immergrau

zur faust geballte augenlider
den mund zur mauer festgestampft
ein toter ton raubt alle worte
die perle klebt im innennetz.

innenwelt fängt meine sinne
reißt mich nieder
baut mich auf
starr gewandet
tief in tränen
doch ich schweige
lebe nicht.

ignoranz teert alle wege
abgespaltet stirbt der mensch
blindes dasein füttert wunden
atemlos ins ich gehetzt

innenwelt fängt meine seele
lenkt die wege
abgrundtief
tilgt das außen
löscht ein leben
jagt die motten
aus dem licht.

reiß die schreie aus der kehle
zerr die tränen aus dem blick
spreng die immergrauen mauern
finde, was nicht länger sucht.

www.bluthand.de>

[Im Hintergrund: Grabnebelfürsten – „Von Schemen und Trugbildern“]

fragil

wenn du mich fragtest
würde ich lügen
lächeln
mich nicht kennen

wenn du mich fragtest
nennte ich einen namen
dessen sinn ich längst verlor

wenn du mich fragtest
finge ich mich
im netz der falschen wege

wenn du mich fragtest
bemalte ich mein herz
mit glitzerbuntem leben

doch du schweigst
fragst nicht
läßt mich an meiner wahrheit
zerschellen.

www.bluthand.de

spiegelruf

reglos
rastlos
halt den stillstand
fang mich kriechend
wenn du kannst
denk mein denken
sei mein leben
geh voran
so du vermagst

wag die schritte
spreng das wollen
stürz hinauf
verblende mich
find das fliegen
meine welten
sei mein führer
leben
ich.

www.bluthand.de

[Im Hintergrund: Dornenreich – „Bitter ist’s dem Tod zu dienen“]

graugemäuer

als wär der leib ein graugemäuer
stadtkernfern am scheideweg
insel stummer lichtgeburten
irgendwann vergangenheit

längst zersplittert alle scheiben
keine sonne glitzert stumm
tote augen suchen leben
stöhnen trauer mit dem wind

wege
wirre bröckeltreppen
gänge
hohl und menschenleer
doch kein anfang führt nach innen
doch kein echo schreit sich taub

in den rahmen welken bilder
sinnverwesung näht ein kleid
leben rieselt von den wänden
zeichnet träume in die furcht

reiß mich nieder!
fahle stimme
spinnenbein zu klang verformt
reiß mich nieder!
hauchgemäuer
staub soll sein, was schatten war…

www.bluthand.de

[Im Hintergrund: Grabnebelfürsten – „Von Schemen und Trugbildern“]

für dich

schenk der innenwelt ein seufzen
spür mein herz im trippeltakt
trippelschritte
flüsterwege
folgend deiner wolkenspur

sehnsucht um dein herz gefaltet
schleich ich sternen hinterher
pflück dein lächeln aus der sonne
leb für dich
für leben nur.

www.bluthand.de

[Im Hintergrund: Anathema – „A Natural Disaster“]

Vakuum

der Stille deinen Namen schenkend
der Leere
die im Arm mir schwelt
ein Wattehauch aus Möglichkeiten
vorbei
vergebens
unbeseelt

dein Wortflüster heimlich suchend
trinkend
was im Geiste quellt
im Tanze deinem Fehlen folgend
dem Augenblick
der dich enthält

der Stille deinen Namen schenkend
‚Verbleib!‘
sehnt blasses Ich-Gesicht
ein Zitterfinger sucht Berührung
die leere Form
erkennt mich nicht.

www.bluthand.de

Unter Federn

Tageslicht entweicht in Schatten
Formen geben sich in Grau
ein Gedicht liegt auf den Lippen
lächelnd schweigt das wahre Wort.

Blindheit tobt auf Tränenaugen
Silhouettentanz im Kopf:
ferne Nähe spürt mein Lächeln
lockt ein Flüsterlicht hervor.

Tief geschlossen alle Blicke
Innenpforte öffnet sich
‚Halt mich fest‘
dein zartes Wispern
als das Träumen mich verschlingt.

www.bluthand.de

umarmung

schließ mit wildem kuß
die augen
tilg mit leben
meinen blick

entgleite schwebend
meinen ängsten
träume fangen dich
ins licht
als die blicke dich ersuchten
als die sehnsucht
dich erfand

schließ mit süßem kuß
die augen
senk dein antlitz
in mein herz.

www.bluthand.de