MiSt- Kunstmuseum Stuttgart

Raus, war es, was ich wollte. Kultur, um genau zu sein.

Ich war gerade frisch nach Stuttgart gezogen und hatte noch nicht viel gesehen von der Welt, die mich nun umgeben würde. Sicherlich: Die Königsstaße hatte ich bereits bevölkert und sowohl das Schloss betrachtet, als auch diverse Geschäfte heimgesucht. Sogar mit dem Wald in direkter Nähe zu meiner neuen Wohnung hatte ich bereits Bekanntschaft gemacht.

Doch das war es bereits, und ich hatte guten Grund, mich mehr wie ein Tourist als wie ein nun hier Wohnender zu fühlen. Guten Grund, um mein Unwissen der Neugierde auszuliefern, die mich in der Fremde stets befällt. Ein Ziel musste her, ein hochwertiges. Ein Ziel, das dem Touristengefühl frönte und zugleich nicht nur für Auswärtige aufgestellte Beschau-Attrappe war, ein Ziel, das mich aus meiner Wohnung und den zwar abnehmenden, aber trotzdem noch immer existenten Umzugskistenstapeln befreien und meiner neuen Heimat näherbringen würde.

Ich fragte wikipedia nach Stuttgarter Besehenswertem, fand die Erwähnung eines Kunstmuseums und in diesem die Ausstellung „Drei. Das Triptychon in der Moderne„, die noch bis zum 14.6. laufen würde. Ich gebe zu, dass dieser Titel mich nicht sonderlich fesselte, mich schon nicht sonderlich interessiert hatte, als er mir irgendwann zuvor auf einem Plakat begegnet war. Dennoch war der Gedanke, bildlicher Kunst frönen und gleichzeitig eine Stuttgarter Sehenswürdigkeit kennenlernen zu können, einer, der mich begeisterte.

Das Kunstmuseum ist so unübersehbar, dass ich es schaffte, in der vergangenheit bereits mehrmals unwissend daran vorbeigegangen zu sein – und es auch diesem Tag ohne mein Ziel zu finden zu passieren. Das war nicht unlogisch. Zwar befindet sich das Gebäude direkt an der Königsstraße, direkt am Schlossplatz, ist neu und allein aufgrund seiner Würfelform und seiner gläsernen Außenwand auffällig genug, um einheimische und touristische, möglicherweise kritische Blicke auf sich zu ziehen – doch ist es auch mit einem Café bestückt, dessen Ausläufer sich selbst bei wintersten Temperaturen ins Freie, auf die Königsstraße wagten und mich von der Existenz eines Museums ablenkten.

Letztlich begriff ich doch, ging am Café vorbei in Richtung Kasse, entdeckte dann die Garderobe, entledigte mich – so weit ich mich erinnere, kostenlos – meiner Frostschutzkleidung, bezahlte dann die zehn Euro Eintritt, welche allerdings auch für die ständige Ausstellung moderner Kunst galten, und erhielt neben einer Eintrittskarte einen winzigen Aufkleber, der mit dem Wort „Kunst“ bedruckt war. Nette Idee, dachte ich vergnügt, doch stellte alsbald fest, dass diesem Aufkleber eine Funktion innewohnte: Man klebte ihn auf den eigenen Leib, um sich somit als Ausstellungsbesucher zu kennzeichnen und den herumstehenden musealen Fachkräften die unsympathische Eintrittskartenkontrollierarbeit abzunehmen.

Das Erdgeschoss und die dortige Dauerausstellung ignorierte ich ebenso wie das Tiefgeschoss, in dem es wohl auch noch etwas zu sehen gab. Ich spurtete die Treppenstufen hinauf und hatte Gelegenheit, die Architektur des Gebäudes zu bewundern. Denn das tat ich wirklich.

Obwohl mir bauhausige Stile, also nackte Wände und dergleichen, oftmals nicht so behagen und ich daher weder im Dessauer Bauhaus noch in der neugebauten Magdeburger Universitätsbibliothek jemals ästhetisch Beeindruckendes sah, war ich hier angetan von der Kargheit, die sich mir zeigte. An die gläserne Außenwand schmiegte sich auf jeder Etage ein Gang, von dem aus eine wunderschöne Sicht auf Königsstraße und Schloßplatz geboten wurde. Der Gang trennte das Äußere vom Inneren, und das Innere bestand wiederum aus einem Quader, roh verputzt und durch sich selbst öffnende Türen zu begehen.

Der Plural in „Türen“ bezieht sich dabei auf die verschiedenen Etagen, nicht auf eine einzelne. Denn zwar war es stets möglich, den Ausstellungsquader durch einzelne, sich sanft öffnende Türen zu verlassen, doch das Betreten war stets nur an einer von ihnen, logischerweise der sich in der Nähe der Treppen befindliche, möglich.

