FFFfF: Nachdenklich

Neulich telefonierte ich mit meiner Omi. Selbiger zeigte ich vor wenigen Wochen, wie man ins Internet kommt und wie man es bedient. Natürlich befindet sich ihr diesbezügliches Wissen in einem erweiterbarem Anfangsstadium; aber immerhin reicht es aus, um sich hin und wieder meinen Comic anzuschauen.

Und noch während ich stolz bin, daß meine Omi mit ihren 75 Jahren der Internet-Gegenwart so problemlos gegenübertritt, darf ich mir gleichzeitig Großmüttleriches anhören:
Seit den Valentinstagscomics sei der Fred stets traurig gewesen – Geht es mir denn wirklich gut?

Omi, versuchte ich zu erläutern, das ist eine fiktive Figur. Doch sie ließ sich nicht beirren, Rückschlüsse von Freds Befinden auf das meinige zu ziehen.
Sicherlich ist der Gedanke nicht abwegig, insbesondere da drohendes Ungemach mir derzeit ziemlich zu schaffen macht.

Doch befürchte ich, daß ich fortan jedesmal, wenn ich einen er mitleidig-lustigen Comic fabriziere, einen von der Fred-guckt-ganz-traurig-Sorte, mit ihrem besorgten Anruf zu rechnen habe.

Beispielsweise heute…


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[Im Hintergrund: Otep – „House Of Secrets“]

FFFfF: Schnee

Nachdem der gestrige Comic mir angeblich Mühe ersparte, kann ich heute versichern, daß diesmal jedes Detail echt ist. Jede einzelne Schneeflocke, jede Linie, wurde von mir sorgsam und liebevoll gezeichnet.

Mit Spannung erwarten sicherlich die Leser von gestern die Fortsetzung der Zeitstarre, die Auflösung, wie sich Fred und der kleine Käfer aus der angehaltenen Zeit befreien können.
Doch nachdem ich soeben etwas von Klaus Kinski sah und hörte [via Spreeblick], erlaube ich mir die vergleichsweise kleine künstlerische Freiheit, die Zeit-Episode an dieser Stelle nicht fortsetzen zu willen.
Es sei mir verziehen.


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[Im Hintergrund: My Dying Bride – „The Snow In My Hands“]

FFFfF: Berufung

Wieder einmal recht spät, jedoch ohne jegliche Schummelei erscheint der heutige Comic. Die Thematik beschäftigte mich schon den gesamten Tag lang, doch erst in den Abendstunden fiel mir dann ein, wie ich sie am besten umsetzen könnte.
Dumemrweise vergaß ich dann das Zeichnen selbst – schließlich war der Comic in meinem Kopf bereits fertig -, sodaß ich dann soeben, also gegen 23 Uhr, mit der Krakelei begann.
Nun ja, ich hab’s ja noch rechtzeitig geschafft…

Und so.


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[Im Hintergrund: Farmakon – „Temporary Death“]

FFFfF: Veränderung

Heute ist wieder einer dieser Tage, an denen mich die Frage überkommt, ob es das jetzt war, ob ich ausgelaugt bin, am Ende meiner kreativen Kräfte. Nach neuen Ideen suchend bezweifle ich, daß es mir heute gelingen wird, einen Comic zu ersinnen.
Und dann ist er plötzlich da, wartet nur noch auf leichte Überarbeitung in meinem Kopf und auf Realisierung mittels Stiften und Papier.
Vergnügt schaue ich auf die Uhr, begreife, daß der Tag soeben erst begann, daß mir also noch unzählige Stunden geblieben wären, um mir etwas auszudenken. Wieder einmal bin ich erleichtert, daß es so einfach sein kann, einen täglichen Comic zu veröffentlichen.

Und so.


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FFFfF: Der Visionär

Es wird Zeit für stehende Ovationen, für Jubelrufe und euphorische Zelebrationen! Es wird zeit für endlosen Frohsinn und ausgelassene Glückseligkeit!
Und das nicht, weil der Karnevals-/Faschingskrimskrams derartiges verlangt, sondern einzig und allein weil am heutigen Tage der 150. „Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter“-Comic veröffentlicht wird!

