FFFfF: Erschreckend

Mir gefällt es, wenn die Frederick-Comics in sich abgeschlossen sind, aber zugleich auf Vergangenes anspielen oder eine bereits begonnene Handlung weiterführen. Daher freut es mich, daß der gestrige Comic heute fortgeführt wird, wenn auch diesmal ohne auftretende menschliche Wesen.

Nicht minder freut es mich, daß ich den morgigen Comicstrip bereits begann. tatsächlich versteifte ich mich diesmal nicht darauf, Ideen unter der Dusche zu ersinnen, sondern wurde tatsächlich beim Warten auf die Straßenbahn fündig wurde. Ich danke meinem Kleinen Schwarzen Büchlein für seine spontane Aufnahmebereitschaft.

Doch bevor das Morgige eintrudelt, wir erst einmal das Heutige willkommen geheißen: Der 36. Frederick-Comicstrip.

Und so.


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[Im Hintergrund: Dorn – „Schatten Der Vergangenheit“]

Duschgel

„Du kaufst Duschgel nach dessen Geruch? Das ist irgendwie typisch Frau.“
„Wieso? Wonach richtest du denn deine Kaufentscheidung?“
„Nach dem Packungsdesign.“

[Im Hintergrund: Otep – „Sevas Tra“]

FFFfF: Höhlenforschung

Der heutige Comic wartete schon eine Weile in meinem Kleinen Schwarzen Büchlein [und in meinem Schädel] darauf, gezeichnet zu werden. Bisher scheute ich mich, weil ich nicht so gern menschliche Wesen auf Papier banne.

Dementsprechend angstvoll ging ich die Sache an. Doch das Ergebnis erfreut mich und vermag mir sogar das Licht zurückzugeben, das ich gestern vermißte.

Fröhlichen Gemüts präsentiere ich also den mittlerweile 35. „Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter“-Comicstrip und verrate, daß sich irgendwo inmitten des Comics ein Wortspiel versteckt hat. Wer es findet, darf sich freuen. Der Rest natürlich auch.

Und so.


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[Im Hintergrund: Otep – „Jonestown Tea“]

Beschaffungsmaßnahmen

Als ich einst schier unendliche Unmengen frei verfügbaren finanziellen Potentials mein Eigen nannte [Am liebsten hätte ich die Überschrift so wie den Satzanfang genannt…], stellte ich fest, daß es an der Zeit sei, exklusivem Musikgenuß in zweierlei Weise frönen zu wollen: Zum einen als ausschließlicher Konsument der tönenden Klänge, zum anderen aber auch in herausragender Qualität. Nah lag also die Entscheidung, einen nicht unbedeutenden Anteil des vielen Geldes in qualitativ hochwertige Kopfhörer umzutauschen.

Nachdem ich zunächst mit kabellosen Vertretern der Kopfhörergattung ungute Erfahrungen sammelte, entschied ich mich für ein ansprechendes Produkt der Firma Sennheiser, das mich nicht zuletzt mit austauschbarem Kopfhörerkabel beeindrucken konnte. In heimischen Gefilden war es mir von nun an also möglich, von meiner Umgebung abgekapselt Musiken in meinen Schädel strömen zu lassen, ohne andere damit zu belästigen. Schwere Gitarren dröhnten auf mich ein, Schlagzeugsoli entlockten mir ein begeistertes Lächeln – und immer wieder mußte ich mich zurückhalten, nicht mitzusingen, mitzugrölen. Anrufende waren verärgert ob meiner scheinbaren, eigentlich nur partiellen Abwesenheit, meine damalige Mitbewohnerin aber erfreut, nicht länger das Gekreisch und Gelärm ertragen zu müssen.

Irgendwann beschloß dann aber ihr knabberfreudiges Kaninchen, den Geschmack von Kopfhörerkabeln ausprobieren zu wollen und durchtrennte mit einem einzigen Haps das kostbare Kabel. Meine Freude darüber war gering, und alsbald störte mich die Lüsterklemme, die als Notbehelf durchaus funktionierte, aber aus ästhetischen Gründen keine Langzeitlösung darstellen konnte. Ich erfreute mich der damals beim Kauf beachteten Kabelaustauschbarkeit und ging frohen Mutes zum Elektronikfachmarkt meines Vertrauens. Umgehend wurde der Artikel bestellt, und wenige Tage später tauschte ich 30 DM gegen 3 Meter.