Als ich durch die Tür in der ersten Etage ging, unsicher, ob ich hier richtig war, wurde ich zunächst auf angenehm unaufdringliche Weise von dem Museumsmitarbeiter gemustert und dann mittels eines Fingerzeigs auf die Stelle meines Pullovers aufmerksam gemacht, an der der erwähnte Aufkleber fehlte. Aus Gründen der Ästhetik und der Sammelwut hatte ich bis dahin auf den Aufklebereinsatz verzichtet, doch gehorsam und entschuldigend lächelnd befestigte ich das kleine bedruckte papierstück nun auf meinem Sweatshirt, direkt neben einen zufrienden grinsenden Fred, so dass es aussah, als fordere er voller Vergnügen Kunst.

Und Kunst bekam er. Die Ausstellung begann mit einem klassischen Triptychon religiösen Ursprungs, vermutlich, um selbst den letzten Unwissenden in das Geheimnis dieses Griechenwortes einzuweihen. Dann folgte schecklicher Kitsch, eine moderne, mit goldener Farbe überzogene Verballhornung des kirchlichen Triptychons und somit zugleich Gegensatz und Entsprechung.

Es gab keine vorgegebene Lauf- und Schaurichtung, doch ich vermutete, dass es üblich war, sich rechts zu halten. Ich bog links ein und erblickte das Kunstwerk, das an diesem Nachmittag zu meinen Favoriten zählen würde – und das, obwohl es nicht einmal vollendet war. Es waren Skizzen zu Otto Dixs Werk „Der Krieg“, in originaler, also beeindruckender Größe und mit ebensolchem Detailreichtum. Ich kannte das Original nicht, doch nun, nachdem ich Bilder davon sah, gefallen mir die Skizzen in ihrer Rohheit, in ihrer Farblosigkeit fast besser.

Ich werde jetzt nicht anfangen, die 58 ausgestellten Triptychen einzeln zu beschreiben, doch sei erwähnt, dass mir die klassischeren Werke eher zusagten als die modernen. Beispielsweise empfand ich die Materialkunst als weniger gelungen. Unguterweise habe ich den Namen meines zweiten Favoriten dieser Ausstellung vergessen, doch waren es „Der Krieg“ und dieses Werk, die mich später noch einmal auf die erste Etage zum erneuten Beschauen lockten.

Als ich den Innenwürfel verließ, musste ich mich erst einmal orientieren. Ich wusste, dass sich die Stufen zur nächsten Etage links von mir hinter der Ecke befanden, doch was war rechts? Konnte man gar einmal um den Innenwürfel herumlaufen? Mein Erkundungsdrang wurde rasch gestoppt, als ich auf ein Treppenhaus stieß, das vermutlich vowiegend Notfällen galt und dementsprechend wahrscheinlich alarmgesichert war. Ich kehrte um.

Mit jeder neuen Etage verjüngten sie die augestellten Werke, je höher es ging, desto näher kam ich der Gegenwart. Die Definition des Triptychons, die in der ersten Etage noch klar erkennbar war, wurde hier immer mehr erweitert und abstrahiert. Sogar Fotoarbeiten und Videoinstallationen war zu sehen.

Max Beckmann gefiel mir nicht so sehr. Umso angenehmer empfand ich es zu erfahren, dass auch ein anderes Werk von otto Dix durchaus zusagte, vielleicht, weil er einen fast comichaften Stil besitzt. George Dyer war gewöhnungsbedürftig, Francis Bacon fand ich gut, obwohl ich mich jetzt nicht mehr daran erinnern kann, warum.

Woran ich mich jedoch erinnere, war der Stil des Kunstmuseums. Passend zur Architektur hatte man sich auf Schlichtheit besonnen. Es gab keine roten Samtkordeln, die verhindern sollten, dass man den Ausstellungsstücken zu nahe trat, sondern nur einfache weiße Linien auf dem Boden. Die Auszeichnungen der Werke befanden sich an den richtigen Stellen, waren simpel, aber ausreichend. Überall standen Bänke herum, in die der Ausstellungsführer auf raffinierte Weise eingelassen war. In wenigen Handgriffen konnte man sich so Zutritt zu zusätzlichen Informationen verschaffen, wenn man denn wollte.

Ich wollte nur selten, vermutlich auch, weil ich das Beschreiben und Deuten von Kunst stets als sehr anstrengend empfinde. Doch war ich auch nicht gekommen, um zu lernen, sondern, um mich visuell beeindrucken zu lassen. Und das schaffte die Ausstellung durchaus.

Als ich letztlich ins Erdgeschoss zurückkehrte, war ich gesättigt. Doch die „Sammlung“, denn so wurde die Dauerausstellung bezeichnet, lag noch vor mir. Und diese widmet sich der modernen Kunst. Allerlei Werke fanden sich hier, und ich muss gestehen, dass ich nicht imstande war, mich ihnen in gebührendem Maße zu widmen. Daran war auch der Umfang Schuld, denn es existierte noch ein Kellergeschoss, das ebenfalls mit Kunstwerken aufwartete, die der Betrachtung harrten.

