Dick Cheney won’t be buying a Kuhkotpastete

Hin und wieder begegnet mir auf amerikanischen Internetseiten eine Werbung, die mich stutzig macht. Beworben wird „Mad Liberals„, ein Buch von Wilson „Scooter“ Buckley III, auf dessen Umschlagbild ein – zugegebenermaßen nicht unbedingt verrückt aussehender – George-W-Bush-Kopf und ein – ebensowenig verrückt wirkender – Dick-Cheney-Schädel mit Sprechblasen bestückt und vor eine USA-Landkarte drapiert worden.

Wer jetzt meint, das sei wenig einfallsreich, und vor allen Dingen keiner Morastschen Erwähnung wert, hat recht. Noch weniger Einfallsreichtum zeigt allerdings der markante Slogan, mit denen die Werbeanzeigen für dieses Buch bestückt wurden:
Dick won’t be buying a copy.

Wow!, soll man denken, das Buch ist so gemein, so wahrheitsherausrückend, daß noch nicht einmal Dick Cheney sich trauen wird, ein Exemplar zu kaufen!

Ich jedoch denke: Okay. Dick Cheney wird sich auch keine mit Kuhkot befüllten Pasteten, keine sabbernden Säuglingsvergewaltiger und keine Eintrittskarte für ein Konzert von Tok*io Hotel kaufen. Heißt das jetzt, daß mit Kuhkot befüllte Pasteten, sabbernde Säuglingsvergewaltiger und Tok*o-Hotel-Konzerte wohldurchdacht, administrationskritisch und „hilarious“ sind? Nein, das heißt es nicht!

Es ist albern von mir zu verlangen, Dinge zu erwerben, die ein mann, mit dem ich womöglich nicht einer Meinung bin, nicht erwerben würde.

Gay Metal

Soeben mußte ich mehrmals der Versuchung widerstehen, in einem Black-Metal-Coatroom, wo man sich mit Attributen wie „true“ [in jedweder Schreibweise] und „Krieg“ bzw „Kreig“ [„Black Metal ist Krieg“, Nargaroth] schmückt, um diabolische Mannhaftigkeit zu demonstrieren, wo man in Großbuchstaben schreibt, um das eigene Stimmorgan als titanisch-kraftvoll zu präsentieren und wo man Keyboards oder ähnliche Andeutungen von fehlender Härte innerhalb metallischer Lieder sofort und auf der Stelle als gay beschimpft, zu fragen, was überhaupt so schlimm daran sein soll, schwul zu sein…

Gibt es eigentlich schwule Schwarzmetaller?

[Im Hintergrund: Nocte Obducta – „Nektar Teil 1: Zwölf Monde, eine Hand voll Träume“]

Stock

Nachdem es bereits eine Weile in der Gegend herumschwirrte, warf mir nun die geschätzte Frau Doe ein fragenschweres Stück Holz an den Schädel:

Warum bloggst Du?
Ich blogge, weil ich schreibe. Und zeichne. Der Blog gibt mir die Möglichkeit, zum einen das, was ich ohnehin von mir geben würde, auf eine Plattform zu stellen, auf der sich nichts weiter als Morastscher Kram befindet, zum anderen, mich selbst zu befruchten, weil der Blog ja danach lechzt, mit Inhalten befüllt zu werden.
Ich blogge vorrangig für mich, weil ich es mag zu schreiben und zu zeichnen, weil ich es liebe, irgendwelchen Un- oder Tiefsinn zu erdenken und in die Welt hinauszuposaunen. Und manchmal antwortet die Welt, reagiert, und verschafft mir das Geühl, etwas vollbracht zu haben, das nicht nur mir zusagt. Das ist viel wert.

Seit wann bloggst Du?
Schätzungsweise seit dem 31.01.2005, beginnend bei myblog.de, dann zu twoday.net fliehend.

Selbstportrait?

ich

Sieht zwar kaum aus wie ich, aber man erkennt tendenzielle Tendenzen.

Warum lesen Leser Dein Blog?
Weil es existiert. Ohne seine Existenz fiele den Lesern die Lektüre sicherlich schwer.
[Was für ne blöde Frage!]

Welche war die letzte Suchanfrage, über die jemand auf Deine Seite kam?
Keine Ahnung. Normalerweise kümmere ich mich nicht darum, wer was bei mir zu finden erhoffte. Und im Augenblick spinnt auch das Counter-Dingens, so daß ich die Antwort vorerst schuldig bleiben muß.

Nachtrag: Die neueste Suchanfrage lautet „homophob“. Na toll.
[Ich sehe gerade, daß bei google mein Blog Platz 1 im homophob-Pageranking zugewiesen bekam. Ich bezweifle, daß ich davon begeistert sein sollte…]

Welcher Deiner Blogeinträge bekam zu Unrecht zu wenig Aufmerksamkeit?
Ach, keine Ahnung. Dazu müßte ich jetzt mich durch das Archiv wühlen und nach Einträgen suchen, die ich wirklich gut fand. Ich würde sicherlich ein paar finden, doch für gewöhnlich traure ich mangelnden Reaktionen nicht hinterher. Zuweilen wundert mich, daß von mir für gut befundene Fred-Comics keine Kommentare bekommen. Allerdings bin ich mir auch dessen bewußt, daß es einfach albern ist, bei jedem einzelnen Comic zu schreiben, ob er nun besser oder schlechter war.
Es fehlen mir also ausreichend Gründe für eine Beschwerde, so daß ich geneigt bin, mit dem Kommentar-Ist-Wert zufrieden zu sein.

