Ohrensausen

Männer, deren wollene Wintermützen absichtlich oberhalb der eigenen Ohren enden, empfinde ich als befremdlich. Nicht nur, daß es befremdlich aussieht, begegnet man einem solchen Mützenträgerexemplar, da zuerst stets der Eindruck entsteht, der Betreffende hätte nicht genug Zeit gehabt, sich ordentlich anzukleiden, nein, ich stehe dann stets sprungbereit da, um wegen der ständig drohenden Runterfallgefahr notfalls die zu Boden stürzende Kopfbedeckung im Fluge erhaschen zu können.

Wenn eisige Winde meinen Schädel umwirbeln, sind es bei mir die Ohren, die bedeckt werden sollen, jene Ohren, welche bei erwähnten Männern verhindern sollen, daß die wärmende Kopfkleidung weiter nach unten, ins eigene Antlitz, rutscht.

Zu gern würde ich etwas sagen, auf die Mütze zeigen und bekanntgeben, daß da etwas nicht stimmt, daß die armen Ohren ebenfalls des Schutzes bedürfen – doch ich schweige und erinnere mich daran, daß ich selbst so lang wie möglich auf eine Mütze oder ähnliches zu verzichen versuche, albernen Vorstellungen von Eigenästhetik folgend.

[Im Hintergrund: Janus – „Winterreise“]

Winteratem

Ich begrüßte des Winters erste ernstzunehmende Daseinsbekundungen nicht nur, indem ich kaltes, schneeballrundes Weiß in Richtung meiner wenig begeisterten Begleitung schleuderte, sondern auch durch einen sportlich-aktiven Straßenbahn-Einfang-Spurt über die schneematschglatte Wege meines Viertels.
Dieser jedoch endete erfolglos darin, daß ich keuchend an der geleerten Haltestelle eintraf und das metallene Ungetüm hämisch von mir forteilen sah.

Zum ersten Mal konnte ich den Winter spüren. Er brannte tief in meiner Lunge. Gierig saugte ich die kalte Luft auf dem Himmel, versenkte mein Empfinden in die in Atemschmerz glühende Brust, wendete mich ab vom graublauen Zigarettendunst neben mir, der mir dieses kleine, zweifelhafte Vergnügen zu entreißen suchte.

Von meinen Lippen schwebte ein scheues Lächeln dem stählernen Koloß hinterher, den ich verpaßte. Passanten fingen es auf und wußten nichts damit anzufangen, stopften es tief in die ausgebeulten Taschen ihrer Verwunderung, wo es sich irgendwann von selbst verlor…

[Im Hintergrund: Janus – „Die Ruhe selbst“]

FFFfF: Batman gegen das Böse

Wir erinnern uns:
Kurz vor Halloween klaute der echte Batman dem armen Fred sein Batman-Kostüm. Nun scheint es Fred aber gelungen sein, es zurückzuholen oder neu zu erschaffen. Allerdings fehlt der Umhang noch immer.

Das jedoch hindert ihn nicht daran, im 72. „Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter“-Comicstrip als Batman gegen das Böse zu kämpfen..


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[Im Hintergrund: Janus – „Das Fest“ … ]

Das Brummen

Als ich soeben den Fön ausschaltete, schien er noch weiter zu brummen, als müßte der schnell rotierende Motor erst einmal langsam auslaufen. Merkwürdigerweise war mir dieses leise Brummgeräusch aber noch nie zuvor aufgefallen, und als es nach ein paar Sekunden nicht verstummte, begann ich zu grübeln.

Mein Rechner ist eindeutig zu laut.

[Im Hintergrund: Janus – „Neunundachtzig“]

FFFfF: Was ich bin

Erstaunlich für mich ist, daß Fred eine gewisse Eigendynamik entwickelt hat, die ich gespannt verfolge. Ich habe keine Ahnung, wohin seine Entwicklung gehen wird, freue mich aber, daß sich bei ihm – ebenso wie bei Käfer – allmählich Charakterzüge herausbilden, von denen ich ursprünglich nichts ahnte.

Und so.


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[Im Hintergrund: Noch immer Janus … ]

FFFfF: Der Eine Ring

Es tut mir leid, den heutigen Fred-Comic erst jetzt zu veröffentlichen, aber Zeitmangel hielt mich ein wenig auf.

Und vielleicht erahnt es der Wissende: Der heutige, 70. „Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter“-Comcistrip entstand unter dem Einfluß der Klänge von Blind Guardian…

Und so.


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[Im Hintergrund: alles mögliche von Janus … ]

Tageswort Nr. 31: Neonschwarz

„Wir können uns ja nachmittags treffen, um das schöne Wetter zu genießen.“
– „Ich kann nicht vor 17.30 Uhr.“
„Da ist es dunkel.“
– „Mist.“
„Naja, wir können uns ja trotzdem treffen. Allerdings werde ich dich bestimmt nicht sehen mit deiner dunklen Kleidung.“
– „Na gut. Dann ziehe ich extra für dich meine neonschwarzen Klamotten an…“

Das Wort neonschwarz wirkt auf mich derart widersprüchlich, das es mich bei jeder Benutzung erneut schmunzeln läßt. Es sei hiermit das Wort des heutigen Tages.