Der heutige „Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter“-Comicstrip entstand mit der freundlichen Unterstützung meiner lieben Mami. Denn sie war so freundlich, der kleinen Geschichte einen Titel zu verleihen.
Danke schön.
dingens und zeug.
Hurra! Mit dem heutigen Tag begann die Karnevalssaison, die fünfte Jahreszeit. Närrisches Treiben, bunte Kostüme, lustige Clownsnasen und schallendes Gelächter werden unsern Alltag bestimmen.
Da ich mit all dem aber nichts am Hut habe, hat der heutige „Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter“-Comicstrip mit Karneval überhaupt nichts zu tun.
Und so.
Mal wieder zu mitternächtlicher Stunde. Der Tag hat gerade begonnen, und schon darf ich einen neuen „Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter“ präsentieren.
Aufgrund diverser Heimkehrereien und dergleichen werde ich womöglich in den nächsten Tagen womöglich mit Veröffentlichungsproblemen zu kämpfen haben. Vielleicht aber auch nicht. Mal sehen.
Doch nun: Fiel Froide.

[Bild klicken für eine geringfügige Vergrößerung.]
[Im Hintergrund: Portishead – „Roads“]
Als ich heute heimwärts ging, winkte mir von der anderen Straßenseite eine ältere Frau, mit einem türkisfarbenen Baumwollpullover und Leggings ziemlich witterungsoptimistisch bekleidet. Ihr Winken war fordernd, nicht verzweifelt, nicht hilflos, aber auch nicht unhöflich. Sie schien zu wissen, was sie wollte, und sie schien offensichtlich mich zu meinen, kam mir sogar ein paar Schritte entgegen.
Ich eilte über das Kopfsteinpflaster zu ihr und bevor ich meine fragende Miene in ebensolche Worte wandeln konnte, sprach sie mich an. Ihre Augen waren groß und ringuntermalt. Sie mußte zu mir aufsehen, und sofort spürte ich Mitgefühl in mir keimen, den Wunsch, ihr helfen zu wollen.
„Jungchen, wo bin ich denn hier?“
Schon war ich drauf und dran vom nebenan stehenden Schild den Straßennamen, der sich meiner Kenntnis verbarg, zu entlocken, da sprach sie weiter, konkretisierte ihre Anfrage:
„Bin ich denn hier in Magdeburg.“
O ja, das war sie: Mitten in Magdeburg, genauer: in Stadtfeld, zentrumsnah und direkt vor dem Altenheim „Sanct Gregorii“ stehend, in dem sie vermutlich hauste.
„Ja.“, antwortete ich sanft. „Ja, durchaus.“
Sie nickte, schien zu verstehen, doch ihre Augen drückten Verzweiflung aus.
„Ach Mensch, ich wollte doch nach Osterwedding. Jetzt habe ich gar kein Geld für den Bus. Da muß ich wohl nochmal hoch.“
„Das müssen sie.“, bestätigte ich sie, in der Hoffnung, daß im Inneren des Seniorenheims pflegefreudige Schwestern sich ihrer annehmen würden
Es erschien mir rätselhaft, wie sie gleichzeitig begreifen konnte, daß zum Busfahren eine Fahrkarte und für diese Geld nötig war, daß sie derzeit kein Geld dabei hatte, es aber „oben“ besorgen könne, aber nicht zu wissen schien, daß sie keineswegs in Osterwedding verweilte.
„Herzlichen Dank.“, verabschiedete sie mich sehr freundlich und ging auf den Haupteingang des „Sanct Gregorii“ zu.
‚Was für ein seltsamer Name, Sanct Gregorii.‘, dachte ich und drehte mich nach ein paar Schritten zu der alten Frau um.
Sie stand noch immer vor dem Eingang, und ich befürchtete, sie würde es sich anders überlegen. Als ich kurz darauf wieder zurückschaute, war sie verschwunden.
[Im Hintergrund: Sevendust – „Next“]
Der 51. „Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter“-Comicstrip wartet nun darauf, betrachtet zu werden. Zu ihm gibt es nicht viel zu erwähnen, außer, daß ich erstaunt war, daß mir diesmal die Idee während eines Telefonates in den Sinn kam.
