FFFfF: Halloween

Ich bin erstaunt, daß es mir trotz aller Komplikationen zu gelingen scheint: Ein neuer Fred-Comic wartet darauf, gelesen zu werden.

Ich fasse mich kurz:
Wichtige Stifte vergessen. Vorgekästeltes Papier alle. Scanner [Drucker-Fax-Scanner-Kombi] ist Mist, macht seine Sache aber erstaunlich gut. Uraltes Bildbearbeitungsprogramm ist mühsam zu bedienen. Pinselstärkengröße scheint unveränderlich, was die Minimalfehlerkorrektur behindert. Wackelkontakt-Mainboard ignoriert die Existenz einer Tastatur. Beim dritten Neustart klappt’s. FTP-Programm fehlt. Liegt auf meinem Webspace. Der Link dazu steht in einer Mail, die nie ankam. Internet Explorer muß als Alternative herhalten, die Version ist aber hoffnungslos veraltet. Auch ein gewünschtes Download-Update klappt nicht, weil die Seite scheinbar sei Jahren nicht mehr existiert. Netscape 7.0 mag FTP wohl nicht. Google-Suche ergibt mindestens sechs verschiedene verfügbare Programme zum FTP-Up/Download. Alle viel zu groß zum Runterladen. Alternativ: Opera runterladen und installieren. FTP funktioniert scheinbar. Dann doch nicht. Kein Reinkopieren der Daten in den richtigen Ordner möglich. Mist. Ich werde fündig: Veraltete Version von WSFTP, weniger als 1MB. Klasse. Download. Installation. Kein Neustart nötig. Funktioniert. Ich bin beeinduckt.

Ich weiß nicht, ob ich morgen mit einem Comic aufwarten kann, stelle ich doch fest, hier kaum eine ruhige Minute finden zu können. Doch ich gebe mein Bestes.

Den heutigen Comic widme ich Anja, die sich vielleicht über den Wurm freut und den Comic schon kennt, ohne zu wissen, daß sie ihn kennt…

Nun ja, genug geschwafelt [Ich fühle schon fast wie der Käfer…]; ich muß früh aufstehen, sollte also ins Bett. Vorher präsentiere ich allerdings noch voller Freude den 22. „Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter„-Comicstrip:

Nr 22: „Halloween“


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FFFfF: Zirp

Ich bin müde. Ein angenehmer Abend liegt hinter mir, der leider auch einen schlechten Film [„Wächter Der Nacht“] und ein besorgniserregendes Auto-Brems-Verhalten beinhaltete, dem ich morgen nachgehen werde.

Bevor ich aber zu Bett eile, möchte ich noch den vielen treuen Frederick-Freunden [sogar meine Mami mochte die alberne Fledermaus] den 21. „Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter„-Comicstrip präsentieren.

Fiel Spaß und so.


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Morgendlicher Ohrwurm 35: schneespaziergang

Es ist wie verhext. Als ich erwachte, entdeckte ich einen Ohrwurm im Schädel, de mich schon am gestrigen Tage mit seiner Anwesenheit erfreut und nun offensichtlich beschlossen hatte, weiterhin [durch] mein Denken zu s[tra]pazieren.
Das Merkwürdigste an diesem Exemplar ist vermutlich, daß es kein Lied ist, jedenfalls keines, was bereits existiert, das mich plagt, kein bekannter oder zumindest eingängiger Song, dessen Meldoie oder Textbruchstüke mir durch den Geist schweben und mich nicht loslassen.

Nein, es handelt sich tatsächlich um dieses Gedicht, dessen Zeilen vereinzelt in meinem Kopf umherpurzeln und mich beschäftigen.
Es gibt keinen Anlaß dafür, keinen wirklichen Grund, warum ich mich ausgerechnet heute, da die Sonne scheint und die Luft angenehm spätsommerliche Temperaturen annehmen wird, mit einem winterlichen Gedicht auseinandersetze.

