der neue tag

eigentlich sollte ich längst in den federn liegen und dem leben frönen, das sich abseits des realen abspielt. eigentlich sollte ich regelmäßig atmend durch traumwelten schweifen und die wirklichkeit weit hinter mir zurücklassen. eigentlich sollte ich den tag, der längst in seinem grabe liegt, mit erde bedecken und der ewigen ruhe der vergangenheit übergeben. eigentlich.

doch längst verlor ich den willen, meien augen zu schließen, harrt doch am ende der nacht, am ende meines schlafes, am ende der träume, das morgen, das unweigerliche grauen des nächsten tages, das zu erleben ich nicht wirklich gewillt bin…

und doch sehne ich das vergessen, die stille in meinem kopf, das lächeln eines traumes.

drum komm, o schlaf, bruder des todes…

zerfurcht

der stirn das bügeleisen stehlend
mein lächeln auf den kopf gedreht
preß ich den saft aus meinen augen
und grab ein loch tief in den geist

die augenblicke mir verbiegend
mit tüchern jedes dort verhüllt
gedanken kriechen aus der feder
die ich dem rabenschwarz entriß

den schritt in eigenmauern lenkend
der irre garten ward zum ziel
ich krieche rückwärts durch den nebel
auf halbem weg
verlor ich mich.

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