Tolle Sache und so!


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In der Bibliothek II

Wieder in der Bibliothek.
Ich stelle fest, daß Asiaten, insbesondere feminine, nicht imstande zu sein scheinen, ihre Füße/Schuhe zu heben. Das ist eine vorurteilsbehaftete Verallgemeinerung, sicherlich, doch bisher fand ich noch keinen Gegenbeweis. Im Augenblick stört es mich nicht, und so bin ich gönnerhaft genug, um der leidlichen Schlurflärm-Belästigung mit Ignoranz zu begegnen.

Neben mir klingelt das Telefon. Eine Universitätsbibliotheksmitarbeiterin ruft eine andere Universitätsbibliotheksmitarbeiterin [Ja, ich mag das Wort.] an, um von irgendeiner Lieferung zu erzählen. Das erfahre nicht, weil ich das Telefonat belausche, sondern weil die beiden sich treffen, direkt neben mir, während das Telefon fröhlich vor sich hinklingelt.Das tut es übrigens schon seit geschätzten drei und gefühlten zwanzig Minuten, und längst war ich drauf und dran, aufzuspringen, den Hörer abzunehmen und hineinzubrüllen:
„Wenn ein Telefon tausend Mal klingelt, ohne daß jemand dran geht, könnte das eventuell daran liegen, daß die Angeklingelte nicht in der Nähe ist!“
Aber ich hätte diesen Satz sowieso nicht herausgebracht, ohne mich zu verhaspeln, also bleibe ich sitzen. Außerdem stört mich das Geklingel nur wenig; schließlich sitze ich nur am Rechner und stöbere auf irgendwelchen Heimseiten herum anstatt zu lernen.
„Das bin ich.“, erklärt die eine Universitätsbibliotheksmitarbeiterin der anderen, als die beiden sich treffen. Universitätsbibliotheksmitarbeiterin A hält ein tragbares Telefon in der Hand und legt in dem Moment auf, als Universitätsbibliotheksmitarbeiterin B endlich an Telefon gehen will.
Ich gebe auf, über den Zweck eines stundenlangen Klingelnlassens bei gleichzeitigem persönlichen Besuch der Angeklingelten nachzudenken.

Auf dem Computerplatz vor mir sitzt eine Blondine. Ich liebe Klischees, insbesondere wenn sie zutreffen, beziehungsweise es Menschen gibt, die sich zu bemühen scheinen, sie detailgetreu zu erfüllen.
Die Stimme der Blondine ist piepsig. Wäre ich ausersehen, mittels eines Castings eine Klischee-Blondine zu besetzen, müßte sie diese Stimme haben. Zum Glück schweigt sie zumeist.
Sie sitzt an einem Rechner, ohne ihn zu benutzen. Stur zeigt er die Aufforderung zur Eingabe von Benutzername und Kennwort, doch sie kümmert sich nicht drum, stöbert in ihren handgeschriebenen Unterlagen. Mädchenschrift.
Als sich jedoch der Bildschirmschoner einschaltet und die Eingabeaufforderung gegen komplettes Schwarz austauscht, vernehme ich ein piepsigen „Nein!“. ihre hand greift zur Maus und stellt die alte, unbenutzte Eingabeaufforderung wieder her.
Die neben ihr sitzende Freundin benutzt den Computer. Nicht wirklich, aber fast. Auf dem Bhildschirm sehe ich eine Universitätsseite, starr und konstant. Ich überlege, ob ich mich über die Verschwendung von Computerarbeitsplätzen echauffieren sollte, doch entscheide mich dagegen. Schließlich gibt es in unserer Universitätsbibliothek mehr freie Computer als freie „normale“ Arbeitsplätze.
Die Blondine jubelt, ein kindliches Arme-in-die-Luft-Werfen kombiniert mit einem semilasziven Freudentanz. Scheinbar hat sie etwas aus ihren Mitschriften verstanden.
Ein zweiter Jubel setzt ein, als sie es beim ersten Versuch schafft, sowohl Benutzernamen als auch Paßwort so einzugeben, daß der Rechner sie auf das System zugreifen läßt. Eine Meisterleistung, das muß auch ich anerkennen.
Sie schreibt eine Mail. Ihre Fingernägellänge läßt eine normales Tastaturbenutzung nicht zu. Wenn sie tippt, dann nur mit dem Zeigefinger der rechten Hand. Alle anderen Finger sind möglichst weit weggespreizt. Ich ertappte mich dabei, wie ihre Handhaltung nachzuahmen versuche, doch kläglich scheitere, Krämpfe befürchtend.
Ein dritter Freudenschrei, diesmal unter Einbeziehung der Freundin: Auf der Partyfotoseite von DJ Wakko fand sie sich selbst.