Beeindruckend waren vor allem zwei Filme. Einer zeigte die Geburt eines Kindes parallel zum Ableben eines alten Mannes im Sterbebett, ein zweiter einen Aktionskünstler in China, der sich als Statue verkleidet unter die Terracotta-Armee mischte und dementsprechend für Aufregung sorgte. Außerdem besuchte ich einen Raum, der komplett mit Bienenwachs verkleidet war und sehr angenehm duftete. Es gab zahlreiche Fotos zu betrachten, doch hatte ich dafür keine Nerven mehr.

Die Dauerausstellung ließ den erwähnten schlichten Stil der oberen Etagen ein wenig vermissen. Dennoch weigerte sich das Museum auch hier, einer klassischen Galerie zu gleichen, nicht nur durch erwähnte Filmdarbietungen, sondern auch beispielsweise durch ein monströses Rostkunstwerk, das in regelmäßigen Abständen mit Flammenwerfern bearbeitet wurde.

Besonders schön fand ich, auch hier unten auf Otto Dix zu treffen. Das Stuttgarter Kunstmuseum ist offensichtlich Heimat zahlreicher Dix-Kunstwerke, und ich bekam ausreichend Gelegenheit, den von mir gerade erst entdeckten Maler zu studieren und zu bewundern.

Als ich das Kunstmuseum war ich angefüllt mit Bildern, mit Ideen, mit dem Wunsch, selbst kreativ zu werden und erfreut, nicht nur eine sehenswerte Ausstellung, sondern auch ein Beispiel für erfreulich gute moderne Architektur besucht zu haben.

MiSt – Rosenau – Marc-Uwe Kling

Die Stuttgarter Rosenau vermochte mich schon zu begeistern, da wusste ich noch gar nicht, wo genau sie sich eigentlich befindet. Denn nicht nur war es mir möglich, problemlos und bequem über die Heimseite eine Karte für das Programm von Marc-Uwe Kling zu ordern, nein, es handelte sich auch noch um ein sogenanntes eTicket, also eine Eintrittskarte, die – ähnlich wie das OnlineTicket der Deutschen Bahn – zu Hause ausgedruckt werden konnte. Dass die Bezahlung dann auch noch per Paypal möglich war, setzte dem Ganzen hinsichtlich Zeitgemäßigkeit noch ein Krönchen auf.

Dabei war das, was die Rosenau von sich im Netz präsentierte, keineswegs der Moderne anheimgefallen, handelte es sich doch offensichtlich um eine gehobenere Lokaltität, in der man wohl gut zu speisen pflegt. Das angebotene Kulturprogramm erstreckte sich teilweise in Bereiche, die mit ergrauten Personen bevölkert sind. Doch war mir das geal: Ich hatte bereits bestellt, und mzudem ließ mich meine Neugierde herausfinden, dass die Rosenau anscheinend auch Heimat von Poetry Slams und Komikerauftritten war. Sehr schön.

Nach der Arbeit begab ich mich auf direktem Weg zur Bahn zur Haltestelle Schwabstraße. Bewegt man sich innerhalb Stuttgarts, so ist tatsächlich die Bahnerei, egal ob S oder U, empfehlenswert. Erstaunlicherweise liegt alles Besuchbare in der Nähe irgendeiner Haltestelle.

So auch die Rosenau. Und mit einer kleinen googleMaps-Recherche und einer daraus resultierenden Skizze in meinem Notizbuch dürfte der Findbarkeit nichts im Wege stehen. Dachte ich.

Will man jedoch einer der unterirdischen Haltestellen in Richtung Tageslicht entkommen, muss man feststellen, dass sich zumeist diverse Optionen bieten. Ich geriet also an eine Verzweigung, und weil ich nicht wusste, welcher Weg der richtige sei, wählte ich irgendeinen. Die Treppe hinter mir lassend befand ich mich nun an der Rotebühlstraße. So weit so gut, dachte ich und versuchte herauszufinden, in welche Richtung ich zu gehen hatte. Den Namen der nächsten Querstraße herauszufinden reduzierte die Auswahl immerhin auf zwei Alternativen. In Pfadfindermanier suchte ich die Sonne. Irgendwo hinter den Gebäuden musste sie sein. Dort, wo es am hellsten war. Ich lief in die entgegengesetzte Richtung.

Eine Eigenart von Haltestellen in Stuttgart scheint es zu sein, Umgebungspläne zu bieten. So ist zumeist noch die nächste Haltestelle eingezeichnet, zusammen mit einer angenehmen Anzahl von Straßennamen. Nachdem ich mich einmal entschieden hatte, wohin ich gehen wollte, war es daher dennoch schön, die Bestätigung durch eine passiert werdende Bsushaltestelle zu bekommen.