Als ich unlängst eine unerträgliche Hörgenußeinschränkung wahrnahm, mußte ich feststellen, daß das teure Kabel abermals beschädigt worden war – diesmal jedoch offensichtlich nicht durch jetzt inexistente Vierfüßer, sondern wohl durch meine Unaufmerksamkeit. ’30 DM.‘, entsann ich mich und gewahrte die unfröhliche Leere in den Tiefen meines Geldbeutels. ‚Das muß auch billiger gehen.‘, hoffte ich und begann das weltweite Netz nach einem Sennheiser-Kopfhörerkabel zu durchforsten.

Auf den Herstellerseiten wurde ich schnell fündig: Erstaunlicherweise verlangte der Ersatzteilshop die gleichen, teuren 15 Euro. Nebenbei allerdings auch noch unverschämt 8,90 Euro für den Versand. Das zu akzeptieren war ich nicht bereit. Leider hielten jedoch die nahezu unerschöpflichen Tiefen des Internets keine weiteren Optionen bereit – und das, obwohl ich ein Kabel mit 2,5 mm und 3,5 Klinkenstecker durchaus als nicht sonderlich ungewöhnlich einstufte.

Auf ging es also erneut zu dem mir längst vertrauten Elektronikfachmarkt, zur Reparaturannahmestelle, dorthin, wo man fröhlich meine Daten aufnahm und versprach, sich bei mir zu melden – wenn ich denn bereit war, mich von anzahlenden 5 Euro zu trennen. Ich war, und erhielt am selben Tag noch eine SMS.

‚Das ging ja schnell.‘ dachte ich erfreut, doch mußte feststellen, daß nur weitere Informationen erbeten wurden. Ich hatte einen falschen Kopfhörertyp genannt, ein Zahlendreher, nicht Weltbewegendes, aber Grund genug für eine erinnernde SMS – und für die Postkarte, die am nächsten Morgen eintrudelte und denselben Informationsbedarf kundtat. Nachdem mich die moderne Kurznachricht, dieser Vertreter des digitalen Zeitalters, angenehm überrascht hatte, stellte die altmodische und überflüssige Postkarte eine neuerliche, aber diesmal unangenehme Überraschung dar.
Kurzerhand stiefelte ich wieder zum Elektronikfachmarkt und korrigierte freundlich lächelnd meine unrichtigen Angaben, darauf gefaßt, noch am selben Tag eine bestätigende Kurznachricht auf meinem Handy entdecken zu können.

Doch nichts dergleichen geschah. Die Wochen zogen ins Land, und der Kopfhörer verstaubte ungenutzt zwischen hölzernen Balken. Mehrmals ertappte ich meine Hand, die willig nach ihm griff, doch dann setzte stets meine Erinnerung ein, die mir verbot, mich mit den unschönen, vom defekten Kopfhörerkabel lädierten Klängen zu widmen.

Irgendwann nutzte ich mein Verweilen in der Nähe des beauftragten Elektronikfachgeschäftes für eine interessierte Nachfrage. Leider hatte ich meinen Anzahlungs-/Auftragseinreichungsschein nicht dabei, was ich bedauerte, aber nicht zu bedauern brauchte, denn der emsige Mitarbeiter unterbrach sogar ein persönliches Gespräch, um meinen Nachnamen in den Computer zu hacken und anhand meiner Kartei möglicherweise neue Informationen hervorzuzaubern. Doch die gab es nicht. „Das kann noch dauern.“, wurde ich getröstet, so daß ich ohne jegliche Kopfhörerkabelbeschaffungserfolge verdrossen heimwärts zog.

Wieder verflogen die Wochen, und wieder drängte es mich, nachzuhaken, was aus meinem sehnlichen Wunsch nach einem intakten Kabel geworden war. Wieder suchte ich den in meiner Erinnerung netten Mitarbeiter auf. Wieder hatte ich keinen Anzahlungs-/Auftragseinreichungsschein dabei. Doch diesmal war er vonnöten, enorm wichtig, ja eigentlich sogar die Bedingung dafür, daß ich überhaupt Worte an den Mitarbeiter richten durfte.

