Gefangen

Gefangen von meinen eigenen Worten, meinen Untaten, die im Schädel schlummernd mich verletzen, mich zurückhalten, aufhalten. Ich warte, doch weiß nicht, worauf. Der Blick nach außen sieht nicht, wird von Tränen reflektiert, fällt ins Innen und stürzt hinab. Wohin?, die alte Frage. Laß mich los, schrei ich mir zu, laß mich gehen, fliehen, finde mich, finde dich, halt nicht fest. Laß nicht los, hauche ich, flüstere, wispere ich in den müden Schädel, dessen Gedanken aufgebraucht und schwer zu Boden sinken, gleich ungelebten Träumen…

SehnSUCHT

SehnSUCHT…
bitte funktioniere.
Mechanisch, präzise, linientreu

SehnSUCHT…
nach Dir selbst,
wenn Du Dich mal aufgegeben

Irgendwann fällt der Schatten,
zu schade,
auf Dein Leben

SehnSUCHT.

[aus: Grabnebelfürsten – „SehnSUCHT“]

Haltestelle

Schon lange nicht mehr hatte ich an dieser Haltestelle gestanden und gewartet. Schon lange hatte ich nicht mehr die Geduld aufgebracht, hier zu verharren und darauf zu vertrauen, daß die Straßenbahn bald eintreffen würde.

Sonst war ich immer gelaufen, zweihundert, dreihundert Meter, dorthin, wo andere Bahnen fuhren, richtigere Bahnen, die mich auf direkteren Wegen zu meinem Ziel befördern konnten.

Heute nicht.

Ich wartete. Für einen Moment war ich versucht, mein Buch aus dem Rucksack zu angeln und zu lesen, die Zeit zu vertreiben mit dem Einsinken in tiefere Gedankengefilde, in eine fremde Welt außerhalb des Wartens. Ich beschaute die anderen, fand kein bekanntes Gesicht, kein unbekanntes Lächeln. Ich wartete.

Dann sah ich sie. Ich kannte sie, erkannte sie gleich. Sie war Ihre Freundin, vielleicht Ihre beste Freundin, hielt ein Telefon in der Hand und redete, redete mit irgendwem, war völlig vertieft in ihren Dialog, sah mich nicht. Ich schaute auf, sah sie an. Sie redete und redete, bewegte die freie Hand in kleinen Gesten, lief dabei in forschem Tempo an mir vorbei, ohne mich zu sehen, ohne mich zu bemerken.

Ich nahm es ihr nicht übel. Das Gespräch hatte sie gefesselt, alle Sinne an sie gebunden, hatte die Umgebung zur Randerscheinung deklariert. Das geschieht.

Ich gab mir keine Mühe, mich bemerkbar zu machen, mich in ihren Horizont, ihren Vordergrund zu drängen, wollte ihr Gespräch nicht stören, nicht unangenehm auffallen, kein falsches Lächeln ernten. Warum auch? Ich kannte sie nur flüchtig, von diversen Begegnungen, als Ihre Freundin. Immer war Sie dabei gewesen. Immer.

Doch nicht jetzt.

Nun war ich allein, war sie allein, redete weltvergessen mit der Stimme an ihrem Ohr. Und Sie, der Magnet meiner Gedanken, Sie, das Feuer in meinem Geist, wandelte in der Ferne, weitab der Reichweite meiner Flammen, meiner Worte, meiner Hände.
Sie lief vorbei, und Sätze entströmten ihren Lippen, galten dem unsichtbaren Gegenüber, wurden vernehmbar für mich, perlten für einen Augenblick in meine Sinne.

Da! Ihr Name fiel! Ich war mir sicher, völlig sicher, hatte richtig gehört, hatte Ihren Namen vernommen, just in dem Augenblick, da sie telefonierend an mir vorbeieilte, just in dem Augenblick, da ich das Gesagte verstehen, erfassen konnte. Der Name, Ihr Name. Nur Sie, wer sonst?, konnte gemeint sein!