Während die fehlende Ästhetik im Ubahnbereich mich zu hochgezogenen Augenbrauen veranlasst hatte, gefiel mir das Viertel recht gut. Kannte ich schon jemanden, der hier wohnte? Ich wusste es nicht. Immerhin fand ich die Heilsarmee, die mich darüber grübeln ließ, ob das WOrt „Armee“ jemals positiv behaftet sein kann. Dann stieß ich auf eine Galerie, die wohl in Begriff war, eine Vernissage zu veranstalten, und ich fühlte mich gleich heimisch.

Am Eingang zur Rosenau wäre ich beinahe vorbeigelaufen. Und selbst als ich ihn nutzte, war es der falsche. Meine Frage wurde freundlich beantwortet. Ich ging wieder ins Freie, einen Eingang weiter in einen Innenhof hinein und war am Ziel. Mein eTicket wurde nicht wie erwartet gescannt, sondern nur mit einer ausgdruckten Liste verglichen und anschließend einbehalten. Ein echtes Ticket als Ersatz gab es nicht.

Der Raum war prall gefüllt mit Tischen, Stühlen und Menschen. Obwohl ich eigentlich recht pünktlich war – zumindest nach meiner Auffassung von Pünktlichkeit – schien es kaum möglich zu sein, noch einen Sitzplatz zu ergattern. Vor den bereits besetzten beziehungsweise durch Jacken und Hinweisende freigehaltenen Plätzen häuften sich nicht nur gefüllte Getränkebehälter, sondern auch durchaus lecker anzusehende Speisen. Anscheinend war es nicht unüblich, vor einer Veranstaltung ein wenig Nahrhaftes zu sich zu nehmen.

In der Mitte des Raumes entdeckte ich ein paar freie Stühle. Das kann doch nicht sein, dachte ich, und misstrauisch fragte ich nach. Besetzt, erfuhr ich, für die Presse. Dass die Presse die besten Plätze zugeteilt bekam, erschien mir logisch und ärgerte mich zugleich. Schließlich hatte _ich_ ja bezahlt…

In der hintersten Ecke des Raumes, links von der Bar, gewahrte ich noch ein paar freie Plätze. Nun ja, dachte ich, und fragte auch hier. Tasächlich: Insgesamt drei Plätze standen noch zur Verfügung, und als dann auch noch ein Pärchen eintraf und ebenso wie ich nachfragte, wählte ich den einzeln gelegenen Platz, der sich fast direkt in der Ecke des Raumes befand. Als ich jedoch dann saß, war ich erstaunt: Die Sicht war fantastisch. Derart besänftigt bestellte ich mir eine große Cola und zeichnete einen Fred-Comic, während ich auf den Beginn der Show wartete.

Die Gtränkepreise waren akzeptabel, das Publikum war sehr gemischt. Zwar entdeckte ich diverse Begraute und Gefärbte, aber in Anbretracht des Auftretenden natürlich auch eine Menge Jüngere. An der Wand hingen Poster für zukünftige Veranstaltungen, und ich war erfreut, sowohl Olaf Schubert als auch Rainald Grebe unter ihnen zu finden. Eine Wiederkehr meinerseits war also wahrscheinlich.

Links neben der Bühne hing ein riesiges Gemälde, das aussah wie eine Kinderkrakelei, rechts von ihr befanden sich die Toiletten, die nicht unbedingt umfangreich waren, aber ansonsten keiner Erwähnung bedürfen, egal ob postitiv oder negativ. Ebenso wie übrigens der Rest des Raumes, der zwar angenehm hell war, ansonsten nichts Spektakuläres an sich hatte.

Marc-Uwe Kling wurde angekündigt von demjenigen, der den Rosenau-Newsletter schrieb. Wobei er nicht wirklich angekündigt wurde; vielmehr gab es einen Ausblick auf Kommendes und das Drängen, doch bitte den erwähnten Newsletter zu abonnieren. Was ich natürlich nicht tun würde.

Dann kam Marc-Uwe und mit erschien ein vergnügtes Grinsen auf meinem Gesicht. Denn Marc-Uwe Kling vermag es irgendwie, Humor leise sein zu lassen, ohne leise zu bleiben, kritisch zu wirken, ohne mit Kritik zu nerven. Und das alles auf amüsanteste Art. Hilfreich dabei waren nicht nur die diversen auf Gitarre zusammengeschrammelten, auf dem Klavier dargebotenen Eigenkompositionen, sondern auch die Geschichten über das kommunistische Känguruh, seinen Beuteltiermitbewohner, das früher beim Vietcong gewesen war.

