Umhergeworfene Baumteile

Es gelang nicht zu fliehen. Nachdem in verschiedenen Weblogs wie wild mit Stöckchen im Viererpack herumgeworfen wurde und ich stets heimlich unter dem Holzbeschuß hindurchkriechen und das Weite suchen konnte, erwischte mich letztendlich ungefragt doch ein morsches Stück Baum. Obgleich ich normalerweise Stöckchen nicht zu apportieren und in der Gegend zu verteilen pflege, möchte ich diesmal nicht meinem inneren Griesgram Ausdruck verleihen, sondern beantwortete einigermaßen wahrheitsnah und recht ausführlich die folgenden Fragen:

4 Jobs, die du in deinem Leben hattest:
Prinzipiell bin ich nicht sehr arbeitsam und werde, wenn ich dann doch einmal stundenlang Produktives verzapfe, dafür nicht bezahlt, so daß die Bezeichnung „Job“ wiederum hinfällig wird. Trotzdem blieb ich dem allgemeinen Berufsleben nicht fern.
So agierte ich einst als Praktikant in einer Apotheke, wo meine Hauptaufgabe darin bestand, Ragale zu putzen und mich über Bachs Blütentherapie zu informieren. Der Lohn bestand in 50, mir illegalerweise verabreichten, Mark.
Während meines Studiums betätigte ich mich als Wurstregaleinsortierer im Kaufland. Meine ohnehin stets kalten Hände nahmen schöne Blautöne an, die sich angenehm mit dem Schnittwundenrot vermischten. Wurstpackungen sind gefährlich, soviel lernte ich. Und wo das Zitronensaftkonzentrat zu finden ist. Bei den Fruchsäften nämlich; nicht in der Obstabteilung.
Einer meiner favorisierten Tätigkeiten gehe ich zuwielen immernoch nach. Geld sah ich noch nicht, obgleich 5,23 pro Stunde angekündigt worden waren. Aber immerhin macht es Spaß: Hörbuchkorrekturhören. Mit Kopfhörern über einem Buch sitzend und jeden Fehler notierend. Das ist leichte Arbeit – es sei denn, das Buch ist so mies wie „Schattenbrüder“ von Udo Röbel.
Eine eigene Firma besitzend [Das klingt angenehm großkotzig.] bekam ich unlängst erstes Geld für graphisches Schaffen und somit eine Art Bestätigung, daß mir nicht nur der Weg, den mein Studium bereite, offen steht, sondern auch noch eine Vielzahl weiterer.

4 Filme, die du immer wieder anschauen kannst:
„Monster AG“. Ich habe Schwierigkeiten damit, auf die Frage „Was ist dein Lieblingsfilm?“ antworten zu können und legte irgendwann mal fest, daß „Monster AG“ mir so gut gefällt, daß ich ihn guten Gewissens als meinen Lieblingsfilm deklarieren kann. Im Augenblick jedoch gesellt sich zu diesem noch ein weiterer, den ich bereits mindestens ebenso oft sah und jederzeit lobpreise:
„Herr Lehmann“. Ich erspare mir Begründungen. Der Film fetzt.
„Donnie Darko“. Lange besaß ich keine DVD-Abspielmöglichkeit [nicht zuzletzt aufgrund eines fehlenden Fernsehers]. Dadurch hielt sich der Umfang meiner DVD-Sammlung in Grenzen. Wichtiger und geliebter Bestandteil jedoch ist „Donnie Darko“.
Ein vierter Film fällt mir nicht ein, den ich schon Hunderte Male betrachtete und jederzeit wieder betrachten würde. Es gibt beeindruckend-gute Filme in ausreichend oder überfordernd großer Anzahl. Doch ich möchte mich, insbesondere weil in Bewegtbildern noch nie ausgeprägtes Interesse meinerseits auffindbar war, nicht festlegen.