Insbesondere die letzte Strophe

„ich lache den schneewesen zu
die grüßend den wegesrand säumen:
vergangenheit treibt hinfort
verblaßt in schönstem weiß.
„

hallt in meinem Kopf wider. Doch leider kann ich mich nie des gesamten Textes entsinnen, und so verbleibt dem ruhelosen Ohrwurm nichts weiter, als Eigenes zu dichten und das Neue mit der Erinnerung zu mischen.
Das Ergebnis sieht so aus:

„ich blicke den schneewesen nach
die lachend sich die bäuche kraulen
„

Auch nicht schlecht…

[Im Hintergrund: Tristania – „Midwintertears“]

FFFfF: Ein Buch!?

Juchhu!
Es besteht Grund zur Freude, denn mit dem heutigen Tag erscheint der 20. „Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter„-Comicstrip.

Eine weitere runde Zahl ist erreicht, ein weiterer Schritt auf dem Weg werweißwohin begangen, eine weitere Stufe auf der Treppe des KeineAhnungwas genommen, …. bliblablo.

Ich freue mich, doch würde ich meiner Freude zusätzlichen Ausdruck verleihen, hörte ich womöglich noch an wie ein schwafelnder Käfer. Und das muß ja nicht sein.

Allen Sich-Mit-Mir-Freuenden Sei versichert, daß ich noch ein paar Ideen im Schädel und auf Papier mit mir herumtrage, daß also der 20. Comicstrip bei weitem nicht der Letzte gewesen sein wird.

Alles wird gut. Oder so.


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P.S: Eventuell wird es in den nächsten Tagen zu Veröffentlichungsengpässen kommen, da ich nicht dazu neige, auf Vorrat zu zeichnen und hochzuladen, aber morgen zu meiner Mami fahren werde, wo zwar ein Scanner existiert, selbiger jedoch an einem Funktionstüchtigkeitdefizit leidet und womöglich die allgemeine Kontinuität unterbrechen könnte.

Ich verspreche, mein Bestes zu geben, die Regelmäßigkeit der Comic-Erscheinungen aufrechtzuerhalten und notfalls alles Verpaßte nachträglich in einem Schwung zu liefern.

[Im Hintergrund: My Dying Bride – „Der Überlebende“]

In eigener Sache – Teil 2

Meine anfängliche Skepsis bezüglich podcastiger Weblogeinträge war wandelbar, mutierte allmählich zu einer Gewißheit, die zum einen die Erkenntnis beinhaltet, daß es Podcasts gibt, die mir gefallen, von denen ich mehr zu hören wünsche, die mich berühren und Erlebtes oder Erdachtes auf „richtige“ Art und Weise zu intonieren wissen; zum anderen jedoch zum Verständnis mir selbst gegenüber führte, zum Begreifen, daß ich nie wirklich gewillt war, einen Audioblog zu betreiben, nur meiner fortwährenden Neugierde Ausdruck verlieh und ein Experiment vollzog, das – und erstaunlicherweise trifft das tatsächlich zu – ein erfolgreiches Ergebnis mit sich zog.

Erfolgreich allerdings nicht in dem Sinne, daß ich fortan alle Hebel in Bewegung setzen, alle Mühen und Kosten aufbringen werde, um den wenigen Geneigten ein oft wiederkehrendes, anspruchsvolles Hörerlebnis zu schenken, sondern dahingehend, daß ich nach mehreren Versuchen verstand, daß Podcasting nichts ist, was ich wirklich gern mache und was ich in Zukunft fortführen will.

Zum einen mißlang es mir stets gegenüber einem Mikrophon das auszudrücken, was ich mir selbst oder „echten“ Zuhörern gegenüber hervorgebracht hätte. Zum anderen liegt meine Vorliebe – und das stellte ich in aller Deutlichkeit fest – beim geschriebenen Wort, und der Aufwand, selbiges zu vertonen, ist mir noch immer zu hoch, insbesondere wenn das Ergebnis mich nicht wirklich zufriedenzustellen vermag.