Ich lächelte verlegen, wies eingeschüchtert auf den mit Daten vollgestopften Rechner, unter denen ja womöglich auch meine eigenen sein würden, gab meinen Namen kund, buchstabierte mich, begegnete der unwilligen „Na-gut-wenn’s-denn-sein-muß“-Miene des Bearbeitenden mit einem morastschen „Es-tut-mir-leid-daß-ich-Sie-nerve“-Gesichtsausdruck und wartete geduldig ab, was das Ergebnis seiner schier endlosen Augenstreifzüge über den für mich nicht erkennbaren Bildschirminhalt sein würde.

‚Das ist doch Absicht.‘, vermutete ich, ‚Damit niemand merkt, was für unfähige, Stumpfsinn produzierende Mitarbeiter beschäftigt werden, dreht man die Monitore so, daß wissende Kunden keinen Blick darauf zu werfen vermögen. Vermutlich arbeitet der Elektronikfachgeschäftangestellte jeden zweiten Auftrag ab, indem er scheinbar motiviert auf der Tastatur herumklimpert, aber tatsächlich nur den paßwortgeschützten Bildschirmschoner beackert. Und wahrscheinlich hat der Kerl genau das bei meinem letzten Besuch praktiziert.‘

„Wir haben Ihnen eine Postkarte geschickt.“, unterbrach der wohl doch agierende Angestellte meine Gedankengänge.
„Ja, aber das ist doch schon ewig her.“, reagierte ich flink. „Außerdem stattete ich Ihnen noch am selben Tag einen Besuch ab, um die vorher falschen Informationen zu korrigieren.“
Mein Gegenüber sieht nicht auf, starrt suchend auf den Monitor.
‚Herrscht wirklich ein solches Datenchaos in den Datenbanken?‘, wunderte ich mich. ‚Oder ist die Bildschirmaufteilung so unübersichtlich, daß jegliche Informationen unauffindbar verschütt gehen?‘

„Ach ja, hier steht’s ja.“ Der Elektronikfachmann jubelte fast, bestätigte somit jedoch nicht nur meine Aussagen, sondern auch meine Datenbank-Chaostheorie.
„Das haben Sie sogar bei mir gemacht.“, stellte er fest, „Informationen abgeändert. Auftrag nochmals abgesendet.“
‚Soweit waren wir schon.‘, seufzte ich innerlich. ‚Doch ist mit meinem Kopfhörerkabel?‘
„Nee, da ist noch nichts da.“, zerstörte der noch immer verwirrt wirkende Angestellte meine Hoffnungen.
„Sieht schlecht aus.“, setzte er noch einen drauf.

„Und nun?“, wollte ich fragen, doch ich war längst am Boden zerschellt, brachte keinen Ton mehr hervor.
„Ich schick’s nochmal los.“, meinte der Fachmann eifrig, klickte einmal [‚Einmal?‘, dachte ich beeindruckt und wunderte mich, warum es angesichts solcher Leichtigkeit ein solches Problem darstellte, meine Daten zu überblicken.] und schaute mich zum ersten Mal seit Äonen wieder an.

„Wir melden uns dann.“, ergänzte er unpräzise, aber freundlich und verabschiedete mich.
„Tschüß.“, brachte ich noch raus, und schlich enttäuscht zum Ausgang.

[Im Hintergrund: Minas Morgul – „Schwertzeit“]

FFFfF: Manifestationen

Während mein Bruder mir schonend beizubringen versucht, daß sein Interesse an Fred inexistent ist und daß meine Zeichnungen stets ähnlich auszusehen scheinen [obwohl er beteuert, daß das prinzipiell nichts Schlechtes sei, auch wenn man einen Hauch von Routine erahnen könnte], befrage ich mich selbstzweifelnd, inwieweit überhaupt Interesse an dem täglichen Comic und an der Gesamtheit meiner Internetselbstdarstellung besteht, und ob ich mich nicht belog, als ich behauptete, daß mein Schaffen in erster Linie mir selbst gilt.

Vielleicht hätte ich einfach zu Bett gehen sollen, anstatt den neuen Tag und die nächste Frederick-Veröffentlichung abzuwarten und mich mit lichtlosen Gedanken zu bestücken, die sich derzeit in meinem Kopf zu häufen scheinen, obgleich ich mich in mir lieber dorthin verkrieche, wo das letzte Quentchen Wille sich hinfloh und um seine Existenz bangt.

Die Stagnation wandelte sich zu Resignation mir selbst gegenüber, zur Feststellung, daß ich trotz der Kleinigkeiten, die anderes behaupten, an denen ich mich festkralle, irgendwann in den letzten Monaten mein Dasein verlor.

