Inktober 2015 – 06: Hai

Inktober 2015 - 06

Der Grundgedanke meiner diesjährigen Inktober-Reihe ist ja eine knuffige Mischung auf Positivität und Wortspielen. Keine Ahnung, ob ich das 31 Zeichnungen lang durchziehen werde, doch ich kann sagen, dass ich ein bisschen stolz darauf bin, wie doof das heutige deutsch-englische Wortspiel ist.
Wäre auf jeden Fall ein guter Beitrag zum Fredkalenderfeiertag des 12. Novembers.

Inktober 2015 - 06

Inktober 2015 – 05: Schaf

Inktober 2015 - 05

Die Idee zur fümpften Inktober-Zeichnung kam mir unter der Dusche. Gleiches gilt für Idee Nummer 1. Der Regel folgend müsste dann am 09.10. wieder eine Duschidee hier auftauchen. Nun ja. Wir werden sehen.

Inktober 2015 - 05

Inktober 2015 – 04: Flunder

Inktober 2015 - 04

Die vierte-Inktober-Zeichnung hätte auf Englisch vermutlich auch funktioniert. Aber Deutsch rockt bekanntlich auch totally.
Ich mag die Rückkehr zum Hintergrundherz und das kleine Quallending am Flunderpo.
Und euch. Euch mag ich am meisten.
Ihr seid nämlich flundervoll!

Inktober 2015 - 04

Inktober 2015 – 03: Giraffe

Inktober 2015 - 03

Die dritte Inktober-Zeichnung fällt ein wenig aus der Reihe. Die Reihe ist noch nicht sehr lang, und schon jetzt sticht sie ein wenig heraus.
Zum einen, weil ich in einem unglaublich innovativen Geistesblitz die Karte einfach um 90 Grad drehte. Zum anderen, weil hier tatsächlich so etwas wie eine Landschaft zu sehen ist und somit die abgeschlossene Kompaktheit der vorangegangenen Motive ein wenig aufweicht. Und außerdem ist der Text auf Deutsch, obgleich er ebensogut auf Englisch hätte sein können.
Und so.

Inktober 2015 - 03

Inktober 2015 – 02: Taube

Inktober 2015 - 02

Wie das immer so ist, wenn man etwas Ungewohntes macht: Es gibt Komplikationen.
Meine bestand in erster Linie darin, dass das ausgewählte Papier sehr saugfreudig war und sich bestens dazu eignete, jede Linie mit hübschen Äderchen zu dekorieren. Für die zweite Inktober-Zeichnung probierte ich hoffnungsvoll erneut, doch sah mich rasch gezwungen zu wechseln.
Auf dem neuen Papier entstand eine Taube, sie mag die Beatles, und ich mag sie. Alles ist gut.

Inktober 2015 - 02

Inktober 2015 – 01

Inktober 2015 - 01
Es ist mal wieder Inktober, und ich habe – mit kleiner inspirativer Unterstützung von puvo-Josephine – spontan beschlossen, daran teilzunehmen. Das bedeutet, dass ich in diesem Monat Tag für Tag eine Zeichnung mit Feder und Tusche erstellen werde.

Ich besitze nur eine einzige merkwürdige Zeichenfeder und zudem eine große Menge an wenig Zeit. Daher habe ich beschlossen, schnuffelige Kleinzeichnungen zu erstellen statt immenser Riesengemälde. Der Plan ist, leere Grußkartenklappkarten mit niedlich-knuffigen, positiven Motiven zu versehen. Dass die Motive motivierend sein sollen, sagt schon ihr Name.

Inktober 2015 - 01

Für heute bin ich fertig, und ich stelle unfroh fest, dass das erworbene Grußkartenpapier sehr saugfreudig ist und jede Linie faserig wirken lässt. Ich werde wohl einen Papierwechsel vornehmen.

Dennoch freue ich mich. Und ihr dürft euch mit mit freuen. Nicht nur, weil ihr 31 tintige Zeichnungen zu sehen bekommen werdet, sondern auch, weil ich die Karten nach dem Inktober verlosen werde. Details dazu werde ich später verkünden.

Freut euch also auf den Inktober und fühlt euch allerherzlichst eingeladen, euch begeistert am Inktober zu beteiligen.

Wuhuu! Zehn Jahre Fred!

Fred feiert Geburtstag, und plötzlich ist es Zeit für ein paar Wörter.

