FFFfF: Apfel

Manchmal sitze ich in meinem Zimmer, ohne Musik, ohne Ablenkung, tief in Gedanken versunken und konstruiere minutenlang Fred-Geschichten, ohne daß sich ein Ergebnis zeigt. An solchen Tagen besteht das Ergebnis zumeist aus mühsam Zusammengebasteltem, das mich letztendlich nicht ganz zu überzeugen vermag.
Oder es geschieht, daß mir eine Idee kommt, bei der ich mich frage, warum ich darauf nicht schon früher kam. Letzteres war heute der Fall, und ich weiß noch nicht einmal, wie ich überhaupt auf diese Thematik kam.

Und so.


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[Im Hintergrund: In Flames – „Come Clarity“]

FFFfF: Andere Nahrung

Heute werde ich vermutlich erstmalig einen Frederick zeichenn, der irgendetwas mit der Fußball-WM zu tun hat. Naja, vielleicht auch nur mit einem Fußball.
Der Grund dafür liegt nicht etwa in einer nun doch aufkeimenden WM-Euphorie meinerseits, sondern eher darin, daß mein Mitbewohner eine Art WM-Tippspiel initiiert und die Mitspieler dazu animieren möchte, doch auch mal meinen Comic zu betrachten. Und weil das nett von ihm ist, werde ich wohl den Fußball-Fred zeichnen…

Und so.


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[Im Hintergrund: Soilwork – „Natural Born Chaos“]

FFFfF: Fleißig

Ich stelle es noch einmal klar: Nein, ich finde nicht, daß Fred zu dick ist. Ich vermute, Fred hat sich das selbst eingeredet und überlegt nun, wie er ein paar Kilojoule verbrennen kann.
Übrigens fand ich erstaunlich, daß neimand wegen des gestrigen Comics meckerte, der Energieverbrauch sei zu hoch angesetzt oder so. Tatsächlich hatte ich dafür extra recherchiert und Kalorienverbrauchstabellen gewälzt. Das zwar vermutlich das zweite Mal in meinem Leben, daß ich mich mit derartigem auseinandersetzte.
Das erste Mal war bei „Projekt 3000“, als mein Mitbewohner und ich versuchten, 3000 kcal an einem Tag zu uns zu nehmen und dafür die genauen Energiewerte der einzelnen Nahrungsmittel brauchten. Das Projekt war übrigens erfolgreich. Ich schaffte mehr als 4000, mein Mitbewohner mehr als 5000 Kilokalorien. Der nächste Schritt, „Projekt 5000“, steht noch aus…

Und so.


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[Im Hintergrund: Muse – „Absolution“]

Vorwärts

„Menschen, die vom Fortschrittsgedanken fasziniert sind, ahnen nicht, daß uns jeder Schritt vorwärts zugleich dem Ende näher bringt und in den frohen Parolen immer weiter und vorwärts die laszive Stimme des Todes mitschwingt, die uns zur Eile drängt.“
Milan Kundera – „Das Buch vom Lachen und Vergessen“

Ein letzter Blick

Als ich auf der fernen Insel Kreta verweilte und mich ein Anruf meines Bruders erreichte, erfuhr ich, daß unser Vater verstorben war. Mir blieben zwei Optionen: Ich konnte den Urlaub abbrechen und heimkehren, um das Antlitz meines Vaters ein letztes Mal betrachten zu können. Oder ich konnte bleiben, auf den letzten Blick verzichten und versuchen, meine Trauer über den Tod mit griechischer Sonne zu dämpfen.

Mein Vater sollte eingeäschert werden, und aus irgendeinem Grund war es dem Bestattungsunternehmen oder dem Krankenhaus nicht gestattet, seinen Leichnam [Es ist unglaublich, wie unpassend dieses Wort in Kombination mit dem Wort „Vater“ klingt.] länger als eine Woche aufzubewahren. Mir blieb, als mein Bruder anrief, eine Frist von wenigen Tagen, um heimzukehren und zu schauen. Schließlich hatte mein Bruder eine Weile gezögert, ob ich überhaupt im Urlaub mit dieser schrecklichen Nachricht bedacht werden sollte.

Ich überlegte lange, erkundigte mich gar, wie einfach oder kompliziert es sein würde, alsbald nach Hause zu reisen, doch kam zu keiner Lösung. Mein Bruder und meine Mutter rieten mir von der Heimreise ab, weil der Anblick meines Vaters nach seinem Tod nicht erbaulich war, hatte doch intensive Krankheit zuvor die letzte Kraft geraubt und nicht viel von dem übrig gelassen, was mein vater gewesen war.
Mir wurde abgeraten, doch gleichzeitig befürchtete ich, später in Vorwürfen zu ertrinken, warum mir ein paar zusätzliche Strandtage wichtiger gewesen waren als ein letzter Gruß, ein letzter Blick.

Ich entschied mich zu bleiben. Es war keine Entscheidung im eigentlichen Sinne, denn selbst nach einem Gespräch mit meinem Freund, nach mehreren Telefonaten und vielen Tränen wußte ich nicht, was zu tun, was „richtig“ war. Also wählte ich das Einfachste: ich beließ alles so, wie es war.