Wenn man von dem einen Mädel neben mir absah, das bei jedem einzelnen Witz Bestätigung suchend den Blick ihres Freundes suchte und mich dabei ebenso nervte wie der Typ, der offensichtlich Herrn Kling noch aus Schulzeiten kannte und schon vor der Veranstaltung Erstaunen darüber geäußert hatte, dass er gar nicht wusste, dass Herr Kling so kreativ sei… – wenn man also von den beiden absah, war das Publikum gut. Es lachte an den richtigen Stellen, machte mit, wo es sollte, war nicht weniger begeistert als ich.

Dementsprechend viel zu früh kam die Pause. Der Kellner kassierte meine Cola, und ich zeichnete den Comic zuende. Es war erstaunlich, wieviele Anwesende das Bedürfnis hatten, ihre Lungen zu befüllen.

Der zweite Teil und die obligatorischen Zugaben waren dem ersten mindestens ebenbürtig, und als alles sein Ende gefunden hatte, und ich mich zum Gehen erhob, stellte ich fest, dass es auch üblich zu sein schien, nach einer Veranstaltung noch ein wenig zu verweilen. Ich jedoch wollte heim, trug ein Amüsanz wie ein inneres Leuchten mit mir herum, vertraute mich den Bahnen an und beschloss, die Rosenau bald wieder zu beehren.

MiSt – Wilhelma Stuttgart – Teil 2

Der erste Teil dieser Ausgabe von „MiSt – Morast in Stuttgart“ befindet sich übrigens hier.

Liebevoll streichelte das Sonnenlicht die unzähligen Tulpen, die das nächste Gebäude umkränzten – und natürlich auch den Raben, der es sich anscheinend zur Aufgabe gemacht hatte, mich zu verfolgen. Vielleicht war es auch sein Kumpel, der da auf dem Terrariumsdach hockte und neugierig zu mir hinunterblickte. Ich widmete mich einem eher botanischen als zoologischen Gebäude, besuchte Kakteen und fleischfressende Pfanzen, bestaunte Blüten und hörte dem nervigen Geplapper eines Tukans zu. „Ist bestimmt eine Frau, soviel wie der redet.“, meinte jemand – offensichtlich ohne weibliche Begleitung.

Eine der vielen herumstehenden Karten studierend stellte ich fest, dass mein Orientierungsvermögen schon wieder versagte: Ich hatte mich, schon wieder in Richtung Hauptein- und Ausgang bewegt, ohne auch nur ansatzweise Lust zu verspüren, die Wilhelma bereits zu verlassen.

Also suchte ich einen Weg zurück zu meiner „Route“ – und fand ihn in einem parkähnlichen Gelände, ausgestattet mit Teichen und Springbrunnen, mit Sitzbänken und unzähligen Tulpenbäumen. Zumindest hatte ich diese Baumart bisher so bezeichnet, Schilder lehrten mich jedoch, dass die Bäume Magnoliengewächse seien. Aha, dachte ich fasziniert und bewunderte die weißen oder rosafarbenen Blüten, die wahrlich wunderschön anzusehen sind. Ich mag Kastanienbäume eigentlich sehr gerne und würde sie nicht zuletzt wegen ihrer Früchte als meine Lieblingsbaumart bezeichnen. Doch nun musste ich feststellen, mich längst in Tulpenbäume verliebt zu haben, ohne davon zu wissen.

Die Wilhelma ist besät mit antiquiert wirkenden Bauten, die dem 19. oder 18. Jahrhundert entsprungen sein können, die das Flair eines herzoglichen Lustgartens erwecken. Nichtsdestotrotz sieht man an Ecken Moderne. Nichts wirkt abgewrackt oder veraltet. Selbst das Innere des Raubtierhauses, in allen Zoos Quell der Unästhetik, war erstaunlich angenehm zu begehen.

Der Aufmerksamkeit erheischen wollende Ruf eines männlichen Pfaus drang an mein Ohr und forderte mich auf, die noch unbetrachteten Bereiche des Zoos zu begehen. Dem Pfau selbst konnte ich mich nicht nähern, hatte er sich es doch auf dem Dach eines Gebäudes gemütlich gemacht. vielleicht, um seinen storchigen Vetter nachzuahmen, der zusammen mit seiner Gemahlin ein Nest auf einem der höchsten Gebäude errichtet hatte und hin und wieder in sehenswerter Anmut über den Parkanlagen und Tierhäusern umhersegelte.

Umso näher kam ich den Affen. Dabei wollte ich das gar nicht. Im Affenhaus beispielweise war ich überrascht, kein sonderlich intensives Bedürfnis zu verspüren, die Affen zu betrachten – ja noch nicht einmal dem Tierpfleger dabei zuzuschauen, wie er mit einem Affenbaby, das zugegebenermaßen durchaus niedlich anzusehen war, spielte. Mir kam sogar der Gedanke in den Kopf, dass Menschen sich an Affen erfreuen, weil sie dadurch ohne schlechtes Gewissen über dumme „Menschen“ lachen können.