Wie alles begann, habe ich bereits so oft erzählt, dass ich spüre, wie kleine fredcomicige Zs über meinem Kopf aufploppen, während die Wörter meinen Mund verlassen.
Und doch:

Als ich 2005 ein Interview mit Flix über dessen Comictagebuch las, das zwei Jahre lang Tag für Tag aktualisiert worden war, dachte ich kurz: Das kann ich auch. Natürlich nicht als Tagebuch und nicht mit mir als Hauptfigur. Sondern mit einer kleinen dicken Fledermaus, die wenige Tage zuvor auf meinem Papier aufgetaucht war und sich zu einem knuffeligen Käferchen gesellt hatte. Und nicht mit tatsächlichen Ereignissen, sondern mit Albernheiten und Optimistitäten – und natürlich mit Wortspielen. Vielen Wortspielen.

Zwei Jahre, dachte ich, und begann.
Am 20.09.2005 erschien der erste Fredcomic, mit Bleistift und Finelinern gezeichnet, der Hintergrund mit dickem Filzstift geschwärzt.
Am nächsten Tag erschien der zweite Comic, dann einen Tag später der dritte.
Mein Verbrauch an Filzstiften war enorm.

Mit der Zeit wurde alles besser. Ich lernte, dass ein Rechner schneller und schöner hintergrundschwärzte als ein Bastian, Fred wurde runder und runder, bekam noch eine Handvoll Freunde dazu, aß immer mehr Kekse und entwickelte nach und nach ein Eigenleben.

Ich zeichnete jeden Tag, veröffentlichte oft genug pünktlich, um eine Regelmäßigkeit erkennen zu lassen, bekam treue Leser, die manchmal verschwanden, manchmal blieben, kreierte Kalender und Fredventskalender, schließlich sogar ein Buch und ein Ebook, erhielt technische Unterstützung und Aufwertung, verkaufte fredige Textilprodukte, war auf Comicmessen plötzlich Künstler statt Besucher und widmete mich mehr und mehr dem knuddligen Flattermann, dessen Fredfater ich geworden war.

Zwei Jahre vergingen, doch ich hörte nicht auf, zeichnete täglich, veröffentlichte täglich, arbeitete wochenlang vor, um auch während urlaubiger Abwesenheit jeden Tag einen Comic in das weltweite Netz stopfen und irgendwo ein Schmunzeln erzeugen zu können, beendete mein Studium, begann zu arbeiten und heiratete schließlich sogar, ohne auch nur einen Atemzug lang innezuhalten.

Ich erhielt Ablehnungen von Verlagen, schlief zu oft zu wenig, warf an Jahresenden jede freie Minute in Richtung frediger Kalender, krakelte in Bahnen und Bussen, legte mir Tag für Tag neuen Druck auf die Schultern, wieder einen wundervollen Comic zu erstellen.

Und das tat ich gern, tue ich gern.
Wenn der Stift einen lächelnden Fred formt, dann lächle auch ich, und ich weiß nicht, wer von uns beiden den anderen mit seiner Zuversicht angesteckt hat. Ich liebe es, Albernheiten in Bilder zu wandeln, liebe es, inmitten von Gesprächen plötzlich ein Wort zu entdecken, das ideal für einen Comic geeignet wäre, liebe es, für einen Moment der Ruhe in irgendeinem Zimmer zu verschwinden und wenige Minuten später stolz grinsend wieder herauszukommen – mit einer neuen Idee im Kopf, einer Idee, die ich trotz über 3000 Comics noch nicht hatte.

Ich liebe es, dass es so viele Nettmenschen gibt, die meine Comics lesen, die Fredshirts bestellen, die das Fredbuch mögen. Noch mehr liebe ich es, dass ich viele von euch traf und dass ihr so wundervoll seid, dass ihr täglich kommentiert, den Comic mit weitere Wortspiele, weitere Quatschitäten vergrößert, das ihr transkribiert und unterstützt, dass ihr irgendwo da draußen und zugleich unglaublich wundervoll seid.

Ich liebe es, Fredfater zu sein.

Und doch: Alles hat ein Ende.