Und dann erinnerte ich mich, erinnerte mich an Sie, erinnerte ich mich daran, schon früher hier gestanden, hier gewartet zu haben, in einem anderen Leben, irgendwann. Ich erinnerte mich an Ihre Ferne, an Distanzen, die den Schmerz nicht zu nehmen vermögen, an die Hoffnung, die Sehnsucht. Ich erinnerte mich an ein Lächeln, das mich in meinen Träumen begleitete, an ein Gefühl, als wäre das Leben ein Vertrauter, ein Freund, als könnte ich mich niederlegen auf den Schwingen des Daseins und für einen winzigen Moment innehalten, spüren, atmen, als könnte ich mich gehenlassen, fliegen, mit dem Wissen, dem Bewußtsein, Sie in meinem Armen, an meiner Brust, in meinem Herzen zu halten und zu fühlen. Ich erinnerte mich an Liebe, an Liebe, die begriff, erfaßte und sich nie verlor, mich niemals hergab, mich noch immer in ihren taubenetzten Fängen weiß, nicht hergibt, nie hergeben wird, da ich nicht zu fliehen, nicht zu entkommen versuche, da ich lächelnd in der Stille meiner Gedanken verweile und träume, immer wieder nur träume.

Ich erinnerte mich, meine Welt brach über mich herein, und Tränen fanden ihren Weg.

In der Ferne verhallten die Schritte der Redenden, der Telefonierenden; in meinem Ohr verhallte das Echo Ihres Namens.

Und während ich aus mir selbst, aus der Welle meiner Sehnsucht zu erwachen versuchte, trat ein Mann an mich heran, verkündend, daß die Straßenbahn ausfiele, daß jedes Warten vergebens sei, daß ich andere Wege zu gehen habe.

Doch ich blieb stehen, noch immer nicht in meinen Händen, hielt inne, lauschte meinem Atem und dem leisen Gedankenspiel meiner Träume…

Bodycount

30. April: 3
01. Mai: 2
02. Mai: 3
04. Mai: 2
08. Mai: 2
09. Mai: 3
10. Mai: 2
11. Mai: 4
12. Mai: 2
13. Mai: 1
14. Mai: 3
16. Mai: 4
17. Mai: 2

Summe: 33
Tagesdurchschnitt: 1,833

Das ist die derzeitige, offzielle „Morast-vs.-Motten„-Statistik unserer WG.
Ich würde sagen, wir haben ein kleines Problem…

Um freundliche Mithilfe wird gebeten

Meine Bitte:
Bitte HIER klicken

damit ich meiner persönlichen 250 ein Stückchen näherrücke.

Erläuterung:
Opera bietet die Möglichkeit an, eine Opera 8 Lizenz kostenlos geschenkt zu bekommen. Jeder kann daran teilnehmen. Dazu bedarf es nicht mehr als der Einrichtung eines Accounts bei der Opera-Community.
Nach 250 Klicks [von verschiedenen IP-Adressen] auf einen Link à la http://my.opera.com/EIGENER_NICKNAME/affiliate/ erhält man eine Mail mit den Opera 8 Freischaltcodes für alle Versionen [Windows, Linux etc…].
Mehr dazu hier.

Tausend Dank im Voraus.

P.S.: Der aktuelle Stand des eigenen Klick-Kontos ist in der Accountübersicht einsehbar: http://my.opera.com/community/account/.
[Kurze Zeit nach den Klicks sollte da so etwas wie „Your Affiliate Program Score: 3“ auftauchen.]

P.P.S.: Das ganze soll/darf/kann natürlich auch über die in die eigene Seite [oder in das eigene Weblog] einbindbaren Opera-Buttons funktionieren…

Menschen 12

Inmitten eines Einkaufcenters vernehme ich einen nervigen Handy-Klingelton. Ich drehe mich um und sehe einen älterer Mann sein Mobiltelfon zücken. Er selbst entspricht dem typischen Rentner-Klischee, trägt eine alte Lederjacke, die sich über sein Bierbäuchlein wölbt, eine getönte Brille und einen Opa-Hut auf ergrautem Haar. Er telefoniert, und ich bekomme Gelegenheit, das Handy in seiner Hand zu betrachten: Ein älteres Modell von Nokia, allerdings knallig grün, und ein quietschgelber Tweety grinst mir entgegen…
Das hätte ich nun wirklich nicht erwartet.

Vernichtungsvergnügen

Am Copyshop befand sich ein Aufsteller, über die universitäte Personalratswahl informierend. Wohl um Aufmerksamkeit zu erregen, war er mit zwei Luftballons geschmückt worden. Als ich vorbeiging, stupste ich einen von ihnen sanft an. Doch meine beringte Hand schien fatale Folgen zu erwirken: Der Ballon platzte.
Ich selbst erschrak, nur kurz, dann schmunzelte ich. Ich hatte den Ballon nicht vernichten wollen.
Doch für einen Augenblick ging es mir besser.