Der Weg

„Der Weg: Ein Streifen Erde, den man zu Fuß begeht. Die Straße unterscheidet sich vom Weg nicht nur dadurch, daß man sie mit dem Auto befährt, sondern auch dadurch, daß sie nur eine Linie ist, die zwei Punkte miteinander verbindet. DIe Straße an sich hat keinen Sinn; einen Sinn bekommt sie nur durch die beiden Punkte, die miteinander verbunden sind. Der Weg ist ein Lob des Raumes. Jedes Teilstück hat einen Sinn für sich und lädt zum Verweilen ein. Die Straße ist die triumphale Entwertung des Raums, der dank ihr heute nur noch Hindernis für die Fortbewegung, nur noch Zeitverlust ist.
Noch bevor die Wege aus der Lanschaft verschwanden, waren sie aus der menschlichen Seele verschwunden; der Mensch verspürt keine Sehnsucht mehr zu gehen, die eigenenen Beine zu bewegen und sich daran zu erfreuen. Nicht einmal sein Leben sieht er mehr als Weg, sondern als Straße: als Linie, die von einem Punkt zum anderen führt, vom Dienstgrad des Hauptmanns zum Dienstgrad des Generals, von der Funktion der Ehefrau zur Funktion der Witwe. Die Zeit zum Leben ist für ihn zu einem bloßen Hindernis geworden, das es durch immer größere Geschwindigkeiten zu überwinden gilt.“

Milan Kundera – „Die Unsterblichkeit“

[Im Hintergrund: Novembers Doom – „Reflecting In Grey Dusk“]

FFFfF: Held

Heute erreicht mich wieder ein Comic-Wunsch. Leider jedoch fiel mir nicht Gescheites dazu ein, weswegen ich Ausflucht suchte in unten sichtbarem Comic. Es sei mir verziehen.
[Ich gebe aber nicht auf…]

Und so.


[Bild klicken für eine geringfügige Vergrößerung.]

[Im Hintergrund: Hollenthon -„With Vilest Of Worms To Dwell“]

Kein Ort für Tränen

Er schwamm fünfzig Meter von mir entfernt. Schaute nicht mal in meine Richtung. Er weinte, doch das Meer ist kein Ort für Tränen.
Sergej Lukianenko – „Wächter des Tages“

[Im Hintergrund: VAST – „Nude“]

FFFfF: Trick

Mmhh… Mir fällt gerade keine begleitende amüsante Geschichte ein, die ich zum heutigen Comic erzählen konnte, außer natürlich, daß ich es ziemlich spannend finde, den Ideen zuzusehen, die sich in meinem Schädel sammeln, wenn ich über den aktuellen Comic nachzudenken beginne. Es fetzt, wenn ich Bilder weiterspinne, Gegenstände einbaue, Gedanken verarbeite – und dann plötzlich mit wedelnder Handbewegung alles verscheuche, das Gedachte für unzureichend erkläre und einen neuen Ansatz wage.

Tatsächlich erfreut es mich immer wieder festzustellen, daß mir die Ideen nicht auszugehen scheinen.

Und so.


[Bild klicken für eine geringfügige Vergrößerung.]

[Im Hintergrund: VAST – „Nude“]

Hauchdünn

Und als sie sich verabschiedet, schlägt ihre Stimme über, zittert unmerklich, läßt sie den Hörer schnell auflegen, damit ich nicht merke, daß ihr plötzlich Tränen in die Augen schießen, daß die Gelassenheit des vorangangenen Gesprächs nur mühsam erarbeitet, hauchdünn, war und unter ihr die Angst vor dem Kommenden lauert.

Und ich, der eben noch beruhigend lächelte, meine Zuversicht in Worte preßte und durch die Leitungen schickte, sitze plötzlich neben dem Telefon, unsicher, mit Tränen in den Augen und Schatten der gleichen Angst im Herzen.

FFFfF: Mozart

Zum heutigen Comic sind mehrere Dinge zu sagen:

Erstens und Wichtigstens:
Ich widme das heutige Werk der geschätzten Frau Fragmente, deren Weblog übrigens durchaus les-[und hör-]bar ist.
Beim heutigen Comic handelt es sich nämlich um einen Wunschcomic.
Allerdings befürchte ich, daß der Comic zu plump ist und den Anforderungen nicht ganz gerecht wurde. Vielleicht gibt es ja alsbald einen zweiten, verbesserten Versuch…

Zweitens:
Obiger Titel paßt natürlich. Sehr gut sogar. Und das nicht nur, weil wir uns gerade durchs Mozartjahr bewegen und orgiastisch dessen 20+50. Geburtstag zelebrieren.
Als ich recherchierte, wie Text und Melodie des mir im Schädel herumspukenden Liedes denn richtig lauten – meine Erinnerung gab nur Bruchstücke preis, kombiniert, mit fantasievollen, aber falschen Ergänzungen -, wurde ich gewahrt, daß es niemand anderes als der verehrte Gottlieb [= Theophil = Amadeus] war, der diese wahrlich schöne Melodei [kein Tippfehler!] schuf.

Drittens:
Ein ironisches Grinsen geht an Jan, der sich bestimmt freut, daß ich seinen Lieblingskomponisten erwähnte…

Und so.


[Bild klicken für eine geringfügige Vergrößerung.]

