FFFfF: Das erste Schneeglöckchen

In den letzten Tagen herrscht in meinem Schädel eine Art Fred-Chaos. Ich habe viele Ideen, die allerdings stets nur Ansätze sind. Es fehlt immer der Schluß, der Knaller, die Pointe.
Heute verhielt es sich ähnlich, und ich brauchte eine geraume Weile grüblerischen Herumspielens, bis ich alle vier Bilder zufriedenstellend in meinem Kopf definiert hatte.

Mozart soll angeblich gesagt haben, seine Sinfonie sei schon fertig. Er müsse sie nur noch aufschreiben. Das wird im Allgemeinen als dumme Ausrede gewertet, gefällt mir aber. Denn nach der Grüblerei freute ich mich zu wissen, daß der heutige Comic bereits fertig war, nur eben noch gezeichnet werden mußte…

Und so.


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[Im Hintergrund: Sirenia – „At Sixes And Sevens“]

FFFfF: Schnipp

Kein Vorwort heute.
[Allerdings nicht als Ausdruck meines Unwillens diesbezüglich, sondern nur, um möglichst schnell den Comic veröffentlichen zu können. Der Tag ist ja schließlich bald vorbei.
Sicherlich könnte ich das Vorwort weglassen, den Comic veröffentlichen und mir dann anchträglich überlegen, welche Worte ich noch zuvorstelle, doch das wäre albern und entspräche nicht meinem Wunsch.]

Und so.


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[Im Hintergrund: Chamber – „Miles Away“]

Heidi Klum ist schön.

Will man kleinen Kindern etwas von der Welt lehren, so bedient man sich einer einfachen Vergleichsmethode. Bilder von Gegenständen oder Tieren werden kombiniert mit deren Namen oder den Geräuschen, die sie produzieren, so daß im Schädel des Kindes Verknüpfungen hergestellt werden können. Mit ausreichender Wiederholung begreift das Kind schnell, wie das Wort „Hund“ aussieht oder daß eine Kuh „Muh“ macht. Nicht minder leicht wäre es allerdings, demselben Kind beizubringen, daß die Abbildung, die einen Hund darstellt, ein „Elefant“ ist und daß die Kuh „Miau“ zu machen pflegt. Solange Wirklichkeitsbetrachtungen oder Fremdmeinungen das Gelernte nicht in Frage stellen, lernt das Kind, ohne sich der ihm aufgetischten Lüge bewußt zu sein.

Wer glaubt, im Erwachsenenalter vor solcherlei Lügen geschützt zu sein, vergißt, was insbesondere in der Werbung alltäglich praktiziert wird: Manipulation. Ein weiteres, vielleicht besseres, Beispiel bietet aber das Fernsehen, genauer: die dort präsentierten Fakten und Nachrichten.

Wird beispielsweise Heidi Klum thematisiert, so darf natürlich ein Attribut wie „schön“ [oder ein Synonym dessen] nicht fehlen. Dem Fernsehzuschauer wird eine kindgerechte Karte vor die Augen gehalten: Heidi Klum – schön. Das eigene Gehirn baut die Verknüpfung auf, bevor man sich ihrer erwehren kann. Das fällt umso leichter, wenn Heidi Klum, die hier wirklich nicht mehr als ein Beispiel sein soll, auf mehreren Sendern, in mehreren Sendungen auftaucht, und jedesmal mit einem „schön“-Synonym bestückt wird.

Irgendwann begreift es auch der Letzte: Ah, Heid Klum ist schön.
Vielleicht stimmt dann der eigene Geschmack, das eigene Schönheitsempfinden, zu, vielleicht aber auch nicht.
‚Ich finde die gar nicht so schön.‘, sage ich mir, und bin geneigt der fernseheigenen Attributierung zu widersprechen. Doch ich schweige. Ich bin schließlich nur ich, und in meinem Kopf sind dank der kindgerechten Informationsfütterung „Heidi Klum – schön“ die entsprechenden Verknüpfungen längst vorhanden.

‚Heidi Klum IST schön.‘, weiß ich, selbst wenn ich anders empfinde. ‚Vielleicht nicht unbedingt in meinen Augen. Aber in den Augen der Allgemeinheit. Und die wird es schließlich wissen.‘

Vielleicht „weiß“ die Allgemeinheit tatsächlich, daß Heidi Klum schön ist. Vielleicht haben die zahlreichen gezückten „Heidi Klum – schön“-Karten tatsächlich Wirkung gezeigt und die Mehrheit von der Schönheit der Heidi Klum überzeugt. Vielleicht aber denkt ein jeder:
‚Ich finde die gar nicht so schön. Aber wenn alle die schön finden, dann wird da schon etwas dran sein.‘

Wir sind wie Kinder. Blind und dumm warten wir darauf, daß andere für uns Dinge beim Namen nennen. Und sei es auch der falsche.

