Wuhuu! Zehn Jahre Fred!

Fred feiert Geburtstag, und plötzlich ist es Zeit für ein paar Wörter.

Wie alles begann, habe ich bereits so oft erzählt, dass ich spüre, wie kleine fredcomicige Zs über meinem Kopf aufploppen, während die Wörter meinen Mund verlassen.
Und doch:

Als ich 2005 ein Interview mit Flix über dessen Comictagebuch las, das zwei Jahre lang Tag für Tag aktualisiert worden war, dachte ich kurz: Das kann ich auch. Natürlich nicht als Tagebuch und nicht mit mir als Hauptfigur. Sondern mit einer kleinen dicken Fledermaus, die wenige Tage zuvor auf meinem Papier aufgetaucht war und sich zu einem knuffeligen Käferchen gesellt hatte. Und nicht mit tatsächlichen Ereignissen, sondern mit Albernheiten und Optimistitäten – und natürlich mit Wortspielen. Vielen Wortspielen.

Zwei Jahre, dachte ich, und begann.
Am 20.09.2005 erschien der erste Fredcomic, mit Bleistift und Finelinern gezeichnet, der Hintergrund mit dickem Filzstift geschwärzt.
Am nächsten Tag erschien der zweite Comic, dann einen Tag später der dritte.
Mein Verbrauch an Filzstiften war enorm.

Mit der Zeit wurde alles besser. Ich lernte, dass ein Rechner schneller und schöner hintergrundschwärzte als ein Bastian, Fred wurde runder und runder, bekam noch eine Handvoll Freunde dazu, aß immer mehr Kekse und entwickelte nach und nach ein Eigenleben.

Ich zeichnete jeden Tag, veröffentlichte oft genug pünktlich, um eine Regelmäßigkeit erkennen zu lassen, bekam treue Leser, die manchmal verschwanden, manchmal blieben, kreierte Kalender und Fredventskalender, schließlich sogar ein Buch und ein Ebook, erhielt technische Unterstützung und Aufwertung, verkaufte fredige Textilprodukte, war auf Comicmessen plötzlich Künstler statt Besucher und widmete mich mehr und mehr dem knuddligen Flattermann, dessen Fredfater ich geworden war.

Zwei Jahre vergingen, doch ich hörte nicht auf, zeichnete täglich, veröffentlichte täglich, arbeitete wochenlang vor, um auch während urlaubiger Abwesenheit jeden Tag einen Comic in das weltweite Netz stopfen und irgendwo ein Schmunzeln erzeugen zu können, beendete mein Studium, begann zu arbeiten und heiratete schließlich sogar, ohne auch nur einen Atemzug lang innezuhalten.

Ich erhielt Ablehnungen von Verlagen, schlief zu oft zu wenig, warf an Jahresenden jede freie Minute in Richtung frediger Kalender, krakelte in Bahnen und Bussen, legte mir Tag für Tag neuen Druck auf die Schultern, wieder einen wundervollen Comic zu erstellen.

Und das tat ich gern, tue ich gern.
Wenn der Stift einen lächelnden Fred formt, dann lächle auch ich, und ich weiß nicht, wer von uns beiden den anderen mit seiner Zuversicht angesteckt hat. Ich liebe es, Albernheiten in Bilder zu wandeln, liebe es, inmitten von Gesprächen plötzlich ein Wort zu entdecken, das ideal für einen Comic geeignet wäre, liebe es, für einen Moment der Ruhe in irgendeinem Zimmer zu verschwinden und wenige Minuten später stolz grinsend wieder herauszukommen – mit einer neuen Idee im Kopf, einer Idee, die ich trotz über 3000 Comics noch nicht hatte.

Ich liebe es, dass es so viele Nettmenschen gibt, die meine Comics lesen, die Fredshirts bestellen, die das Fredbuch mögen. Noch mehr liebe ich es, dass ich viele von euch traf und dass ihr so wundervoll seid, dass ihr täglich kommentiert, den Comic mit weitere Wortspiele, weitere Quatschitäten vergrößert, das ihr transkribiert und unterstützt, dass ihr irgendwo da draußen und zugleich unglaublich wundervoll seid.

Ich liebe es, Fredfater zu sein.

Und doch: Alles hat ein Ende.

Lange zögerte ich, den Fredcomic zu beenden, mir und euch einfach so etwas zu nehmen, das mir so sehr am Herzen liegt. Lange dachte ich nach, weigerte mich, wollte doch, wusste nicht.
Aber seit einer Weile steht mein Entschluss fest:

Nach 10 Jahren Fred, nach zehn Jahren, in denen Tag für Tag ein Comic aus meinem Köpfchen in das weltweite Netz sprang, höre ich auf. Nicht mit Fred, nicht mit dem Webcomic, nicht mit dem Fredkalender oder dem Shop. Nein, ich höre auf, jeden Tag für Fred zu zeichnen, jeden Tag einen Fredcomic zu ersinnen, jeden Tag auf fonflatter.de etwas zu veröffentlichen.

Fortan wird Fred 3 mal wöchentlich erscheinen: montags, mittwochs und freitags.
Vielleicht werde ich an Donnerstagen hin und wieder einen alten Fredcomic aus dem Archiv dazwischen mogeln, doch im Grunde ist es das:
Drei Fredcomics pro Woche. Kostenlos, fetzig und voller Kekse.