Sachen gibt’s…

[Bild klicken für eine geringfügige Vergrößerung.]
[Im Hintergrund: Oomph – „Ego“ — „Komm und erlöse mich von mir…“]
Wenn ich schreiben könnte, was ich denke, wüßte ich, was ich meine.
Wenn ich schreiben könnte, was ich denke, wüßtest du, wer ich bin.
Ich kann es nicht, versuche es immer wieder, finde Worte, neue, alte, finde Wege, mich zu beschreiben, zu umschreiben, doch finde nirgendwo mich, nur einen Teil, einen Fetzen, dem Augenblick entrissen, einem Wunsch, einem Blick, einem Gefühl entleibt, abgetrieben, rausgerissen aus dem Geist, der mich dachte, der mich fühlte, der ich war, irgendwann.
Die Summe bildet kein Ganzes, bildet weniger, nur einen Hauch dessen, was ist, nur eine Idee dessen, was aus mir besteht.
Die Summe bildet kein Ganzes, bildet mehr, ein Meer aus Fragen, die mich, dich, zu überfluten drohen. Meine Sprache ist nicht meine Sprache ist nicht deine Sprache, fremde Vokabeln anderer Welten, die wir zu verstehen glauben und doch anderes bedeuten.
Vielleicht sollte ich schweigen. Vielleicht sollten meine Hände ruhen, wartend die Zeit unter den Fingernägeln bewahren, die Augenblicke in den Ausfluß gießen, als existierten sie nur in meinem Kopf, als bedürfe es nicht mehr, sich zu erinnern, das Innere nach außen zu tragen.
Doch die Worte quellen unter meinen geschlossenen Lidern hervor, brechen aus, umrahmen meine Welten, doch sehen sie nicht, krakeln wirre Silhouetten zu Boden, die du findest, aufnimmst und zu begreifen versuchst, die du findest und mit deinen eigenen Welten, deinen Gedanken, deinen Tränen schmückst, zurücksendest in meinen wirr quellenden Schädel, um Antworten zu suchen, die mir selbst verborgen bleiben.
Für einen Augenblick versuche ich zu erklären, mich zu erklären, zu klären, was ich dachte, fühlte, war; doch vermag es nicht. Der Moment verrannte in der Unendlichkeit des Vergangenen, und alles, was ich von ihm zurückbehielt, sind Silhouetten, Fragmente, konturenschwere Formen, die ich sein könnten, mich spiegeln, erklären könnten. Doch sie schweigen, senden falsche Signale, falsche Worte in den Äther, als höhnten sie hämisch deiner Verwunderung.
Und zuweilen sehe ich sie Lieder schreiben, Lichter, die über mich hinweg zu strahlen, mich in den Schatten eines größeren Ichs zu stellen vermögen, die Blicke und Zeilen auf sich ziehen, als wäre ich mir überlegen. Ein Lächeln findet mich, doch ich weiß, es gilt nicht mir, es gilt nicht meinem Kopf, nicht meinen Gedanken, nur dem strahlenden Schatten, nur dem Konstrukt meiner selbst, das in fließender Bewegung bezaubernde Blasen aus glitzernder Luft in die Sonnenstrahlen wirft. Ich sehe mir zu und trete Risse in den Spiegel, freue mich selbstverlustig meines Andersseins.
Als das Schweigen mich weckt, finde ich mich erneut. Die Worte kribbeln unter den Nägeln, suchen die Flucht, ein neues Werk zu beginnen, neue, alte Teile von mir durch Welten zu streuen, als bildeten sie irgendwann ein anderes, besseres, richtigeres Ich, als bedürfe es nur mehr und mehr von ihnen, um ihnen mein Leben zu schenken, um mit ihnen mich erklären zu können.
Ich sehe ihnen nach, sehe sie im Abendrot verschwinden, ein feines Gespinst fremdbekanntschöner Krakeleien, deren Stärke mich ängstigt und mit Stolz erfüllt, deren Sinn jedoch mir noch immer verborgen bleibt.