4 Orte, in denen du gewohnt hast:
Halle [Neustadt].
Magdeburg [Neue Neustadt]
Magdeburg [Fermersleben]
Magdeburg [Stadtfeld]
Man nennt mich auch „Globetrotter“…

4 TV-Serien, die du gerne anschaust:
Ich erwähnte es bereits: Mir fehlt ein Fernseher. Das erschwert die Betrachtung von Serien ungemein.
Allerdings lebe ich nicht abseits aller Welten, weswegen ich durchaus imstande bin, Serien, die ich mag, aber nicht mit Eifer verfolgen kann, aufzuzählen
„SpongeBob“ fetzt. Anfangs war ich dem zeichenstil gegenüber sehr abgeneigt, doch wurde ich von G eines Besseren belehrt und kann mich nun als begeisterter SpongeBob-Zeichentrickserien-Konsumenten betiteln.
Obgleich ich in letzter Zeit etwas davon abkam: „Jimmy Neutron“ fetzt auch.
Und obwohl mich meine Mitbewohner – leidenschaftliche Simpsons-Fans und „Futurama“-Verachter – dafür lynchen und anschließend töten werden: Ich mag „Futurama“. Sogar sehr.
Mhhh… Ich stelle fest, daß das nur animiertes Zeug war, was ich aufzählte. Allerdings fallen mir von den echten Serien keine ein, die ich mit Begeisterung dauerhaft verfolgen könnte.
Nun ja.

4 Plätze, in denen du im Urlaub warst:
Ich war kurz nach der Wende mit meinen Eltern in Rußland. In Leningrad [das hieß damals noch so] und Sotschi [am Schwarzen Meer]. Das war wunderschön, auch wenn ich kaum ein Wort von dem um mich herum verstand. Aber darum geht es ja auch nicht.
Mittlerweile drei Mal urlaubte ich mit einem Freund auf Kreta. Immer im selben Dorf, im selben Hotel. Nochmal würde ich das nicht machen, doch die drei Male waren fantastisch. Dort lernte ich, was Ruhe und Gelassenheit bedeutet.
Insgesamt vier Mal verweilte ich in Spanien. Zweimal als Zeltager-/Ferienlager-Teilnehmer, einmal während meiner Abschluß-Klassenfahrt und einmal, als ich mit einem guten Freund für fünfzehn Jungs und Mädels, allesamt spannende 14 bis 16 Jahre alt, Betreuer spielte. Nur zu gern entsinne ich mich des Neptunsfests, einem eher ostdeutschen Brauch, der mich zum Neptun und alle Kinder zu potentiellen Opfern kürte. Das war toll.
Ich war auch in Marokko, kann allerdings nicht behaupten, daß es mir dort sonderlich gefiel. Persönliche Gründe und so.

4 Webseiten, die du täglich besuchst:
haufenweise Blogs [siehe rechts und addiere ein paar, beispielsweise Spreeblick und Bildblog].
webuni.de – ein Studentenportal in Magdeburg, dem ich allein schon huldige, um mein Monsterchen betrachten zu können.
ruthe.de – wegen Hahaha und so
Die restlichen Seiten suche ich eher hin und wieder als täglich auf.

4 Deiner Lieblingsessen:
Ach herrje. Diese „Lieblings-„Fragen habe ich schon früher in Poesie-Alben verachtet, weil mir erst, nachdem ich das Album wieder zurückgegeben hatte, einfiel, was ich hätte schreiben können.
Vollmichschoklade fetzt auf jeden Fall.
Chili con Carne mag ich sehr [allerdings verzichte ich gern auf Schäfe zugunsten der Menge].
so ziemlich alles, was mit leckerem Käse überbacken wurde, empfinde ich als höchst köstlich
Argh. Die elende Nummer Vier fehlt mir schon wieder… Ich erwähle alternativ ein Lieblingsgetränk: Kakao mit reichlich Kakaopulver.
Essen fetzt im Allgemeinen. Nicht umsonst steigt meine Laune nach jeder Mahlzeit.