Die plötzlich gewonnene Zeit jedoch soll nicht weggeworfen sein, sondern fließt in größere Projekte. Statt kleiner Täglichkeiten will ich mich Langfristigerem widmen.
Eine Graphic Novel wuselt seit geraumer Weile durch meinen Schädel und möchte endlich verwirklicht werden. Kinderbücher wären schön, ebenso andere Shops mit unfredigigen, aber nicht minder niedlichen Motiven. Es gibt so viel Mögliches, und ich freue mich darauf, ahnend, dass auch die plötzlich freigewordenen Sekunden nicht ansatzweise ausreichen werden, um alle Wege begehen zu können.

Zunächst jedch beginnen wir klein:
Mit einem Comic am Montag, einem weiteren am Mittwoch, einem weiteren am Freitag.
Und mit zehn neuen Motiven im Fredshop, extra für den Fredgeburtstag angefertigt, jeden Tag eins mehr.
Und mit dem Fredkalender 2016, den fortzuführen mir in den Fingerchen kribbelt.
Und mit der Vorfreude auf die ComicCon 2016 in Stuttgart, auf der ich einen eigenen Zeichnerstand haben werde.

Und mit einem dicken Danke:
Ich danke euch allen für die wundervollen zehn Jahre und freue mich grinsend, kichernd, hüpfend auf alles, was kommt.

Ihr fetzt!
<3

5 Gedanken zu „Wuhuu! Zehn Jahre Fred!“

  1. Danke fürs tägliche Lächeln, Danke für die Albernheiten, Danke Danke Dankeschön. Fast 6 Jahre begleite ich dich nun schon und habe seitdem jeden Tag einen Kommentar auf deine Albernheiten verfasst, das war auch nicht immer leicht. Viel Erfolg mit deinen neuen Projekten. Ich werde weiterhin 7 mal bei dir vorbeischauen und auch noch alte Freds kommentieren. Und der Kalender 2016 ist hiermit schon vorbestellt.

  2. Ohweh, da kullerte urplötzlich doch ein Tränchen hinunter bei soviel geschriebenem Knuselwort.
    Auch wenn ich, in letzter Zeit, nicht mehr täglich Worte für ein Kommentar fand, habe ich doch den Fredschen Freunden gefrönt und verfolgt, geliebt, geschmunzelt und das eine oder andere Comiclein ausgedruckt und auf Arbeit präsentiert. Danke für die schöne Zeit und ich bin herzlichst gespannt auf alles neue und natürlich den MoMiFr-täglich Fred!
    Sei dir eins gewiss, der Fred Kalender wird wieder bestellt und alles kommende was liebevoll auf den Markt geworfen wird 😉
    Alles Liebe aus Greifswald <3

  3. Hallo Bastian,
    jetzt hab ich’s auch kapiert …
    und schließe mich den Vorschreiber/innen an:
    Der tägliche Rhythmus von ‚PC an – Internet auf – Fred besuchen – FREUEN …‘ ist so zur Routine geworden, daß ich gestern tatsächlich drüber gestolpert bin … und das Neue in seiner Tragweite gar nicht habe fassen können.
    Wuuuuhuuuuuuuuu!
    Nun müssen wir alle tapfer sein … und wollen Dir gleichzeitig alles Gute und viel Kraft und gute Ideen für neue Projekte wünschen -> NEUGIER!
    Liebe Grüße aus dem Württembergischen <3

  4. Wow. Zehn Jahre. Die Zeit verging ja wirklich wie im Flug.
    Fred war gerade erst wenige Monate „alt“, als ich ihn entdeckte. Immer wieder pilgerte ich zu seiner Seite, um von seinen neuesten Abenteuern zu erfahren.
    Dann hatte ich die zündende Idee, Freds Seite zu meiner Startseite zu machen. Seitdem ist es mein morgendliches Ritual, mit der Kaffeetasse in der Hand den Rechner hoch zu fahren und zu schauen, wie es Fred so geht. Und zu erfahren, welche Weisheiten er uns mit in den Tag gibt.
    Ich bin zwar so früh am Tag seltenst in der Lage, meine Gedanken in Worte zu fassen (daher kommentiere ich die Comics so gut wie nie) – doch sie sind jeden Tag bei mir.
    Ich erinnere mich an eine Zeit, als Fred noch auf Würmerfang war – bis er entdeckte, dass Kekse leckerer sind.
    Oder auch an seine beinahe-Erblindung, als der ipod zu laut war – oder all die wunderbaren Bat-Freds.
    An meinem Arbeitsplatz hängt auch ein Comic aus der Anfangszeit – darin geht es um die nicht zwingend vorhandene Stromlinienförmigkeit des knuffigen Fredbauches – ein Blick darauf muntert mich schon seit Jahren immer wieder aufs Neue auf. So ist Freds positives Gedankengut auch an stressigen Tagen nie zu weit von mir entfernt.
    Vielen Dank, lieber Bastian, dass Du unser aller Leben nun schon so viele Jahre lang bereicherst – und uns nun nicht auf kalten Entzug setzt, sondern die Fred-Dosis langsam minimierst – ich wüsste nicht, wie ich mit einem abrupten Ende hätte klar kommen sollen.
    Lieber Bastian, Du fetzt!

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