Neben mir öffnet der Fahrstuhl seine Türen. Heute scheint er zu schweigen. Die herauskommenden Asiaten wissen trotzdem, daß die Tür offen ist und verlassen ihn, natürlich ohne die Füße zu heben.

FFFfF: Gelassenheit

Ich gebe zu, geschummelt zu haben. Der „heutige“ Fred, der in letzter Minute des 15. Februars veröffentlicht zu sein scheint, wurde tatsächlich in den ersten Minuten des 16. Februars in dieses Blog gestopft
Das hat weniger mit morastcher Faulheit denn mit Netz-, nein: Scannerabwesenheit zu tun. Kurz: Ich war vor Mitternacht nicht zu Hause. Ich bedaure das zutiefst, insbesondere weil diese Verspätung an einem Tag geschah, an dem ich gleich zwei Comics zeichnete.
Das bedeutet, daß der „morgige“ Comic bereits gezeichnet ist und nur noch veröffentlich zu werden braucht – und das voraussichtlich zu einer humaneren Uhrzeit.
Trotzdem liebe ich die Rückdatierungsmöglichkeit, die mir erlaubt, den täglichen Rhythmus beizubehalten und alle Vorwort-Nichtdurchleser glauben läßt, ich sei gerade noch pünktlich gewesen…

Nun ja.


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Menschen 22: Rot, Blau, Grün

Während ich gestern an einer Ampel wartete, kam ein Mann auf mich zugetorkelt. Hätte ich nur sein Gesicht betrachtet, wäre ich dazu veranlaßt gewesen, ihn in die Schubladen „soziale Unterschicht“ und „Alkoholiker“ einzusortieren. Doch sein intensives Torkeln brachte mich dazu, genauer hinzuschauen, nicht zuletzt, um notfalls einen Sturz verhindern zu können.

Seine Kleidung als „ordentlich“ und „sauber“ zu bezeichnen, wäre einer maßlosen Unterrteibung gleichkommen, waren doch die sichtbaren Kleidungsstücke eindeutig von höherer Qualität, entsprangen höheren Preisklassen.
„Schickimicki“ war das Wort, das mir dazu einfiel, wirkten die Klamotten doch fast affektiert. Insbesondere seine Schuhe stießen bei mir auf Verunderung: Cremefarbene Lederslipper mit Absätzen, die danch Art eines Damenschuhs bei jedem Schritt klackten.

War ich nun dazu geneigt, einen gesellschaftlich Höherstehenden zu betrachten, der auf irgendeiner Feierlichkeit mehr als nötig getrunken hatte, irrte ich mich erneut. Denn das Geischt war eindeutig das eines Trinkers, versehen mit der klischeehaften Trinkerknollnase, die rot zu leuchten schien.

Kopf und Gebahren des Mannes bildeten eine Einheit, die sich nicht mit der äußeren Hülle vertrug. Während ich meine Blicke zwischen klackenden Absatzschuhen und einer Nase, die allein wohl mehrere Schnäpse absorbieren konnte, hin- und herwandern ließ, schaltete die Ampel auf Grün; ich wurde meinen Beobachtungen entrissen und von der sich in Bewegung setzenden Masse auf die andere Straßenseite gespült.

[Im Hintergrund: Aaskereia – „Mit Raben und Wölfen“]