und natürlich sofort aufgreifen mußte, war folgende:

1. Schnapp Dir das nächst greifbare Buch.
2. Blättere zu Seite 23.
3. Finde den 5. Satz.
4. Poste den 5. Satz und setze diese Anleitung davor.

Man beachte die Zahlen 23 und 5, die mich vollends von dieser Kasperei überzeugt hätten – wäre ich nicht schon längst begeistert auf der Suche nach ebenjenem Satz gewesen:

„Aber natürlich, so setzte Owen Meany mir auseinander, war ich erst elf, als sie starb, und meine Mutter erst dreißig; wahrscheinlich hatte sie gedacht, sie hätte noch eien Menge Zeit, um mir diese Geschichte zu erzählen.“

[aus: John Irving – „Owen Meany“]

Mogelnde Forscher

Eine US-Studie will herausgefunden haben, daß jeder dritte Forscher mogelt.

Die Erklärung dafür ziehe ich ohne Zögern aus meinem inexistenten Hut. Menschen, insbesondere Forscher, neigen dazu, gegebene Umstände prinzipiell irgendwelchen Gesetzmäßigkeiten unterordnen zu wollen. Zuweilen sorgt äußerer Druck dafür, manchmal wird aus eigenem Entschluß agiert.

Typisch jedoch ist, daß trotz ausführlicher Fehlerauswertungen nicht alle Ergebnisse in das nachzuweisende Gesetz hineinpassen. Dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Schuld bei dem „Ausreißer“ zu suchen, ihn zu ignorieren bzw mit fadenscheinigen Ausreden für nichtig zu erklären. Oder ihn zu akzeptieren und der Gesetzmäßigkeit diverse, besondere Bedingungen beizuordnen, die letztendlich darauf hinauslaufen, daß ein korrektes Ergebnis unter realexistierenden Bedingungen nicht erreichbar ist [Man betrachte nur die Physik, wo die Existenz diverser Gesetzmäßigkeiten die Vernachlässigung möglichst vieler nichtidealer Begleitumstände voraussetzt.].

Forschungen können nur betrieben werden, wenn auf ein Ziel hingearbeitet wird. Einfach in den leeren Raum hineinzuforschen, kann sich niemand leisten. Doch das ergebnisorientierte Denken zieht mit sich, daß ein unerwartetes Ergebnis nicht als zulässig erachtet werden kann – und demensprechend behandelt werden muß.

Fraglich jedoch bleibt eines: Wieso soll man einem Forschungsergebnis Glauben schenken, das beweist, daß man Forschungsergebnissen keinen Glauben schenken sollte?

Höchstens 200

„Die Aufgabe
Schreibt uns eine Science-Fiction-Kurzgeschichte, die im Jahr 2015 angesiedelt ist – in 200 Wörtern! Egal, ob Romanze, Thriller, Reisebericht oder Uni-Anekdote – in der Zukunft ist alles möglich!“

So lautet ein Wettbewerbsaufruf [Und ein Aufruf ist es tatsächlich: Man beachte die Interpunktion.] der Zeitschrift UNICUM.
Allein der zitierte Textausschnitt beinhaltet 30 Wörter und verdeutlicht eines: Es ist nahezu unmöglich, die Handlung eines sich in der Zukunft abspielenden Thrillers/Reiseberichts/… zu entwickeln, wenn man sich auf lächerliche 200 Wörter zu beschränken hat – insbesondere wenn man [wie ich] dazu neigt, Details zu erwähnen, synonymartige Aufzählungen benutzen und zuweilen Satzfragmente [unnötig] zu verschnörkeln.

Tatsächlich begann ich bereits, mir Gedanken und Notizen zu einem möglichen Handlungsverlauf zu machen, als ich mich der Wortbeschränkung besann. Ich muß zugeben, schon meine Stichpunkte umfaßten laut Winword-interner Zählung 112 Worte.
Wäre ich so frei, die Stichpunkte zu Sätzen zu wandeln, überträfe ich die vorgegebene 200 mit Leichtigkeit.

Eine zusätzliche Schwierigkeit bildet die Forderung, die Handlung im Jahr 2105 abspielen lassen zu wollen. Allein die Einführung einer – in der Gegenwart unbekannten – Technik würde einen bedeutsamen Teil des Gesamtwortvorrats rauben.
Doch verzichtet man auf derartiges, endet man in unverständlichem Gefasel – oder in einer Geschichte, die ebenso heute oder gestern hätte spielen können.

Ich bestreite nicht, daß es vorbildhaft-gute Kurzgeschichten geben mag, die nur 200 Wörter umfassen, doch bilden diese die erwähnenswerte Ausnahme – und sind mit Wortbeschränkungszwängen sicherlich nicht einfach zu überbieten.

Was mir also verbleibt, ist, entweder mich und mein Schreiben zu verstümmeln, fragend bei den Urhebern nachzuhaken oder meinen Teilnahmewunsch auf Null zu reduzieren.

Vielleicht renne ich aber auch laut fluchend durch den WG-Korridor und zähle die Schimpfworte, die meinem Mund entweichen. Mehr als 200 sollten es allerdings wirklich nicht sein…

P.S.: Dieser Text umfaßt – inklusive der Überschrift und des Postskriptums – 303 Wörter.

Eine Bitte & ein Statusbericht

Obgleich sicherlich zu vermuten ist, daß es zu nerven beginnt, möchte ich noch einmal flehentlich darum ersuchen, den lustigen Opera-Button

[auch unten rechts auf der Seite befindlich]
immer wieder mit fröhlichen Klicks zu versehen, um mir einen klitzekleinen Gefallen zu tun.

Der aktuelle Status liegt übrigens bei exakt
204 Klicks,
was bedeutet, daß es nur noch 46 weiterer bedarf…

Nochmals Tausend Dank.

Saturn-Sichtungen

In der ortseigenen Saturn-Filiale boten sich mir zwei Angebote dar, die ein wenig befremdlich.

In der Abteilung „Totale Coole Zubehör-Teile Für Deinen Personal Computer“ fand sich unter „Krass-Geniale-PC-Modding-Features“ ein äußerst kreativ gestalteter CPU-Kühler, dessen Oberfläche mit allerhand stilisierten Flammen versehen worden war. Was ich davon halten sollte, war mir nicht klar.

Noch weniger verstand ich jedoch, was ich in der DVD-Abteilung in dem Ab18-Supersonderangebot-Bereich entdeckte. [Dieser Bereich wurde übrigens so angeordnet, daß nahezu jeder, der sich kaufbare CDs oder DVDs betrachten möchte, daran vorbeizugehen hat – dementsprechend bei entsprechend jugendlichen Bevölkerungsgruppen zuweilen für erhöhtes Interesse an den Saturn-Produkten sorgt.]

Denn für nur 9,99 Euro konnte man eine Schwarz-Weiß-Anti-Kriegs-Dokumentations-DVD mit dem Titel So war der deutsche Landser – Helden oder Schlachtopfer“ erwerben, die merkwürdigerweise mit dem Aufkleber „FUN PRICE“ versehen wurde…