Doch ebenso wie im Aquarium schaffte man es auch hier, mein Desinteresse zu mindern: Mitten im Affenhaus befand sich nicht nur eine Sammlung diverser Mäuse, sondern auch eine Brutstation, in der zwei frisch geschlüpfte Vogelkinder blind und ooohenswert umhertapsten. Lächelnd verleß ich das Gebäude, suche eine Karte, orientierte mich in Richtung der Bären und der Elefanten, ignorierte die restlichen Affen und lutschte vergnügt an meinem Lakritzbonbon.

Es ging bergauf. Sogar ziemlich steil. Das Panzernashorn wurde gerade gefüttert. Elefanten fetzen sowieso. Ein Leopard tigerte herum. Das Raubtierhaus sah von außen erstaunlich groß aus und roch
von innen nicht nicht, aber doch wenig genug. Zudem befand sich dort eine Toilette, deren Existenz mir Erleichterung verschaffte.

Dann ging es zu den Bären. Vor allem die Eisbären wurden von begeisterten Betrachtenden umzingelt, und es war für mich nicht schwer, den berühmten Wilbär ausfindig zu machen. Er schlief und wirkte, obwohl ich versuchte, mich der allgemeinen Verniedlichung von Eisbären zu verweigern, äußerst niedlich. Ich verzichtete jedoch auf ein „Oh, süß!“, schmunzelte nur ein bisschen und ging dann weiter. Bei den Zebras hörte ich die altbekannte Frage, ob diese denn nun weiß-mit-schwarzen-Streifen oder schwarz-mit-weißen-Streifen seien und zwischendurch begegnete ich mal wieder meinem Freund, dem Raben.

Ich gelangte an ein weiteres Gewächshaus, wo unter anderem eine riesige Blume namens Titanenwurz darauf wartete, ihren immensen Blütenstand zu entfalten und die Umgebung mit nasenbetäubendem Aasgestank zu beglücken. Mein Interesse an zoologischen und botanischen Gärten war mittlerweile rapide gesunken, doch fand ich plötzlich inmitten des Gewächshauses einen Raum, der mich alle Mattigkeit vergessen ließ: Das Nachttierhaus.

Der Zugang lag in komplettem Dunkel, und vorsichtig schritt ich voran. Dann verbreiterte sich der Gang zu einem Raum, noch immer dunkel, doch mit Schwarzlicht beleuchtet, so dass es nicht nur möglich war, sich ohne blindes Tasten voranzubewegen, sondern auch Tiere zu sehen, die offensichtlich in Dunkelheit bleiben sollten.

Das erste Wesen, das ich sah, sah ich nicht. Die reduzierte Beleuchtung brachte den Nachteil mit sich, dass es den eigentlich der Beschauung dienenden Zoobewohnern leichter fiel, sich zu verstecken – insbesondere wenn aus der Beschriftung nicht hervorging, wonach eigentlich zu suchen war.

Umso leichter war es, Fledermäuse zu finden. Inmitten eines riesigen schwarzlichtdunklen Raumes befanden sich so viele dieser Flatterttiere, dass ich mich von vorneherein weigerte, sie zu zählen. Ich war begeistert.
Sie hingen überall. Von Seilen, von Ästen, ja sogar direkt an der Glasscheibe, die sie von uns Gaffenden trennte. Unterschiedlichste Arten waren zu sehen, umgeben von allerlei Obst, von dem einige umherfliegende Exemplare immer wieder im Flug abbissen.

Auf dem Boden kroch ein besonders interessantes Exemplar herum. Es hatte anscheinend keine Lust zu fliegen und bewegte sich fort, indem es Flügel und Füße als Kriechwerkzeuge benutzte. Fasziniert beobachtete, wie es sich erstaunlich schnell in Richtung Wand bewegte, dort erst einen Ast, dann ein Seil hochkletterte und sich schließlich zufrieden hängen ließ. Lange blieb ich, um die Flederwesen zu beschauen, die mir bekanntlich ein wenig ans Herz gewachsen sind.

Dann war es Zeit zu gehen. Auf dem Weg zum Ausgang erlebte ich versehentlich noch eine Seelöwenfütterung und den Streit mehrerer Pelikane. Auch war der Rabe [Ich hatte, weil es mir besser gefiel, beschlossen, dass es sich nur um ein einziges Exemplar handelte.] extra gekommen, um mich zu verabschieden. Ich winkte ihm zu und ging dann zur U-Bahn-Haltestelle.

Aufgrund eines Polizeieinsatzes am Hauptbahnhof musste ich in Stadtmitte umsteigen und auch dort zunächst eine Viertelstunde auf meine Bahn warten. Doch ein Apfel, ein gutes Buch und die Freude über einen wirklich schönen Nachmittag in der Wilhelma versüßten mir die Zeit.