Dein aktuelles Lieblings-Blog?
Ich habe schon früher diese komischen Poesiealbumsfragen gehaßt, in denen nach Lieblingswurst, Lieblingsnasenloch und Lieblingsmohrrübensalat gefragt wurde. Ich habe keinen Lieblingsblog, aber es gibt es paar wirklich tolle.
Rebellas Krimskrams mag ich sehr gerne, die Texte von Frau ungesagt nicht minder. Die Allee der Spackonauten bekommt von mir das Attribut „fetzig“, und was der Till zusammenkrakelt, fällt vermutlich in dieselbe Kategorie.
Doch bevor ich hier die halbe Bloggerwelt mit Moratschem Geschleime in sphärische Höhen lobe, schweige ich lieber.

Wieviele Feeds hast Du abonniert?
Äh… 35. Erstaunlich; ich hätte nicht gedacht, daß es so viele sind.
Allerdings sei erwähnt, daß ein paar ziemlich inaktive [oder gar verstorbene] Blogs dabei sind, so daß das tägliche Lesepensum bei weitem nicht so groß ist wie angesichts einer solchen Zahl zu vermuten wäre…

Welche Blogs hast Du zuletzt gelesen?
Zuletzt rebella.twoday.net,
davor ungesagt.net
und davor die Allee der Spackonauten
[Mir gefällt die Deckungsgleichheit zu den Lieblingsblogs…]

An welche vier Blogs wirfst du das Stöckchen weiter?
Meiner Faulheit frönend gestehe ich ein, daß mir wenig daran liegt zu recherchieren, wer denn bisher stockfrei durch die Kante lief, wer bereits von einem umherwirbelnden Ast erschlagen wurde und wer sich solcher Dinge prinzipiell enthält. Ich beschließe daher, zur Stocksackgasse zu mutieren und niemandem weiterzureichen, was allmählich zu schimmeln beginnt.
Sollte sich jedoch jemand wagen, das morsche Stöckchen meinem Klauenpfoten zu entreißen, so werde ich mit Sicherheit nicht kläffend hinterhereilen, sondern ein schulterzuckendes „So ist das Leben eben.“ in mich hineinbrummen [und mich natürlich über den winzigen Reim freuen].

[Im Hintergrund: Nocte Obducta – „Galgendämmerung – Von Nebel, Blut und Totgeburten“]

Mindestens Haltbar: Nebenbei

Ich hatte mal wieder das Vergnügen und die Ehre, als Autor für das ohnehin lesenswerte Online-Magazin mindestens haltbar zu agieren.

Es sei also jedem empfohlen untiges Bild zu beklicken
mindestens haltbar - magazin für meinungen
und sich der neuesten Ausgabe zu widmen.
[Und das nicht nur wegen mir.]

P.S: Ich sollte vielleicht erwähnen, daß der dort aufgeführte Beitrag noch nicht hier in diesem Weblog erschien…

P.P.S.: Nicht unnett ist auch die Audiovariante des Textes, gelesen mit knuffigem österreichischem Akzent.

Vorwärts

„Menschen, die vom Fortschrittsgedanken fasziniert sind, ahnen nicht, daß uns jeder Schritt vorwärts zugleich dem Ende näher bringt und in den frohen Parolen immer weiter und vorwärts die laszive Stimme des Todes mitschwingt, die uns zur Eile drängt.“
Milan Kundera – „Das Buch vom Lachen und Vergessen“

Der Weg

„Der Weg: Ein Streifen Erde, den man zu Fuß begeht. Die Straße unterscheidet sich vom Weg nicht nur dadurch, daß man sie mit dem Auto befährt, sondern auch dadurch, daß sie nur eine Linie ist, die zwei Punkte miteinander verbindet. DIe Straße an sich hat keinen Sinn; einen Sinn bekommt sie nur durch die beiden Punkte, die miteinander verbunden sind. Der Weg ist ein Lob des Raumes. Jedes Teilstück hat einen Sinn für sich und lädt zum Verweilen ein. Die Straße ist die triumphale Entwertung des Raums, der dank ihr heute nur noch Hindernis für die Fortbewegung, nur noch Zeitverlust ist.
Noch bevor die Wege aus der Lanschaft verschwanden, waren sie aus der menschlichen Seele verschwunden; der Mensch verspürt keine Sehnsucht mehr zu gehen, die eigenenen Beine zu bewegen und sich daran zu erfreuen. Nicht einmal sein Leben sieht er mehr als Weg, sondern als Straße: als Linie, die von einem Punkt zum anderen führt, vom Dienstgrad des Hauptmanns zum Dienstgrad des Generals, von der Funktion der Ehefrau zur Funktion der Witwe. Die Zeit zum Leben ist für ihn zu einem bloßen Hindernis geworden, das es durch immer größere Geschwindigkeiten zu überwinden gilt.“

Milan Kundera – „Die Unsterblichkeit“

[Im Hintergrund: Novembers Doom – „Reflecting In Grey Dusk“]

Kein Ort für Tränen

Er schwamm fünfzig Meter von mir entfernt. Schaute nicht mal in meine Richtung. Er weinte, doch das Meer ist kein Ort für Tränen.
Sergej Lukianenko – „Wächter des Tages“

[Im Hintergrund: VAST – „Nude“]

Die Satanrente

Ich gebe zu, das Bild ist etwas klein. Doch trotzdem kann man erkennen, was mich heute verwirrte:

Logo Volkskrente

Sehe nur ich in der Mitte des Volksrente-Logos ein Kreuz?

Ich halte die kombination „Kreuz“ und „Rente“ nicht unbedingt für die beste Marketingidee wo gibt. Erst recht nicht, wenn es sich offensichtlich um ein umgedrehtes Kreuz handelt…

[Im Hintergrund: Nile – „Black Seeds Of Vengeance“]