Ich betrachtete meinen eigenen Audioblog „GrünTon“ stets als minderwertig gegenüber meinem „wahren“ Weblog, und auch jede dankbar entegegengenommene, positive Kritik konnte mich nicht von meinem Entschluß abbringen, „GrünTon“ zu deaktivieren.

Somit verbleibt mir also nichts weiter, als daß Kapitel „GrünTon“ in mir zu beerdigen und mich darüber zu freuen, derartige Erfahrungen gesammelt zu haben.
Machs gut.

[Im Hintergrund: Dreadful Shadows – „A Sea Of Tears“]

In eigener Sache – Teil 1

Statistiken sind eine amüsante Sache, und so mancher – mir nicht unbekannte – vermag sich stundenlang mit deren Auswertung aufzuheitern. Mich selbst interessieren lediglich die täglichen Besucherzahlen, die nach einem mich unlängst schockierenden Hoch nun wieder normale Werte annehmen, und natürlich die albernen Suchmaschinenbegriffe, die zum meinem Weblog führten.
Und so kann ich nicht umhin, letztere [mal wieder] auszuwerten:

Es erfreut mich, daß es außer mir noch einige andere alberne Wesen in deutschsprachigen Landen zu geben scheint, die außergewöhnliche Worte lieben…
badewannenwasserfarben – Ein wunderschönes Wort, das auzugraben sich jederzeit lohnt [nicht zuletzt, weil es sowohl ein Substantiv als auch ein Adjektiv sein kann.].
glitzerbuchstaben – Der Klassiker schlechthin. Ich staune, wieviele Menschen im weltweiten Netz nach Glitzerbuchstaben suchen. Allerdings finden sie bei mir nur ein schwarze Tasche mit pinkfarbener Schrift…
rüsseltier – Ich grinse noch immer. Ein tolles Wort.
junggesellenabschiedsabend – Ich bin sprachlos. Wer sucht nur nach einem solchen Wortungetüm?

Zuweilen lassen Suchmaschinenanfragen durchblicken, daß die Suchenden so etwas wie Hilfe erwarten von den Seiten, derer sie fündig werden….
selbsterkenntnis – Ich bezweifle, daß Selbsterkenntnis einfach so im Internet zu finden ist…
angst – Dagegen weiß auch ich leider kein Mittel…
innehalten – … kann manchmal helfen.
flucht vor mir selbst – Äh…
mein hintern ist gross [Und was soll ich da jetzt genau tun…?]

Sexuelle Themen halten sich glücklicherweise in annehmbaren Grenzen.
sex im morast – Auch ein Klassiker. Naja, wer darauf steht…
sie sah die blöße meiner scham – Was für ein Satz. Und noch immer frage ich mich, ob das nicht ein Pleonasmus ist und ob es tatsächlich so schlimm wäre, wenn…
gibt es noch hoffnung auf besinnung der menschen? – Ich liebe diese Frage und wünschte, ich könnte sie beantworten.
meine mitbewohnerin ist doof – Äh… Das tut mir leid. Ehrlich.

Zuweilen frage ich mich allerdings, wonach genau die Suchenden forschten bzw warum gerade mein Weblog als Antwort in Frage kommt…
schlechte wortwitze – Also wirklich. Ich mache nur gute Wortwitze.
warum grüßen wir – Gute Frage.
einen satz mit dem wort erwehren – „Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß ‚erwehren‘ mit Genitiv genutzt werden sollte.“
den erledigungen nach eilen – Häh?
wörter mit jumbo – „Jumbo-Jet“ fällt mir da spontan ein. Viel mehr allerdings auch nicht…
bereits erworbener geräte – Wie jetzt…?

Zu guter letzt präsentiere ich noch den Suchbegriff, der mich am meisten erfreute, obgleich wahrscheinlich – aus irgendwelchen Gründen – eher nach der Hexadezimalzahl für die Farbe Weiß als nach meiner kleinen Comicfledermaus Frederick gesucht sein wird…
fffff.