Mit leisem Lächeln prösentiere ich den 34. Frederick-Comicstrip, der die Geschichte von gestern fortsetzt, aber mit der Liebes-Thematik nicht mehr viel zu tun hat. Allerdings gebe ich zu, daß mir ein wenig die inhaltliche Tiefe fehlt.
Ich hoffe, daß der morgige [heutige] Besuch der Dusche [oder anderer, inspirativer Orte] mich kreativ aufleben lassen wird.

Und so.


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P.S.: Ich habe beschlossen, das hier bei Morast übliche Frederick-Comic-Vorwort bei Frederick in Zukunft wegzulassen und im dortigen Weblog einzig und allein den täglichen Comic zu veröffentlichen.

[Im Hintergrund: Dementi – „Ich Empfinde Nichts“]

und dann…

und dann war doch noch
unter meinen nackten füßen
der abdruck eines daseins
gefüllt mit trübem naß
in dem sich ferne sterne spiegeln

und dann war da noch
der atemzug, der schritt gen heute
als das wasser sich im antlitz sammelt
regenschwer auf mich niederprasselt
den boden unter mir erweicht

und dann war da noch
der griff in die wolken
die haltlosigkeit eines weiteren versuchs
als das versunkene wesen
sich selbst vermißt

und dann war da noch
die schwarze schlange hoffnung
die jedes lächeln, das ich fand
zu narbenschrift zerreißt

und dann war da noch
[ich hatte es fast vergessen]
mein leben…

Innenstadtausrottungsmaßnahmen

Befremdlich, daß diese wenig nutzvolle Strategie zur Innenstadtbelebung noch niemanden störte:

Während größere Geschäfte tatsächlich die komplette Ladenöffnungszeitenspannweite ausnutzen und bis 20 Uhr Kunden willkommen heißen, erdreisten sich die Magdeburger Verkehrbetriebe ihre Fahrzeuge schon 19 Uhr von normaler Haltestellenanfahrhäufigkeit auf reduzierten Abendbetrieb umzustellen und somit dafür zu sorgen, daß Einkaufende nach 19 Uhr verstört und ungeduldig an den Innenstadthaltestellen warten und sich für den nächsten abendlichen Shoppingbummel vornehmen, nach 19 Uhr nicht mehr unterwegs sein zu wollen.

Daß demnach, sobald die magische 7 erreicht worden ist, das Magdeburger Zentrum aussieht, als hätten außerirdische Sonarpanzer sämtliche Lebewesen ausgelöscht und nur die vom hereinbrechenden Dunkel eingehüllten Gebäude übrig gelassen, verwundert mich nicht und läßt mich – in zunehmender Kälte auf eine nicht eintreffende Straßenbahn wartend – regelmäßig verzweifeln…

[Im Hintergrund: Otep – „Jihad“]

Alltagsweisheiten bezweifelnd

Der ewige Zweifler in mir meldet sich zu Wort, bekommt Stimme und Klang, als könnte er Neues berichten, Altes hinterfragend.

„Alles, was schiefgehen kann, geht schief.“
In dieser Weise wird Murphys Gesetz genannt und interpretiert, ja hingenommen, als gäbe es keine treffendere Alltagswahrheit. Und doch findet der Zweifler in den wenigen Worten genug Grund zur Skepsis, um dieser Ausdruck verleihen zu wollen.

Meine Fantasiepotential ist begrenzt, kann sich sicherlich nicht mit den kreativen Hochgeistern unserer Zeit [oder vergangener Zeiten] messen, und doch fällt es mir leicht, jeder einzelnen Situation meines Daseins unzählige Möglichkeiten zuzuordnen, unzählige Dinge, die mißglücken, schiefgehen können. In jeder Sekunde stürmt eine Flut von Entscheidungen, von Alternativen, von Wegeskreuzungen auf uns ein, nur selten überhaupt wahrgenommen, doch voller falscher Richtungen, angefüllt mit potentiellen Katastrophen.

Mensch wäre erstaunt, was tatsächlich alles „schiefgehen“ kann, beginnt er erst einmal darüber nachzudenken. Vorzugsweise jedoch stellt man nach einer Ansammlung unglücklicher Umstände fälschlicherweise fest, daß tatsächlich alles mißlang, was mißlingen konnte.