FFFfF: Zwei

Heute versuchte ich wieder einmal, einen Comic während der Zugfahrt zu zeichnen. Aber was zwei male zuvor geklappt hatte, wollte heute nicht gelingen. Mehrere Male rutschte der Fineliner von der gewünschten Linie, so daß ich letztendlich genervt das Blatt zzusammenknüllte und ein neues begann – allerdings diesmal nur mit einer Bleistiftskizze versah, bei der ich nicht viel falsch machen konnte..

Und so.


[Bild klicken für eine geringfügige Vergrößerung.]

FFFfF: Die Idee

Tatsächlich erdreistete ich mir gestern Abend [eigentlich war es schon heute], schnell noch einen zweiten Comic hinterherzuzeichnen, auf daß ich heute nur noch veröffentlichen bräuchte.
Typisch für mich ist, daß ich gewillt bin, die Veröffentlichung nicht lange herauszuzögern, sondern alsbald auszuführen, weswegen der heutige Comic schon um die Mittagsstunde ersichtlich ist., obgleich dies mein winziges Ausruhpolster schon wieder vernichtet…

Und so.


[Bild klicken für eine geringfügige Vergrößerung.]

FFFfF: Krawatte

Ich bin mal so frei und schicke an dieser Stelle freundlichste Grüße an Mandy, die dafür sorgte, daß der heutige Comic wieder so spät veröffentlicht wird. Dafür jedoch nahm sie mir auch meine Ideenträgheit und ist somit partiell verantwortlich für den Inhalt des heutigen und des morgigen Fred-Comics. Letzterer existiert allerdings bisher nur in meinem Schädel…

Und so.


[Bild klicken für eine geringfügige Vergrößerung.]

P.S: Ich verspreche, daß der morgige Comic mal ausnahmsweise nicht erst kurz vor Tagesende veröffentlicht werden wird…

[Im Hintergrund: The Dresden Dolls – „Yes, Virginia“]

Menschen 24: Am Spielautomaten

Beim Dönermenschen [Das Wort Türke klingt, obgleich es nur eine Länderzugehörigkeit liefert, irgendwie abwertend.] finde ich mich, die Angebotstafel studierend. ‚Dürüm hatte ich noch nie, ist allerdings teurer als ein normaler Döner.‘
Noch bevor ich entscheidungsfindend meine Bestellung aufgeben kann, werde ich vom Ladenbesitzer freundlich in die richtige Richtung geschubst: „Döner zum Mitnehmen?“ Ich strahle ihn an: „Ja.“

Während der Türke [Jetzt habe ich es doch getan.] seinem Nahrungsmittelzubereitungswerk nachgeht, sehe ich mich um, interessiere mich nicht für die beiden Mädels, die, in unspannende Profanunterhaltung vertieft, sich ihre Mahlzeit in die Schädel stopfen. Am Glücksspielautomat [In Magdeburg scheint es üblich zu sein, daß nahezu jeder Dönerladen einen solchen besitzt.] steht ein vielleicht Fünfzigjähriger, der mit monotoner Gestik immer wieder auf die einzelen Knöpfe haut, den Automat teilnahmslos bedient, ohne daß das Spielprinzip für mich durchschaubar würde. Er kennt sich aus, doch verspielt desinteressiert sein Guthaben.

Erst als ich bemerke, daß der Mann überhaupt nicht auf die rotierenden Fruchtsymbole achtet, werde ich stutzig, erkenne sein Gesicht wieder: Es ist der Blinde, dem in hin und wieder begegne, während er auf seine Straßenbahn wartet und Umstehende bittet, ihm die Nummer der gerade ankommenden mitzuteilen. Ein Blinder, der Glücksspielautomaten nutzt. Ich bin beeindruckt.

Um meine Vermutung zu bestätigen, suche ich seinen Stock, doch entdecke ihn nicht. Dafür jedoch fällt mir nun auf, daß er gespannt den Piep- und Dudelgeräuschen lauscht, die dem AUtomaten entweichen, um zum offensichtlich richtigen Zeitpunkt auf die Taste zu hauen. Seine Tastenbedienung wirkt rabiat, doch soll vermutlich nur die Wirksamkeit seines Tastendrucks sicherstellen.

Der Dönermann wickelt mein Abendbrot ein, und der Blinde greift seinen Stock, der doch in der Ecke gestanden hatte, geht mit kleinen Schritten in Richtung Ausgang, sich vom Ladenbesitzer verabschiedend: „Meine Bahn kommt gleich.“ Während ich mich bemühe, nicht da zu sein, mich an den Thresen zu pressen und somit nicht im Weg zu stehen, bemerke ich, wie einsam und traurig er aussieht.
„Bis morgen.“, meint der Dönermann, als wolle er meine Feststellung bestätigen.

Am Tisch tuscheln die Mädchen: „Der war ja blind!“. ‚Blind‘, denke ich, ‚aber nicht taub.‘, denn noch immer steht er in der Tür.

Ich erhalte meinen Döner, bezahle, verabschiede mich und sehe den Blinden, wie er sich am Rand des Fußwegs plaziert und auf seine Bahn wartet.
Es sieht nicht so aus, als würde sie bald kommen.

[Im Hintergrund: The Dresden Dolls – „Yes, Vorginia“]