[Im Hintergrund: Samsas Traum – „Der Spiegel sieht mich nicht“]

Blütentische und ein lesender Käfer

Dieser Raum blüht.

Als ich ihn betrete, umschwirren mich Menschen wie Bienen, Tausend kleine Flügelwesen, mich bemerkend, ignorierend, ihrer Wege ziehend, mit sanftem Gebrumm die Stille füllend. Summend verharren sie an der einzigen Quelle, hocken hektisch wuselnd auf reinen, weißen Blütenblättern, andere berührend, flüchtigen Kontakt zu ihnen suchend, als müßten sie sich der gegenseitigen Anwesenheit versichern. Doch sie sind hier, agieren majestätisch, königlich, als gehörte ihnen jede Blüte, jeder freie Platz in diesem Raum, als wüßten sie, was geschehen wird.

Ihr Brummen wirkt vertraut und fremd zugleich, wirkt so sicher, sich ihrer selbst, ihres Wollens bewußt, und einen fragenschweren Augenblick später wird mir klar, warum. Sie sind nicht allein, niemals ist eine von ihnen allein. In Gruppen schwirren sie zwischen den Blüten hindurch, nehmen auf ihnen Platz, unzertrennliche Einheiten bildend, durch eigene Brummlaute, eigenartiges Gebaren, eigens besetzte Blüten, abgesteckte Territorien, bestätigt und von anderen emsig umherhuschenden Bienengrüppchen abgesondert.

Ich bin allein, ein träger Käfer, dessen durchscheinendes Flügelkleid nach hektischem Flug, nach dem wahnwitzigen Versuch, die verstrichene, hinfort eilende Zeit zu überholen, noch immer zittert, nicht zur Ruhe kommt, ein Flatterbrummen verursacht, das mir die Fühler, die winzigen Gliedmaßen beben läßt. Für einen Moment verharre ich im dämmrigen Eingangsbereich, überschaue mit Facettenblicken die wimmelnde Bienenmasse auf der Blütenwiese, ihr Hocken und Starren, ihr Summen, das zuweilen einem Lachen gleicht, das perfekte Goldschwarz ihrer abendlichen Gewandung, das mich schwarzen Käfer grinsen läßt. Mein schwarzer Chitinpanzer glänzt gülden im matten Kunstlicht und erweckt immer wieder den zarten Eindruck, ich wäre ein passender Teil, zumindest jedoch nicht verkehrt, kein wirklich Fremder im hellen Blütenmeer.

In klitzekleinen Trappelschritten bewege ich mich zur Quelle, finde einen Tropfen klaren Wassers, trage ihn zu einer freien Blüte am unbeleuchteten Rand, erklimme den Stengel und lasse mich auf dem weißen Blütenblatt nieder. Der Tisch ist leer, und ich bemühe mich, meinen starren Leib – eine angemessene Bequemlichkeit suchend – auf dem Blütenblatt zu verteilen, ohne jedoch allzu sehr aus der Rolle des Bienenfreunds zu fallen, ohne die innere Fremdheit allzu sehr nach außen zu kehren. Ich lächle, freue mich über die Sicht, von den restlichen Blütentischen unbeeindruckt, auf das knorrige Stück Holz, das in nicht allzu großer Ferne darauf wartet, mit einem Lesenden bepflanzt zu werden.

Noch immer flirrt mein Flügelkleid, vermochte nicht völlig, die eigentlich zurückgelassene Ankunftshektik abzustreifen, am garderobierten Eingang abzugeben, surrt leise, als wünschte es Ablenkung, einen stillen Moment im Inneren meiner Gedanken. Ich suche, doch das stiftlose Sortieren alter Kassenzettel vermag die stille Unerträglichkeit des auf die Hektik folgenden Wartens nicht zu besänftigen.