Lange zögerte ich, den Fredcomic zu beenden, mir und euch einfach so etwas zu nehmen, das mir so sehr am Herzen liegt. Lange dachte ich nach, weigerte mich, wollte doch, wusste nicht.
Aber seit einer Weile steht mein Entschluss fest:

Nach 10 Jahren Fred, nach zehn Jahren, in denen Tag für Tag ein Comic aus meinem Köpfchen in das weltweite Netz sprang, höre ich auf. Nicht mit Fred, nicht mit dem Webcomic, nicht mit dem Fredkalender oder dem Shop. Nein, ich höre auf, jeden Tag für Fred zu zeichnen, jeden Tag einen Fredcomic zu ersinnen, jeden Tag auf fonflatter.de etwas zu veröffentlichen.

Fortan wird Fred 3 mal wöchentlich erscheinen: montags, mittwochs und freitags.
Vielleicht werde ich an Donnerstagen hin und wieder einen alten Fredcomic aus dem Archiv dazwischen mogeln, doch im Grunde ist es das:
Drei Fredcomics pro Woche. Kostenlos, fetzig und voller Kekse.

Die plötzlich gewonnene Zeit jedoch soll nicht weggeworfen sein, sondern fließt in größere Projekte. Statt kleiner Täglichkeiten will ich mich Langfristigerem widmen.
Eine Graphic Novel wuselt seit geraumer Weile durch meinen Schädel und möchte endlich verwirklicht werden. Kinderbücher wären schön, ebenso andere Shops mit unfredigigen, aber nicht minder niedlichen Motiven. Es gibt so viel Mögliches, und ich freue mich darauf, ahnend, dass auch die plötzlich freigewordenen Sekunden nicht ansatzweise ausreichen werden, um alle Wege begehen zu können.

Zunächst jedch beginnen wir klein:
Mit einem Comic am Montag, einem weiteren am Mittwoch, einem weiteren am Freitag.
Und mit zehn neuen Motiven im Fredshop, extra für den Fredgeburtstag angefertigt, jeden Tag eins mehr.
Und mit dem Fredkalender 2016, den fortzuführen mir in den Fingerchen kribbelt.
Und mit der Vorfreude auf die ComicCon 2016 in Stuttgart, auf der ich einen eigenen Zeichnerstand haben werde.

Und mit einem dicken Danke:
Ich danke euch allen für die wundervollen zehn Jahre und freue mich grinsend, kichernd, hüpfend auf alles, was kommt.

Ihr fetzt!
<3

FrOstern!

Ich habe – weil die Zeit mal wieder knapp ist und niemand ahnen konnte, dass dieses Jahr schon wieder ein Osterfest stattfinden wird – rasch ein paar knuffige Osterkarten an meine Familie erstellt.

Osterkarten0
Osterkarten1
Osterkarten2

Habt ein plüschiges Hoppelfest, ihr Wuschelknusel!

Ausmalbilder

Zum Geburtstag von Sinan und Can kreierte ich zwei knuffige Ausmalbilder.
Das Gute an Ausmalbildern ist ja, dass man sich die Kolorierung sparen kann. Und dass man karierte Dinosaurier zeichnen darf.

Ausmalbild Teddy
Ausmalbild Dinosaurier

Volle Kanne Weltruhm

Hier ist der Youtube-Link zum Artikelinhalt.

Weltruhm – das sind anscheinend fünf neue Freundesanfragen auf Facebook.

Ich sitze im Zug und fahre zurück. Nach Hause. Mein Gesicht ist ungeschminkt, und niemand erkennt mich. Oder alle tun so, als wüssten sie nicht, dass ich vor wenigen Augenblicken noch live im ZDF zu sehen war. Für sieben Minuten. Immerhin.

Diesen sieben Minuten gingen Telefonate voraus. Mindestens eine halbe Stunde lang erklärte ich der beeindruckend freundlichen Redakteurin, wer ich bin, was ich tue und warum eigentlich. Diverse Emails flossen, teilweise sogar mit Anhängen. Die Reise wurde gebucht, irgendwo auf der anderen Seite, und plötzlich saß ich in einem ICE nach Düsseldorf. Drei Stunden Fahrt in erster Klasse für das Zweite Deutsche Fernsehen. Es gab Kitkats für alle, die nicht wussten, dass man als ErsteKlasseFahrer auf die Kitkats verzichtet, weil sie beweisen, dass man normalerweise nicht erstklassig fährt. Und ich rannte mit offenem Hosenstall durch die Abteile, als wäre ich die neue Britney Spears.