Es fiel mir nicht leicht, so zu handeln, kam ich mir doch wie ein Verräter an meinem Vater vor. Doch eigentlich handelte ich auch nicht. Hin- und hergerissen zwischen zweierlei Unliebsamen wählte ich die Stagnation. Wäre ich in eine Situation geraten, in der Nicht-Handeln eine vorzeitige Heimfahrt ausgelöst hätte, so hätte ich mich dieser Variante nicht erwehrt, sondern mit gleicher Unsicherheit die andere Möglichkeit akzeptiert.

Bis heute bin ich frei von Selbstvorwürfen. Die letzten Tage auf Kreta waren überschattet gewesen, doch bereiteten sie mich auch vor, auf das, was mich in Deutschland erwarten würde, brachten sie mir doch den Verlust, dessen Unbegreiflichkeit, mit schonender Langsamkeit nahe. Im Urlaub ist man schließlich stets von den anderen abgeschnitten, verzichtet weitestgehend auf Kontakt. Daß der Kontakt zu meinem vater ab sofort dauerhaft fehlen würde, begann ich zu ahnen. Doch es traf mich nicht so, als hätte ich zu Hause verweilt und den Tod aus nächster Nähe erleben müssen.

Mein Vater, das begriff ich schon auf Kreta, war nicht das Wesen, auf das mir ein letzter Blick gewährt worden war, nicht der von Krnakheit gezeichnete Leichnam, der irgendwo gekühlt auf Einäscherung wartete. Mein Vater war zu einem Bild in meinem Kopf geworden, das mit der sterblichen Hülle längst nichts mehr gemein hatte. Der letzte Blick war nicht vonnöten gewesen.

Ein letzter Gruß, ein letztes Wort, hätte ich gerne an ihn gerichtet. Doch war es bereits, als mein Bruder mich anrief, zu spät dafür. Denn nicht der Tote war es, dem diese Worte hätten gelten sollen, sondern der Lebende, mich Hörende, mich verstehende.

Erst heute begriff ich, daß die beiden mir damals zur Verfügung stehenden Optionen falsch waren, daß ich lieber die dritte, leider inexistente Variante gewählt hätte: Mit meinem Vater vor dessen Tod noch einmal reden, ihm meine Liebe, ein Lächeln mitgeben zu können.
Vielleicht ist das ein Wunsch, den jeder verspürt, der einen Nahestehenden verliert: Das Ungesagte sagen, bevor es zu spät ist.

Was mir bleibt, ist die Hoffnung, daß er ohnehin wußte, was ich ihm hätte sagen wollen, daß meine niemals gesprochenen Worte eigentlich überflüssig waren…

[Im Hintergrund: Muse – „Absolution“]

FFFfF: Ein Wunsch

Hatten wir so einen Comic nicht schon einmal?, werden sich vermutlich einige meiner ergeben Leser oder Leserinnen fragen, wenn sie den heutigen Comic betrachten. Naja, antworte ich dann, so etwas ähnliches.
Tatsächlich kam mir die Idee beim Durchblättern älterer Comics [Ich stellte fest, daß sich Fred in der Zwischenzeit ziemlich veränderte und daß der Comic-Ordner ganz schön fett geworden ist.], weswegen Parallelen nicht abzustreiten sind.
Ich mag den heutigen Comic aber trotzdem, nicht zuletzt weil er so dohv ist…

Und so.


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[Im Hintergrund: The Dresden Dolls – In anderthalb Stunden geht es los. Nach Berlin. Zum Konzert.]

FFFfF: Nicht normal

Normalerweise neige ich dazu, um mich bei den Titeln der Comics nicht zu wiederholen, die Blog-eigene Suchfunktion zu nutzen, bevor ich einen Titel vergebe. Vorhin stellte ich jedoch fest, daß das Suchdingens nicht imstande war, den Comic, den ich im Verdacht hatte, schon so zu heißen, wie ich den heutigen nennen wollte, zu finden. Vorsichtshalber prüfte ich das noch einmal manuell – und wurde fündig. Blöd, wenn man sich auf Suchfunktionen nicht verlassen kann…

Und so.


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[Im Hintergrund: Bodo Wartke – „Achillesverse“]

Musik im Ohr

Ich sehe euch auf den Straßen, in den Bahnen, in Geschäften und Cafés. Überall verweilt ihr, eins mit euren kleinen elektronischen Begleitern.

Durch eure Ohren dringen harmonische Gesänge, feinste Melodien, wummernde Bässe und kreischende Gitarrensoli – doch ihr rührt euch nicht.
Die Kopfhörer schenken euch jeden einzelnen geliebten Klang, mühevoll auserwählt und auf dem mobilen Abspielgerät plaziert – doch ihr rührt euch nicht.
Eure Lieblingslieder, Lieblingsarien, Lieblingskünstler umschwärmen euch, betören, betönen, euch – doch ihr rührt euch nicht.

Wie könnt ihr mit grimmigen Gesichtern durch die Straßen wandeln, wenn das schönste Lied der Welt durch euren Kopf wirbelt?
Wie könnt ihr reglos auf dem Cafésessel sitzen, wenn die mitreißendste Stimme zum Eigengesang einlädt?
Wie könnt ihr arglos nach Klamotten stöbern, wenn ein treibender Takt euren Körper heimlich zucken läßt?

Ihr, mit den iPods, Walkmen, Discmen, mp3-Playern!
Ihr, mit den High-End- oder Aldi-Kopfhörern!
Ihr mit der Lieblingsmusik im Ohr:

Warum tanzt ihr nicht!?!

[Im Hintergrund: Samsas Traum – „Endstation.Eden“]