Die Bienen schwirren weiter, ihre reservierten Blütenblätter findend, die fetten und weniger fetten Wänste darauf niederlassend, als wäre es das ihnen angeborene Recht. Ein Bienenwesen kommt herbeigesurrt, blickt mir aus Tausend Facetten eine Frage in den Kopf, die ich mit einem gemütlichem Zangenklappern beantworte, als hätte ich eine andere Wahl. Die Biene dankt – und entreißt meiner Blüte ein glitzerweißes Blatt, trägt es behende zu einer anderen Blüte, wo es wenig kunstvoll hinzugefügt wird. Sie will bei den ihren hocken, läßt sich nieder, die gesellige Rune mit imposant wackelnden Fühlern begrüßend. Ich beobachte das Schauspiel, bemerke beeindruckt wie das eigentlich weibliche Wesen mit übermännlichem Verhalten, mit Bier, Zigarette und rauhem Gebrumm dem Blütenmittelpunkt zu erheischen sucht, wende mich ab, meinem Wassertropfen zu, der in der Blütenmitte, im Kelch, schwebt, als wäre er köstlichster Nektar, harrend des mir zu bereitenden Genusses. Ich lächle, vergesse die Bienen, die fehlende Beschäftigung, die leise zitternden Flügelchen, und beobachte voll Wonne das Perlen winzigster Bläschen, die in seinem Inneren gefangen ein winziges Eigenleben zu entfalten versuchen.

Wieder und wieder rüttelt mich das aufdringliche Gebrumm einer Biene aus meinen faszinierten Träumereien, wuselt um mich, um alle Tische herum, zupft Blütenblätter, um sie an anderer Stelle einzufügen, befühlt unzählige Bekannte und Freunde mit absurd langen Fühlern, flitzt mit auf dürren Gliedmaßen durch den Raum, als wäre sie von besonderer Wichtigkeit, als wäre sie der ungekrönte König des Schwarms. Und mit jedem Vorbeigleiten sinkt mein Wille, mein Wunsch, sinkt die Bereitschaft, auf dieser Wiese, auf diesem Blütenblatt, verweilen zu wollen, befürchte ich doch für einen Moment, in ihm, dem ruhelosen Unsympath, den künftig Lesenden entdeckt zu haben. Doch der Eintritt ist gezahlt, riß ein kleines, aber bemerkbares Loch in meinen Panzer, dem zugute ich abzuwarten bereit, dem Lesenden eine Chance zu geben gewillt bin.

Noch zwei weitere Male kreist eine Fremdbiene in meine Nähe, um mit dem typischen Fragenblick ihren Facettenwunsch in meinem Schädel zu drängen, um ein bestätigendes Zangenklappern zu erhalten und voll Wonne meiner nur noch karg bestückten Blüte ein weiteres Blütenblatt auszureißen. Letztlich bin ich allein – ich freue mich heimlich darüber, hatte ich doch an diesem Abend nichts anderes ersehnt, sitzend auf dem letzten Blütenblatt, mit verblassender Ungeduld das Kommende erwartend.

Die Wichtig-Biene hockt sich vor das Holz, lenkt mit lautem Summen die ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich, läßt das allgemeinen Gesummbrummsel verstummen, leitet den Abend ein. Ich atme auf, koste erleichtert vom köstlichen Naß meines Tropfens, lasse die lebenslaufigen Leierworte des Einleiters über mich ergehen wie einen nicht ersehnten Regentag und erwarte – wieder einmal unmerkbar lächelnd – freudig die Ankunft des eigentlichen Lesers.

Und tatsächlich, dort sitzt er schon, Bernd Lichtenberg, ein kuschliger Käfer, der sich auf dem morschen Holz, im Mittelpunkt Tausender Augen, nicht recht wohl zu fühlen scheint, der sich leise bedankt und zu lesen beginnt.