Zeichnung

Ich habe übrigens gezeichnet. Ist für einen Comiczeichner nichts Ungewöhnliches. Außer, wenn es um Petitionen geht. Wie hier:

Petition: Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten

Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die „Sperrlisten“ weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.
Begründung

Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder.

Bis zum 16.06.2009 Braucht es mehr als 50.000 Mitmacher.
Also los, ihr Freunde des Internets!

MiSt – Wilhelma Stuttgart – Teil 1

Prinzipiell gilt: Wenn eine Haltestelle den Namen der Lokation trägt, die ich besuchen möchte, gehe ich von einer guten Findbarkeit aus. Und so war es auch: Als die U14 die Haltestelle Wilhelma erreichte, schnappte ich mir meinen Rucksack und stieg aus – blaustem Himmel, fröhlichstem Sonnenschein und gutesten Temperaturen entgegen. Ein Innehalten zauberte meine Sonnenbrille hervor und das Jacket hinfort und gab mir zugleich Gelegenheit, mich heimlich umzusehen. Wohin floss der kinderreiche Menschenstrom? Wo befand sich des Zoos Eingang?

Denn dorthin war ich unterwegs: zum Zoo. Doch der Zoo in Stuttgart ist keineswegs ein einfacher Zoo, oder, wenn man es etwas umständlicher mag, ein zoologischer Garten, sondern beinhaltet auch diverse Botanität, die dem ganzen Objekt einen derart umständlichen Titel verliehen hätten, dass „Wilhelma“ doch eine angenehme Verkürzung darstellt.

Den zahlreichen Menschen folgend stellte es dann auch kein Problem dar, den Haupteingang zu finden und 12 Euro gegen eine Eintrittskarte zu tauschen. Offensichtlich wurde der Eingangsbereich gerade einem Umbau unterzogen. Denn nicht nur verkündete ein noch leerstehender Glasbau, alsbald die Souveniritäten beinhalten zu wollen, die Eintrittskarte selbst war Beweis genug. Sie war offensichtlich dafür ausgelegt, in eine automatische Schranke gestopft zu werden, doch wurde im Augenblick noch von echten Menschen bearbeitet. Sie rissen einfach eine Ecke ab.

Planlos entdeckte ich erst Kinderhorden und dann Pinguine. Und inmitten der Pinguine einen Reiher, unberührt die gaffenden Augenpaare ignorierend. Sein Freund wartete drei Meter höher auf der Mauer, von den meisten Besuchern unbemerkt.

Vöglig ging es weiter, als ich mich in die Voliere begab. Der Fotoapparat war längst meinem Rucksack entflohen, und ich versuchte, die herumstolzierenden, herumfliegenden und herumsitzenden Flattertiere zu interessanten Posen zu überreden – oder zumindest dazu, ein wenig näher zu kommen. Doch die Federwesen blieben störrisch, und irgendwas in mir hieß dies gut.

Auch hier wurde gebaut, und ein unbefestigter Pfad führte an Pinguinjungen vorbei ins Freie. Ich beschaute die Voliere noch einmal von außen und entdeckte noch ein paar schöne Vögel, die leider ein Ästhetik minderndes Gitter von meinem Objektiv trennte.

Apropos: Obgleich meine wunderfeine DSLR-Kamera eindeutig nicht zu den Knipskisten zu zählen ist, fühlte ich mich als verlierender Teilnehmer eines nicht gewollten Schwanzvergleichs: Erstaunlich viele Zoobesucher nutzten offensichtlich das sonnenlichtige Wetter, um mit monströsen Objektiven und Stativen nach besten Motiven jagend den Zoo zu durchkämmen. Ich hingegen suchte nur ein paar schöne Bilder, mit denen der vermutlich unkurz werdende Text buntisiert werden konnte.

Nach den Vögeln sah ich mir den Eisstand an. Und die Merchandise-Produkte. Ein Eisbär namens Wilbär besaß nicht nur einen ähnlich grauenhaften Namen, sondern offensichtlich auch den Wunsch, es dem berühmtesten aller Knuts gleichzutun. Plüschtiere und Kalender warend as wenigste, was man von diesem ebenfalls 2007, allerdings nach Knut, geborenen knuffeligen Raubtier erwerben konnte.

Als nächstes beschaute ich mir Insekten. Dabei wurde deutlich, dass ich eindeutig die falsche Laufrichtung gewählt hatte. Ich musste am gesamten Gebäude vorbeigehen, um den Eingang betreten zu können, durch das Insektarium zu stolpern und anschließend wieder, auf dem Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit, daran vorbeizugehen.