4 Plätze, an denen du gerne im Augenblick sein möchtest:
Abseits der Zeits mit einem Stapel guter Bücher an frischer Luft. In Ruhe, ohne Druck auf meinen Schultern, in meinem Schädel.
In dichtem Wald, mich mit Freunden durch Büsche kämpfend, Berge bekletternd, vor Schmutz starrend, vor Anstrengung keuchend.
In einer Tanzlokation, die nur gute Musik bringt, nicht verräuchert ist und lauter mir angenehme Gestalten beherbergt.
So schmalzig es klingen mag: An der Seite einer/der von mir geliebten Frau, mit tastenden Fingern sich der gegenseitigen Anwesenheit versichernd, Vertrautheit, Vertrauen, Nähe spürend, mit staunenden Augen die bewegte Welt um uns betrachtend.

4 Blogger, die du mit dem Stock bewirfst:
luzie, weil ich das Stöckchen bei ihr schon vermißte.
smarf, weil das bestimmt auf wenig Begeisterung stoßen wird.
teacher, weil Lehrer normalerweise [hoffentlich] von Stöckchen verschont bleiben.
june, damit dort einmal etwas Profanes zu lesen ist…

[Im Hintergrund: Dimmu Borgir – „Puritania Euphoric Misantropia“]

8 Gedanken zu „Umhergeworfene Baumteile“

  1. Oh. Oooh. Ausnahmsweise, wie freundlich 🙂

    Wie kann man denn die Simpsons lieben und Futurame hassen? Ist doch beides Matt Groening und gar nicht soo unterschiedlich. Komisch.

    Wenn ich den Kopf hebe, schaue ich übrigens auf ein Blechschild mit einem Morph von Bender und Fry. „Humans – Machines are your friends!“

    Neptunsfest – Sachen gibt´s.

  2. REPLY:
    Naja, meine Mitbewohner sind so Prinzipienfreaks. Da ist dann Futurama schonmal aus Prinzip dohv.

    Wenn ich den Kopf hebe, schau ich aus dem Fenster. Das fetzt auch.

    Über das Neptunfest hatte ich auch schon mehrere Texte geschrieben

  3. lieber morast, ich fühle mich sehr geschmeichelt, fürchte jedoch, ich werde das stöckchen fallen und liegen lassen müssen. die ehrliche beantwortung dieser fragen würde zusehr rückschlüsse auf die person hinter „june“ geben und ich bitte um verständnis dafür, dass ich das gerne vermeiden möchte. danke trotzdem nochmal für die nette einladung.

  4. REPLY:
    Die Ablehnung der Stöckchen-Alberei hätte ich auch ohne Begründung akzeptiert, nicht zuletzt, weil dergleichen natürlich keinerlei Pflicht darstellt. Ich bedanke mich jedoch für die Begründung…

  5. Ich versinke im MORAST: Wer will schon das Kainsmal des Spaßverderbers auf der Stirn tragen, wenn er in der Öffentlichkeit steht?
    Ich nicht.
    Aber ich müsste lügen, lügen, lügen … damit meine Anonymität gewahrt bliebe – das ist nicht der Sinn des Stöckchenspiels, oder?
    Kurzum, ich kann nicht wie ich will. Ich muss passen.
    Obwohl ich gerne von meinem ersten Job am Bau reden würde, gerne für „Es war einmal in Amerika“ werben würde, gerne ein paar österreichische Heimatorte vorstellen würde, gerne von afrikanischen Orten jenseits der Touristenströme berichten würde … und gerne ein paar Stöckchen werfen würde. Aber meine Anoymität schützt meine Schüler, meine Schule und mich selbst.
    Ich bleibe eisern.
    Danke für die Einladung.

  6. und kannst Du DIch noch an den Tag erinnern an dem Du sämtliche Futuramafolgen auf nem Pc sehen musstest ? 🙂

  7. REPLY:
    „sämtliche“? „mußtest“? Das war ja wohl freiwilig. Und außerdem war ich in guter Gesellschaft…
    *rumschleim*

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