Ich lausche, bin entzückt. Kleine Geschichte dringen an mein Ohr, liebevoll erzählt, zugleich ein inneres Lachen und tieferes Hinterhersinnen fordernd, Geschichten, die nach weitern fordern, das Lauschen zu einem leisen Genuß ausarten lassen. Selbst die Bienen verstummten, schweigen, hören zu. Nur hin und wieder kehrt eine von ihnen das innere Lachen nach außen, stört meine empfindlichen Sinne. Doch ich beruhige mich wieder, lasse mich auch vom Ärger über störende Forteilende nicht erfassen und versinke in kleinen Welten, die heil und beschädigt zugleich sind, die mir gefallen und mich feststellen lassen, daß diese Art und Weise, den Abend zu füllen, die richtige war.

Als der Käfer endet, knattern wir erfreut mit den Flügeln. Abwartend, fast bescheiden, sitzt der Lesende auf seinem Holz, will fliehen, sobald das Geräusch verklang, sobald der wichtige Ein- und Ausleiter wieder zum Vorschein tritt. Doch dieser läßt ihn nicht, schickt ihn auf sein Holz zurück, fordert ein Gespräch, einen Autor-Leser/Hörer-Dialog, den keine Biene – und auch ich nicht – mit Begeisterung zu beginnen bereit ist. Und so stellt die Wichtig-Biene die erste Frage, die Motivation betreffend, Hintergrunde erfragend, die mich nicht interessieren, befürchten lassen, die kleinen Geschichtchen in meinem Käferkopf mit unangenehmem Nachgeschmack zu bekleistern. Ich sauge den letzten Tropfenrest auf dem Blütenkelch und sirre vergnügt von dannen, argwöhnisch glotzende Bienen hinter mich lassend, hinaus in die kühlschwarze Nachtluft, in die ich mich erhebe, zwischen Blättern und Ästen hindurch fliege, als wäre der Himmel allein mein.

Und Fragen drängen sich in meinen Kopf, quellen vielleicht aus dem Gehörten, vielleicht aber auch aus der inneren Ruhe, der Gewißheit, gesellschaftslos angenehme Stunden verbracht zu haben, Fragen, mich und meine Wollen, mein Streben betreffend, Fragen, die ich mir nie zu stellen, nie zu beantworten wagte, Fragen, die zu formulieren ich nicht länger aufschieben sollte, Fragen, die mich begreifen lassen, an einem Wendepunkt zu stehen, mitten in der Luft, Fragen, die mich bewegen und in mir den Wunsch entfachen, öfter innezuhalten und genau solche Fragen in meinen eigenen Schädel zu werfen.

Ich lächle, als ich heimkehre und unter trockenen Birkenblättern meine Träume begrüße.

FFFfF: Von Göttern und Regenwürmern

Der 19. „Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter„-Comicstrip verweilte nach dessen Fertigstellung auf dem Scanner und bescherte mir heute morgen eine gewisse Traurigkeit, obgleich dessen Inhalt keineswegs von Traurigkeit geprägt ist.

Denn der von mit benutzte Edding hatte es sich zur Aufgabe gemacht, nach seiner Anwendung noch weiteren Ausbreitungsprozessen zu frönen und sich und sein Schwarz auf eigentlich unschwarze Comicinhalte zu ergießen. Vielleicht lag es an der Scanner-Nacht, in der das Blatt unzureichender Lufttrocknung ausgesetzt war, vielleicht an im Übermaß genutzter Edding-Färbung, vielleicht aber auch am durchaus minderwertigen Papier.

Ich weiß es nicht, doch gebe mir zum einen Mühe, mir und meinen Werken in Zukunft derartiges zu ersparen, und freue mich zugleich darüber, daß der Scanvorgang bereits vor dem Verlaufen geschah und somit keine zusätzlichen Bildbearbeitungsmaßnahmen erfordert.

Demnach ferbleibt mir nichts weiter, als allen Lesenden fiel Froide zu wünschen…


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[Im Hintergrund: Pink Floyd – „Shine On You Crazy Diamond“]

Ja.