[Im Hintergrund: Gravenhurst – „Fires In Distant Buildings“]
Und immer wieder die gleichen Worte, die ich an die Leere richte:
Fang mich auf
Doch längst verlor ich das Gesicht des Wesens, das mich fangen, mich halten könnte, sollte, würde. Ich atme meine Angst gegen Spiegel und spüre die Zeit mich nach unten treiben, tiefer und tiefer hinein in den endlosen Fall. Die Wucht des kommenden Aufschlag wächst mit jeder welkenden Sekunde. Ich kann meinen Schrei ersticken hören, dort, in naher, ferner Zukunft, doch noch schreie ich, presse die verbleibende Luft aus meinen Lungen, als wäre sie Gift, das Gift des Alltags, das Gift des Lebens.
Der beschlagene Spiegel gibt nur zöglerlich mein Antlitz preis, schämt sich dessen, was er zu offenbaren hat, als ahnte er, daß ich mich in ihm nicht länger finden kann, das Wesen in seinem Inneren niemals werden wollte. Ich bin entsetzt von mir selbst, wende mich ab, als könnte ich es.
Fang mich auf
Die Worte schmelzen bereits auf meiern Zunge, verbreiten den bitteren Geschmack fehlender Auswege.
Fang mich auf
Die Leere schweigt.
[Im Hintergrund: Oomph! – „Wunschkind“]
Voller Freude präsentiere ich heute den 50. „Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter“-Comicstrip.
Als ich mit dem Zeichnen begann, dachte ich, daß es mir doch gar nicht so schwer fallen dürfte, ein Jahr lang täglich einen Comic zu zeichnen. Oder länger.
Doch nun, da ich die 50 erreicht habe, stelle ich fest, daß allein diese Zahl mich schon beeindruckt, obgleich Fred noch nicht einmal zwei Monate existiert.
Nichtsdestotrotz [Ich liebe dieses Wort.] bin ich guter Dinge, was die Zukunft dieses Comics angeht. Bisher hatte ich nie das Gefühl, ohne jegliche Idee dazustehen, nie das Gefühl, an meinen mir selbst auferlegten Anforderungen zu verzweifeln. Das gibt mir Mut und den Optimismus, der nötig ist, um guter Dinge weiterzumachen.
Und so.

[Bild klicken für eine geringfügige Vergrößerung.]
[Im Hintergrund: Dorn – „Schatten der Vergangenheit“]
O, soeben fiel mir auf, daß heute dieser Weblog 200 Tage alt wird.
Das ist selbstverständlich falsch, unrichtig gar. Schließlich begann ich bereits ich am 20. oder 21. Januar dieses Jahres, allerdings in myblogigeren Sphären, die ich irgendwann im April zu verlassen wußte.
Demnach ist diese tolle 200 gar nicht echt, nur eine einigermaßen hübsche Zahl mit ein paar Nullen drin, deren Aussage jedoch kaum bedeutung haben kann, darf oder soll. Schließlich führte ein solches Jubiläum, wäre es eins, die unausgesprochene Aufforderung mit sich, so etwas wie ein Fazit abzuliefern oder zukünftige Perspektiven ins Auge zu fassen.
Dergleichen mißfällt mir jedoch, weswegen ich großzügigerweise darauf verzichte.
[Im Hintergrund: Janus – „Auferstehung“]
Der Straßenbahn entfliehend, in dem stimmenstarke Kinder geräuschintensiv den Namen Benjamin wiederholen [Ich dachte die ganze Zeit an Herrn Blümchen und sein Törööö.] und versuchen, die Lieblingsbonbonsorte kundzugeben, stellte ich fest, daß die Jugendlichen in der nächsten Straßenbahn, die hämisch lachend gemeinsam Verlebtes auswerteten, dabei mehr Sitzplätze als nötig blockierten und eine Aura der Bösartigkeit in die Runde warfen, noch unerträglicher waren als die Kinder, und überlege, ob ich in Begriff bin, zum Misanthrop zu mutieren.
[Erstaunlich, daß das latein-griechische Wort „homophob“ nicht die Abneigung/Angst {phobos} Menschen {homo} gegenüber bezeichnet, sondern die Ablehnung von Homosexualität.].