Allein die Tatsache, daß man zu einer solchen Feststellung fähig ist, daß also weder Gehirn noch Herz den Dienst verweigerten [von dem Rest des ganzen organischen und anorganischen Körperinhaltes ganz abgesehen], beweist, daß die goldene Regel keine solche sein kann.

Ein Satz ist mir im Gedächtnis, der mit Murphy oft in gleichem Atemzug genannt wird:
„Der Schlüssel ist stets dort, wo du zuletzt suchst.“ – Der Schlüssel dient nur als Beispiel für Allgemeineres, und doch neige ich dazu, ihn aufgreifen zu wollen.

Wenn man Minuten, Stunden, Tage mit verzweifelter Schlüsselsuche verbracht hat, wird man nicht mit seiner Suche fortfahren, sondern diese – erleichtert über den geglückten Fund – abbrechen.
Die letzte, zur Suche gehörige Tätigkeit war demnach das Auffinden. Der Schlüssel lag in der Schublade, in der Nische, in welcher man ihn am Ende seiner Suche entdeckte, befand sich demnach dort, wo zuletzt gesucht wurde.
Der obige Satz ist wahr, doch keinesfalls ein Murphy-Mysterium oder ähnliches, nur eine Folge des natürlichen Prozesses vom Suchen und Finden.

Ein letztes Beispiel, das ich schon zu oft beobachtete, um es nicht erwähnt haben zu wollen.
Der böse Lehrer droht damit, einen mündlichen Test an der Tafel zu vollziehen, aus der vielköpfigen Schülermasse ein Individuum herauszuzerren und vor den Augen aller nach Wissen und Nichtwissen zu beurteilen. Die Thematik ist eine komplizierte, niemand bereite sich vor. Dementsprechend unwillig ist die zitternde Schülerschar, von der jeder einzelne verzweifelt darauf hofft, daß er nicht der Auserwählte sein muß.

‚Ich will nicht.‘, pulsiert es panisch in den wissensfernen Köpfen der Lernenden.
‚Ich will nicht. Aber der nimmt bestimmt mich.‘
Und dann erfindet die Schülerfantasie noch einen halbwegs plausiblen Grund, warum der böse, böse Lehrer ausgerechnet ihn bloßstellen wird, bekräftigt also sich selbst gegenüber, daß das bitter Los auf einen selbst fallen wird – und hofft gleichzeitig das Gegenteil.

Und dann ist es soweit. Der Lehrer ruft einen Namen auf. Erleichterung durchströmt alle, denen der Name nicht eigen ist. Jeder vergißt glücklich, daß er bis vor wenigen Augenblicken festen Glaubens war, selber an die Tafel zu müssen.

Nur der eine, der Auserwählte, vermag sich nicht zu freuen, schlurft vor zur Tafel und sagt sich immer wieder verbittert: „Ich hab’s doch gewußt, daß er mich dran nimmt.“
Und er hat es wirklich gewußt – genau wie seine nun wieder ausgelassen grinsenden Mitschüler.

[Im Hintergrund: Arch Enemy – „Doomsday Machine“]

FFFfF: Moralpredigt

Eine Schnapszahl ist erreicht, doch bin ich an ihr nicht sonderlich interessiert. Schließlich fiele mir bei nahezu jeder Zahl irgend etwas einigermaßen Interessantes und Lobenswertes ein, um ausreichend Zelebrationsanlaß zu finden.

Auch halte ich die gegenwärtige Uhrzeit, kurz nach vier mitten in der Nacht, in Verbindung mit der gerade erst beendeten, schier endlosen Autofahrt, für keine wünschenswerte Grundlage für derlei Jubilarien.

Allerdings entbehrt es nicht einer gewissen Amüsanz [Gibt es das Wort…?], daß am 22. der 33. „Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter“-Comic veröffentlich wird. Hübsche Sache das.

Nicht minder hübsch ist, daß ich mir diesen Comicstrip unter dem bedrückenden Einfluß schlechter Laune einfallen ließ und mir somit eine gewisse Professionalität beweisen konnte, da meine fredericksche Schaffenskraft offensichtlich auch unter unangenehmen Voraussetzungen zu werkeln imstande ist.
Trotzdem danke ich der freundlichen Aufmuntererin, die mit Sorgenfaltenbügeleisen, Trostpflaster und Ideenkiste mein Lächeln zurückbrachte.

Merci.


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[Im Kopf: A Perfect Circle – „Vanishing“]