Tokio Hotel [und das schreibe ich nicht, um unzählige Klicks auf meinen Weblog zu bekommen, sondern um Umständlichkeiten {Nein, ich stottee nicht.} wie „Ich-nenn-sie-jetztmal-gewitzt-‚Peking-Jugendherberge‘.“ zu vermeiden] sollen in irgendeinem albernen Blatt [Es soll ein Sonderheft der Bravo gewesen sein. Aber eigentlich ist es mir egal.] sich unfreundlich über Magdeburg und speziell dessen [deren? ihre? seine? meine?] Innenstadt geäußert haben, unter anderem mal wieder erwähnend, daß hier „nichts los“ sei. Das schlug natürlich Wellen in regionalen Wurstblättern und lokalen Foren, berührte mich allerdings überhaupt nicht.

Mir fällt diese Aussage eigentlich nur ein, weil mir heute eindeutig zu viel los ist. Leider hat man spätestens in der Oberstufe eingetrichtert bekommen, daß frei- und samstägliche Abende gefälligst mit Amüsement zu füllen seien und keineswegsunterkeinenUmständenaufgarkeinenFall allein zu Hause verbracht werden dürfen.

Allerdings ist mir gerade durchaus nach Allein-zu-Hause-verweilen und Gedanken-treiben-lassen, nach Ab-und-an-ein-gutes-Buch-vor-die-Nase-führen, nach Leckere-Kleinigkeiten-in-mein-Gesicht-stopfen und nach Mich-darüber-freuen-daß-die-hintergründliche-[Hat nichts mit „gründlich“ zu tun, soll aber auch nichts mit „hintergründig“ zu tun haben, weil man das falsch verstehen könnte aber nicht soll.]-Beschallung-so-wundertoll-ist.

Doch meiner guten Erziehung entsprechend wurmt es mich, daß ich den heutigen, freitäglichen Abend zu Hause verbringen soll/muß/will, weil es doch angeblich nichts Öderes, Unspannenderes, Unspektakuläteres, Langweiligeres, … [tbc. {Das soll „to be continued“, nicht „Tuberkulose“ heißen.}] gibt, als das zu tun, was ich zu tun gedenke.

Also suche ich nach Alternativen, erinnere mich an die alberne Aussage der nicht minder albernen Musikgruppe mit dem noch alberneren Asien-Bezug und würde ihr [der Aussage, nicht der Sängerin, die keine ist] am liebsten recht geben, wäre da nicht die Wahrheit, die anders aussieht und mir ohne nachzudenken eine Handvoll Möglichkeiten in den Kopf spült, von denen ich am liebsten keine wahrnehmen würde und glücklicherweise auch schon ein paar verpaßte.

Leider existieren in dieser wunderschönen Stadt [aus der übrigens die Musikformation stammt, die nicht sich nicht Peking-Jugendherberge nennt] Opportunitäten [was für ein bescheuertes „Möglichkeit“-Synonym] in großer Zahl, und leider gefallen mir auch einige davon, was insofern mit „leider“ betitelt werden muß, als daß mir heute ausnahmsweise homophob zumute ist, weswegen ich also für humanoide Gesellschaft oder für mich umwirbelnde Menschenmassen nur wenig Freude aufzubringen bereit bin.

Was nun? frage ich mich und zeige dem Spiegelbild das ausweglose Dilemma. Das gemeinschaftliche Bowlen habe ich genauso verpaßt [absichtlich] wie das sicherlich amüsante Improvisationstheaterfestivalchen [ebenfalls absichtlich]. Spätabendliche Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich auch an, liegen aber in zeitlicher Ferne [und stoßen auf erwähntes Menschenmißfallen].

Doch eine Lesung findet statt, beginnt erst in 45 Minuten, lädt mich förmlich zur Anteilnahme ein, insbesondere weil mir durchaus der Sinn nach einer solchen steht.

Vielleicht sollte ich also Tokio Hotel ebenso vergessen wie mein Vorhaben, allein heimatlichen Gefilden zu frönen und mich statt dessen auf die Socken, bei denen es sich allerdings um Strümpfe handelt, machen.

Ja.