Dann ein Taxi, in dem ich, ohne irgendeine Ahnung zu haben, mit dem Fahrer über Fußball diskutierte. Kalter Rauch hing in der Luft, und ich fragte mich, ob das der Geruch zukünftigen Ruhms war.

Für die sieben Fernsehstudiominuten war es nötig, dass ich vor Ort übernachtete. „Volle Kanne“ lief schließlich am Morgen, und die Kamera addiert bekanntlich zehn Kilo zu jedem Augenring. Die vorgebuchte Luxussuite sah aus wie ein Hotelzimmer. Doch es hatte Fernsehlautsprecher in Badnähe, und allein das qualifizierte es als gut. Beziehungsweise als angemessen für einen zukünftigen Kurzauftrittsfernsehstar.

Leider schaffte sämtliche Erstklassigkeit und aller Zukunftsruhm es nicht, das Fernsehprogramm zu ästhetisieren. Also besuchte ich das Premium-Internet, das man mir tatsächlich gegeben hatte. Die Wellen, auf denen ich surfte, waren aus digitalem Gold. Glaube ich.

Schlaf mündete in zu viel Schlaf mündete in Zeitknappheit. Ich panikte ein professionell herum, stopfte innerhalb von wenigen Minuten erst den Teller und dann mein Gesicht voll mit Leckerfrühstück und eilte mit divenhafter Verspätung zu meinem Fahrer. Der in der S-Klasse auf mich wartete. Ab hier beginnt wohl der Weltruhm, dachte ich, stieg hinten ein und redete kein einziges Wort mit dem Chauffeur, um das Gefühl der eigenen Wichtigkeit nicht zu verringern.

Studio und sämtliche Hinterräume waren winzig und vollgestopft mit Menschen. Anscheinend verbot es ihnen ihre eigene Beschäftigtheit, mich um Autogramme oder Audienzen zu bitten. Selbst wenn sie einfach nur auf dem schnuckligen Sofa rumsaßen und quatschten.

Die dramatischen Flugzeugabsturzereignisse in Frankreich waren in aller Munde, und der ZDF zeigende Fernseher in der Ecke des Wartezimmerchens trug seinen dramatischen Teil dazu bei. Der Sendungsablauf wurde fleißig umgeworfen, doch noch immer war ich geplant. Der Kommende Weltruhm zitterte kurz, dann lächelte er wieder.

Johannes Oerding, der eigentliche Gast der Sendung, war mit Sympathie um sich und traf auch mich. Danach traf mich ein wenig Schminke mitten ins Gesicht, und jeder einzelne Anwesende lullte mich in Nettigkeit. So wollte ich leben.

Dann wurde ich verkabelt. Ab sofort musste ich auf meine Wörter achten. Dass vielleicht nicht alle Nazis schlecht seien, hatte ich zu verschweigen. Doch auch Schweigen war falsch, war ja mein ganzer Zweck heute ein kleines Interview, etwas, bei dem es schlau wäre, auch zu reden.

Der Volle-Kanne-Gärtner und der Volle-Kanne-Arzt saßen mit uns rum, wenn sie nicht gerade vor Kameras standen, und halfen damit, das Gefühl kuschliger Enge zu vergrößern. Wir sollten alle mehr GEZ bezahlen, legte ich fest. Zukünftige TV-Stars brauchen Paläste! Oder zumindest Palästchen!
Ich nuckelte an meiner Wasserflasche und verzichtete auf den ständig ausgehenden Kaffee. Die Sendung begann, Johannes Oerding und Andrea Ballschuh machten ihr Ding und legten feinsäuberlich den Pfad zu meinem Miniaturauftritt. Natürlich mit holprigen Umwegen über tragische Berichterstattung und oerdingscher Albumserwähnung. Dennoch: mit jedem einzelnen Zittern meiner Finger kroch mein Weltruhm näher.

Die Uhr an der Wand meinte, es sei noch Zeit. Die Redakteurin Eva war bei uns und malte gute Laune in den Raum. Ich nervöste noch ein wenig herum, denn das gehörte sich einfach so. Der Fernseher zeigte, was im Studio entstand, und es war befremdlich, Johannes im ZDF zu erblicken, und wenige Augenblicke neben mir an der fast leeren Kaffeedarreichungsstation. Von wegen volle Kanne.