In den Stiefeln

Obgleich ich mich zumeist dagegen verwehre, in modischen Belangen kontaktiert zu werden, kann ich mich an dieser Stelle eines Kommentars nicht erwehren, betreffend den allgemeinen Hose-In-Stiefel-Trend, der vermutlich kein solcher mehr ist.

Als ich erstmals einer in hohe Stiefel gesteckten Hose ansichtig wurde, gedachte ich diverser Bilder russischer, zahnloser Kittelschürzenomas, die auf ihrem zerfallenden Bauernhof umherstiefelnderweise eben jene „Mode“ praktizierten. Erst der zweite Gedanke begab sich in Richtung der 80er Jahre, denen dieser fabulöser Kreativ-Gedanke wohl entwichen sein mag.

Mir war es egal. Sollte doch die modebewußte Umwelt sich mit Hosen-Stiefel-Tragevorschriften herumplagen und Gedanken darüber verschwenden, wie denn bestmöglichst die unschönen, aus dem Steifelansatz herausragenden Hosenknitterfalten zu vermeiden seien. Meine Blicke störten sich auh nicht an mit Bommeln besetztem Hochschuhwerk, deren flauschige Anhängsel jeden Schritt mit fröhlichem Hin- und Hergebammel zelebrierten.

Ich wurde erst stutzig, als ich plüschbestzter Wuschelpuschelstiefel gewahr wurde – vorwiegend in augenkrebserregenden Rosa-Tönen. Herbst und Winter standen nämlich meines Erachtens nicht in dem Ruf, witterungsbedinge Sauberkeit zu verbreiten, sondern eher mit Feuchtigkeit und Dreck reichlich um sich zu werfen. Plüschschuhe stellten für mich die Verkörperung kleidungstechnischer Sinnlosigkeit dar, würde sich doch das Matschwetter grinsend die eiskalten Hände reiben und jene Fußverhüller zu Primärzielen ausersehen.

Und tatsächlich: Die wenigen Plüschstifel, denen ich noch begegne, lassen ihren ursprünglichen Farbton vermissen. Vermutlich entdeckten die Käufer dieser Produkte irgendwann, daß diese nicht weniger unpraktisch waren als jene albernen Jacken aus unnachgiebig-steifem Skispringerstoff waren, deren Unästhetik im vorigen Jahr herumging.

Jedoch die allgemeine Hose-in-Stiefel-Modeerscheinung hält an. Wo bleibt der nächste Schritt?, frage ich mich und überlege, ob ich selbst den Anfang machen sollte. Schließlich sprang dieser Trend noch nicht auf die maskuline Kundenschaft über, obgleich es nicht sonderlich schwer sein dürfte, Unsinnigkeiten auch auf das männliche Geschlecht auszubreiten. Doch selbst den Anfang zu machen, hieße, meine wenig winterliche, schwarze Hose in meine nicht minder schwarzen Springerstiefel stopfen zu müssen. Und abgesehen davon, daß mein Mantel sicherlich einen Teil des optischen Gesamteindrucks verbergen würde, glaube ich doch nicht, daß mit meinem dadurch entstehenden Fascho-EBM-Aussehen der Verbreitung des Hose-In-Stiefel-Trends geholfen wäre.

Ich ließ also davon ab und mußte bis zum heutigen Tage warten, um endlich einem maskulinen Hose-In-Stiefel-Stopfer begegnen zu können. Ich sah ihn zunächst nur aus der Ferne, in einem Hauseingang verschwindend. Sein Haar war kurz und tdunkel, und seine Gesichtszüge ließen keinen zweifel ob seines Geschlechts zu. Und doch trug er weiße Stiefel, in die seine graue Hose hineingesteckt worden war.
Ja!, jubelte ich innerlich. Der erste Schritt ist getan! Nachahmer, wo bleibt ihr? Natürlich sah es schwuchtelig aus, seine Hose in weiße Stiefel zu stecken. Aber das war kein Grund, es nicht auch einmal zu versuchen, oder?