Außerdem war offensichtlich, dass man sich Mühe gegeben hatte, die Tier- und Pflanzenbetrachtung auch für die Besucher mit Dächern zu versehen, um auch bei unguterem Wetter nicht auf Schaulustige verzichten zu müssen. Im Gegenzug gab es abseits des Rundgangs zwischen viel Platz für Wiesen und Bäume, die teilweise sogar Waldgefühle aufkommen ließen. Tatsächlich besaß die Wilhelma einen sehr angenehm-parkigen Charakter. Und hin und wieder geriet man an riesige Grünflächen, die als Vogelwiese deklariert worden waren und nicht betreten werden wollten.

Das Insektarium, von dem ich nicht wusste, ob es so hieß, gefiel mir. Spinnen und Heuschrecken und Skorpione und Schaben und dergleichen mehr bildeten nicht nur hinreichende Unterhaltung für Zugleich-Angewiderte-und-Faszinierte und für Wo-ist-Walter?-Suchfreunde, sondern auch leicht verdaubare und beschauliche Wissenbrocken für die völlebedingten Wartemomente. Übergroße Insektenkopfvergleiche waren nicht weniger interessant als Tausendfüßerbeinzahlen und Ameisenbauarchitektur.

Eine Glastür führte zum Schmetterlingshaus, und obgleich ich außer dem des eindrucksvollen Bananenfalters keinerlei Namen behielt, war es doch ungeheuer faszinierend und zugleich wunderschön anzusehen, wie die grazilen Flügeltiere zwischen Blättern und Blüten hin und her flatterten, hin und wieder landeten, um sich an der durch die Glaswände hereinfallenden Sonne zu wärmen und dann vergnügt weiterzufliegen.

Nicht minder vergnügt war ich, der geduldig vor einer Blume hockend darauf wartete, dass sich einer der Schmetterlinge ausgerechnet hierhin, zu mir gesellen würde. Weniger grazil, aber nicht weniger spannend waren die Schmetterlingsraupen, die sich affengleich an blättrige Stengel klammerten und mit bezaubernder Trägheit bewegten.

Ein für Schmetterlinge geltendes Schild „Wir müssen drinnen bleiben“ klebte auf der Glastür, die zum nächsten Raum führte, wo ich unter anderem lernen durfte, dass Bienen nur vier bis fünf Wochen lang leben und je nach Alter unterschiedliche Berufe ausführen. Außerdem sehen sie bis zu 300 Einzelbilder pro Sekunde.

Der nächste Glasbau war das Amazonienhaus. Abgesehen davon, dass hier gerade Scheiben gereinigt wurden und sich zahlreiche Kinder und Erwachsene vor den unberührt herumliegenden Kaimanen drängelten, fand ich nichts wirklich Fesselndes. Aber ich gelangte zu der Erkenntnis, dass die eigentlich lobenswerte Erfindung des Brillentrockners im Amazonienhaus-Eingangsbereich für Kontaktlinsenträger ihre Bedeutung verliert. Im Gebäude wurde dann deutlich, dass es bei der Wilhema tatsächlich nicht nur um einen zoologischen, sondern auch um einen botanischen Garten handelte – zahlreiche tropische Gewächse säumten, mit Erklärschildern bewachsen, den Schaupfad.

Mein nächstes Ziel war das Aquarium, doch bewunderte ich zuvor den Spielplatz auf dem unter anderem ein riesiges Holznilpferd dazu verleitete, in seinem sperrangelweit geöffneten Mund herumzuturnen. Außerdem beobachtete ich einen Raben, der des Waschbärs Abwesenheit nutzte, um in dessen Gehege an einem Knochen zu nagen

Das Aquarium war ein schier endloser Bau, angefüllt mit veringerter Helligkeit und den Kinderlärmechos. Und natürlich mit Fischen. Unzähligen.
Leider ließ nach Hechten und Forellen, nach im Sand verbuddelten Butts [Bütte? [Danke!]] und einem Zitteraal mit Entladungsanzeige mein Flossentierinteresse rapide nach, und selbst quirlig-bunte Exoten vermochten nicht mehr, als meine im Vorbeigehen verteilten Blicke zu erhaschen. Doch hatten die Zoobesucher offensichtlich mit meinem unbeeindruckten Vorbeischreiten gerechnet und zwischen den fischigen Aquarien immer wieder welche gepflanzt, die meine Aufmerksamkeit weckten, mein Tempo verlangsamten und meine Begeisterung schürten: Seeigel, Seerosen, SeeSterne, mit Schwarzlicht beleuchtete Quallen, ein versteckter Krake und Krabben und vieles mehr, die dieses Gebäude durchaus aufwerteten.

Gleich hintenan erstreckte sich das Terrarium, zahlreiche Schlangen beherbergend, deren Giftigkeit oder Größe stets Begeisterungsrufe aus Kindermündern erwirkten. Ich war stolz, das Chamäleon zu entdecken, das sich aber zugebenermaßen auch keine große Mühe beim Tarnen gegeben hatte, und trat ins Freie.