Das Wort des Tages 10

Auf Wunsch eines freundlichen Lesers deklariere ich spontan das Wort
klauben
zum heutigen Wort des Tages.
Und tatsächlich hat es den Titel verdient, neige ich doch dazu, es häufiger in Benutzung zu ziehen. Bemerkenswert ist auch der Klang des Wortes, dem in meinen Ohren seine Tätigkeitsbeschreibung schon anzuhören ist…

Das Wort des Tages 9

Auch heute soll es wieder mehrere Tageswörter geben.

Das erste ist
Schurke.
Vor kurzem wurde mir bewußt, daß jenes Substantiv trotz seines eigentlich unfreundlichen Bedeutungshintergrunds ein geringes Beleidigungspotential besitzt, dementsprechend eher niedlich oder albern als bösartig oder unfreundlich wirkt.
Ich werde mich also bemühen, in Zukunft hin und wieder vom Wort „Schurke“ Gebrauch zu machen, auch wenn mir das schwerlich gelingen wird, ohne dabei innerlich zu schmunzeln oder gar zu feixen.

Und das bringt mich schon zum zweiten Wort des Tages:
feixen.
Erst vorhin grinste ich vor mich hin, als mir dieses Verb in den Sinn kam und ich feststellte, daß es nicht mehr allzu häufig gebraucht wird. Schade eigentlich, klingt es doch – nicht zuletzt aufgrund des verwendeten Xs – sehr schön.

Das Wort des Tages 8

Heute kommen gleich drei Worte in Frage, die ich allesamt in einer Mail verwendete, weswegen sie mir überhaupt erst bewußt wurden.

Das erste ist
fletzen.
Mein Duden kennt diese transitive Verbform erstaunlicherweise nicht, weswegen ich davon ausgehe, daß es sich um regionales Idiom handelt. Schön finde ich das lange E vor dem TZ, was irgendwie ungewöhnlich anmutet. [Vor einem TZ erwarte ich normalerweise einen kurzen Vokal]. Nicht minder schön finde ich, daß das Wort genauso bequem klingt wie seine Bedeutung.

Das zweite Wort des Tages heißt
vergraulen.
Mein weiser Duden behauptet, das wäre Umgangssprache. Immerhin kennt er es. Mir fiel auf, daß es nicht häufig verwendet wird, dabei doch einen recht interessanten Klang hat.

Das dritte und letzte Wort des heutigen Tages ist
Durchlaucht.
Diese Fürstenanrede klingt derart lächerlich, daß ich sie unbedingt mal erwähnt wissen wollte. Die Assoziation zu grünem Lauch will mir dabei nicht aus dem Kopf weichen…

Das Wort des Tages 7

Das heutige Wort des Tages ist eindeutig
anderthalb.

Warum?
Weil es ein tolles Wort ist.
Weil ich nie im Leben auf den Gedanken käme, „eineinhalb“ zusammenzustottern.
Und darum.
[via argh!]

Das Wort des Tages 6

Des gestrige Wort des Tages war eindeutig
schlendern.
Nicht nur, weil es mir in den Sinn kam und spontan gefiel, sondern auch weil ich gestern feststellte, daß das Schlendern eine meiner favorisierten Fortbewegungsarten ist, bietet es doch die Möglichkeit, die Details der Umgebung wahrzunehmen, aufzunehmen und sich ihrer zu erfreuen. Dem Schlendern wohnt eine Unbekümmertheit inne, die sich wohl vor allem auf das Zeitliche richtet, eine Unbekümmertheit Terminen und Planungen gegenüber, eine Spontansorglosigkeit, die in der Hektik der Tage zu oft unterzugehen droht, ein beschwingtes Sich-Treiben-Lassen, das dabei zu helfen vermag, das eigene Ich inmitten des Lebenswirrwarrs wiederzufinden und das Fremde, Bedrohende für einen Augenblick zu vernachlässigen.

Widerliche Wendungen

Zu den Formulierungen in der deutschen Sprache, die mir am auffälligsten mißfallen, gehört eindeutig

im Endeffekt.

Tatsächlich bemerkte ich schon desöfteren, daß diese Wortgruppe vor allem in mündlicher Rede sehr gern angewendet wird, um einen elegant klingenden Lückenfüller als Ersatz für das wenig ansprechende „Ähh…“ zu benutzen. Nicht selten erlebte ich eine Aneinanderreihung von Sätzen, die allesamt mit „Im Endeffekt“ begannen, doch keinerlei Schlußfolgerung oder ähnliches beinhalteten. Zu Spielergebnissen befragte Sportler können ein rhetorisch mißtönendes Liedchen davon singen.

Besonders supekt jedoch wird es, wenn beispielsweise selbst höhere Gewerkschaftsfunktionäre vor den Pforten eines bestreikten Betriebs mehrfach zu dieser Formulierung greifen und dabei auch noch einen unappetitlichen Aussprachefehler einfügen, den ich mit tiefster Mißgunst zu belegen gewillt bin.