Andererseits war mein Blick auf diesen vermeintlichen Trendsetter nur von kurzer Dauer gewesen, zu kurz, um wirkliche Sicherheit bezüglich seines Schuhwerks erhalten haben zu können. Ich wartete also. Sein Auto stand mit offenen Türen vor dem Eingang, und es war gewiß, daß mein bereits zum Helden emporgehobener Stiefelträger alsbald wieder ins Freie treten würde.

Nur wenige Augenblicke vergingen, da tauchte er schon wieder auf. Mein Blick glitt in Richtung seiner Füße – und ich schmunzelte. Im Geiste verwahrte ich alle schon bereitgestellten Modepokale und Trendsetterurkunden wieder in unzugänglichen Schubladen, bevor ich weiterlief.

Ich hatte mich geirrt. Das Schuhwerk des jungen Mannes bestand eigentlich nur aus winzigen Badeschlappen. Allerdings trug er wolkenweiße Strümpfe, schön weit nach oben gezerrt. Und zu allem Überfluß hatte er noch seine Jogginghose in die Socken hineingestopft. Der Anblick war kein schöner, das gebe ich zu.
Allerdings glaube ich nicht, daß der Begegnung mit dem ersten männlichen Hose-In-Stiefel-Stopfer, besser: Hose-In-Weiße-Stiefel-Stopfer, ein größeres Ausmaß an begeisternswerter Ästhetik innegewohnt hätte…

[Im Hintergrund: Tristania – „Ashes“]

Ausstrahlung

Geschätzte fünf Tage, nachdem ich ihr in der Mensa begegnet war, tauchten ihre Worte in meinem Schädel auf. Ihre Ablehnung dem von mir als gut empfundenen Konzert gegenüber, begründet in der fehlenden Ausstrahlung des Sängers. Zwischen Eile und Freunden in den Raum geworfene Satzblöcke, die kein Gespäch zu werden vermochten. Denn schon zerrte mich, sie, ein Anderswo hinfort.

Keine Ausstahlung. Soviel blieb hängen. Ich denke darüber nach, und kann nicht verhindern, ihre Recht geben zu müssen.
Fünf Tage, nachdem diese Worte ihren Mund verließen, ertappe ich dabei, wie ich über sie nachdenke, das Gespochene im Schädel hin- und herwälze und auf anderer Ebene zu betrachten beginne.

Verfüge ich über eine Ausstrahlung? In den Augen der Allgemeinheit? In ihren Augen?
VIelleicht will ich die Antwort gar nicht kennen.

[Doch wenn mir die Ausstrahlung fehlen sollte, jene, die auch dem Sänger nicht innewohnte, ist dann ihr instinktiv gefälltes Urteil in Anbetracht der mir innewohnenden Tiefen nicht anfechtbar…? Welche Verbindung gibt es zwischen der Ausstrahlung und dem, was man ist, zu sein glaubt, mag und nicht mag, tut und läßt…?]

[Vielleicht sollte ich auch vermeiden, mit tagelanger Verspätung über längst verhallte, in Hektik vorgebrachte Dialogfetzen zu sinnieren…]

[Im Hintergrund: Sneaker Pimps – „Bloodsport“]

FFFfF: Berühmt

Wie gestern präsentiere ich präventiv den aktuellen Comic.
Schließlich verweile ich derzeit ind em Zuhause, das ich nur selten Zuhause nenne, obgleich es mein ursprünglicheres Zuhause ist. Hier jedoch gibt es keine fantastische DSL-Flatrate und eine Menge fehlender Zeit.
Trotzdem habe ich es nicht nur geschafft zu zeichnen, sondern auch, das Gezeichnete zu veröffentlichen.
Ich bin schon toll…

Und so.


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FFFfF: Fledermaushöhlen-Verschönerungsmaßnahmen

Ich habe keine Ahnung, ob ich am heutigen Tage dazu gekommen wäre, den aktuellen Fred-Comic zu präsentieren. Vorsichtshalber gibt es ihn deswegen schon jetzt, obgleich meine Äuglein schon tief und fest zu schlafen scheinen und jeder Blick unendliche Mühe kostet.

Gute Nacht und so.


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FFFfF: Der neue Gott

Da ich in den letzten Tagen immer ein dickes Vorwort, präsentierte, halte ich mich heute mal zurück. Erwähnt sei allerdings, daß der „Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter“-Comic mit dem heutigen so etwas wie eine runde Zahl erreicht hat. 130.
Fetzt.

Und so.


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[Im Hintergrund: Oomph – „Der Neue Gott“ — das mußte sein…]