Meine Gedanken üben Eloquenz. Gleichgleichgleich schreien sie permanent. Dann bewegen sich Evas und meine Füße zum Studio. Es ist wirklich klein, und abgesehen davon, dass tausend Leute hinter Kameras stehen, und ich nicht weiß, wohin ich schauen soll, ist alles super. Immerhin weiß ich, wo ich sitzen soll. Vor mir tauchen Kaffee und Wasser auf. Schließlich ist das ein Frühstückstisch.

Ein Einspieler wird gezeigt, amüsiert alle Anwesenden. Guter Anfang denke ich erfreut und erinnere mich nicht mehr daran, welche der gezeigten Kalendertage von mir erfunden worden waren. Macht ja nichts, denke ich und knirsche nicht mit den Zähnen. Meine Hände, meine Arme, sind im Weg, Andrea und Johannes wirken offen und freundlich, und es gibt keinen Grund, Angst zu haben, und dann sind es nur noch zehn Sekunden, bis die Kamera auf uns zeigt und eine zukünftige Weltberühmtheit, ein Comiczeichner und Kalendertageerfinder, vorgestellt wird. Das bin dann wohl ich.

Ich höre mich Dinge sagen und mich mindestens zwei mal verhaspeln. Denken funktioniert nicht so richtig. Mein Mund arbeitet von alleine, findet irgendwo in mir noch ein paar Kalendertage, die er nennen kann, reagiert auf Johannes, reagiert auf Andrea, pustet sogar das von mir geschätzte Wort Positivität in die Welt, trocknet aus, findet Glaswasserfeuche, antwortet noch, formt vielleicht sogar ein Lächeln, ich weiß es nicht, trägt mich durch sieben Minuten Fernsehaufnahme, und dann ist es vorbei.

Eine Dame mit Mikro weist mich in ungefähre Richtung des Draußen, Eva empfängt mich und freut sich, dass alles super lief. Ich freue mich, dass ich keine Nazis erwähnte, und dann bin ich schon beim Abschminken.
Ob ich weiß, wie man sich eincremt, fragt mich die nette Dame, und ich überlege, ob man als Weltfernsehstar das üblicherweise von jemandem erledigen lässt. Kommt auf jeden Fall auf meine ToDoList. Beziehungsweise auf die ToBeDoneBySomeoneList.

Ich bin noch immer verkabelt, als Johannes Oerding live mit Gitarre einen seiner Songs singt und mich damit beeindruckt, wie er das einfach so kann: charmant und professionell auf alle Fragen antwortend nebenbei noch ein Liedchen trällern und dabei auch noch gut zu klingen.

Abspann. Er kommt rein, alle reden durcheinander, Andrea kommt dazu, irgendwann wird meine Kabelei entfernt, ich danke, freue mich, Johannes singt Andrea noch ein Liedchen, gibt mir eine signierte CD, ich signiere ihm einen Kalender. Allgemeiner Aufbruch, mit Händeschütteln und allem. Der Fahrdienst steht bereit.

Ich smalltalke auf dem Weg zum Bahnhof, diesmal über Comics. Die Schweigeminute erwischt uns mittendrin, und wir schweigen. Gefällt mir auch.
Dann stehe ich am Bahnhof und stelle fest, dass mich niemand erkennt. Wie lange es wohl dauert, bis der Weltruhm einsetzt?

Als der ICE einfährt, steige ich in die 2.Klasse. Meine Bahncard gilt nur für die zweite, mein Ticket für die erste Klasse. Vermutlich sollte ich in der Trenntür stehen.
Ich setze mich. In das gemeine Volk. Will trotz nahendem Weltruhm den Kontakt zum Normalmenschen halten. Allerdings mit Kopfhörern. Selbst die Schaffnerin ist von meiner Bahncard-Ticket-Situation verwirrt. So macht man sich unsterblich, denke ich und grinse wie eine Zelebrität.

Neben mir handyfilmen drei Touristen ihre Urlaubsreise. Es ist unvermeidbar, dass ich ebenfalls im Bild bin. Das kann kein Zufall sein, denke ich und spüre, wie mein Ruhm die Landesgrenzen überquert. Währenddessen lasse ich mich durch Deutschland tragen, höre ich Musik und beantworte das Internet.

Fünf neue Freundschaftsanfragen warten auf Facebook auf mich. So fühlt sich also Weltruhm an, denke ich.
„Muss man die Person neben dir eigentlich kennen?“, fragt Twitter, und ich weiß, ich habe es geschafft.