Denn nicht selten wird „im Endeffekt“ so ausgesprochen, als schriebe man „im Ende Fekt“. Das klingt nicht nur unglaublich albern, sondern überzeugt auch den letzten Hörenden davon, daß der Sprechende keine Ahnung von dem zu haben scheint, was er gerade in den Mund nahm.

Schade eigentlich.

Das Wort des Tages 5

Das gestrige Wort des Tages war eindeutig

Abwasserkanallampenkohlenstaub.

In dem wahrlich guten Disney-Zeichentrickfilm „Basil, der große Mäusedetektiv“ aus dem Jahr 1986, welcher am gestrigen Abend auf SuperRTL zu sehen war, wird dieses wunderschöne Wort zwar nicht explizit genannt, doch nahezu erwähnt, als Basil Staubspuren auf einem Blatt Papier analysiert und mit untrüglicher Sicherheit feststellt, daß diese Spuren zweifelsohne von Kohlenstaub stammen, wie er nur für Abwasserkanallampen verwendet wird.
Nicht nur weiß ein solcher Scharfsinn zu beeindrucken, sondern auch die Möglichkeit, ein derart abstrus langes, dennoch sinnbefülltes Wort zu kreieren.
—–

Das Wort des Tages 4

Das heutige Wort des Tages vernahm ich schon am gestrigen, entschlüpft dem Mund der Freundin meines Bruders, resultierend aus einem winzigen Versprecher, mündend in das Amusement über die bildliche Vorstellung des Gesagten:

Halsarmee.

das wort des tages 3

ich hatte es am gestrigen tage vergessen zu erwähnen. dessen schäme ich mich durchaus ein bißchen, insbesondere weil das wort mir heute schon wieder zwischen die lippen geriet. sicherlich wäre es ein einfaches, das wort nicht zu dem des gestrigen, sondern zu dem des heutigen tages zu deklarieren, womit aber zum einen dieser kryptsiche vortext seinen sinn verlöre, zum anderen auch der heutige tag schon in den frühen morgenstunden seine chance abgeben müßte, ein eigenes ‚wort des tages‘ zu kreieren.

das gestrige ist jedenfalls
wirrwarr.

vermutlich verfüge ich über eine mir bislang unbekannte vorliebe für doppelte Rs, war die R-verdopplung doch schon beim letzten vertreter dieser (noch nicht zu einer solchen erklärten) rubrik vorhanden und auffällig. ich bin deswegen auf das nächste wort gespannt, das mich in beschlag nehmen wird.

ich versuchte gerade, noch andere beispiele herauszufinden, in denen ein doppel-doppel-R anzufinden ist, doch vermag ich aufgrund mangelnder konzentrationsfähigkeit keinerlei ergebnisse zu liefern. mir sei das verziehen.

erwähnt werden muß aber, daß ich wirrwarr vor allem deswegen gut finde, weil das wort an sich schon selbstbeschreibend wirkt. vielleicht handelt es sich dabei auch um onomatopoeia, also lautmalerei. vielleicht aber auch nicht.

auch das wort „wirr“, ein ableger des gestrigen ‚wort des tages‘, findet sich mit überraschender häufigkeit in meinem wortschatz wieder. nicht selten versuche ich mich an pauschalisierenden aussagen wie „die welt ist …“ und muß dann feststellen, daß „wirr“ das einzige wort ist, mit dem ich mich als beschreibendes element zufriedenstellen kann.

was demnach verbleibt, ist die frage, was eigentlich ein „warr“ ist…

das wort des tages 2

ohne große überlegungen erwähle ich
ramschladen
zum heutigen wort des tages. ich entdeckte dieses nette stück deutscher sprache soeben durch – wenn man geneigt ist, an einen solchen zu glauben – zufall und verlas mich auch prompt.

sich zu verlesen geht einfach: ein wort taucht vor den eigenen augen auf, der blick streift es kurz, formt im geiste laute, die jedoch keinen sinn ergeben. der blick streift erneut, und das begreifen setzt ein: einzig eine falsche im-kopf-betonung oder unpassenderweise im denken zusammengefügte zeichen wurden zum grund für das unverständnis. denn bei einer zweiten lektüre, angereichert um entsprechend hohes aufmerksamkeitspotential, wird der zusammenhang und somit das wort verständlich und zum teil des bekannten eigensprachguts.

so geschah mir soeben, als ich ramschladen las. es stellte sich mir sofort die frage, was eigentlich ein „schladen“ sei. ein zweiter blick erweckte jedoch die erkenntnis – und das bewußtsein, daß „ramsch“ auch recht hüsch anzumuten ist und von nun an häufiger meine kommunkation bereichern sollte.